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Sportmix Hoffenheim und Schalke im Viertelfinale
Sportbuzzer Sportmix Hoffenheim und Schalke im Viertelfinale
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22:35 21.12.2010
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Jefferson Farfán hat dem FC Schalke 04 die Titelchance im DFB-Pokal erhalten. Der Peruaner sorgte mit seinem Treffer in der 84. Minute für den glücklichen Schalker 1:0 (0:0)-Sieg beim Zweitliga-Spitzenreiter FC Augsburg. Nach dem eindruckvollen Bundesliga-Endspurt bot das Fußball-Team von Trainer Felix Magath am Dienstagabend aber eine über weite Strecken schwache Leistung. Dank des effizienten Auftritts und Farfáns Treffsicherheit konnte sich Magath dennoch freuen: Durch den Einzug ins Cup-Viertelfinale erhält der Club garantierte 1,2 Millionen Euro an TV-Einnahmen.

Vor dem letzten Spiel des Jahres hatte der S04-Coach seinen Profis eine längere Weihnachtspause in Aussicht gestellt: „Wenn sich die Spieler Urlaub verdienen, dann bekommen sie ihn auch.“ Doch trotz der Motivationsspritze fand der Champions-League-Achtelfinalist bei nasskalten Bedingungen vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften Impuls-Arena offensiv zunächst überhaupt nicht statt.

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Zu zaghaft im Auftreten, zu ungenau im Passspiel - Schalke agierte lange erschreckend harmlos und entwickelte keinerlei Zug zum Tor. Und das, obwohl Magath die Startelf vom 3:0 in Köln aufgeboten hatte und der zuletzt überragende Stürmerstar Raúl, der die Vorarbeit zu Farfáns Siegtor gab, sein Pokal-Debüt feierte.

Die etwas aktiveren Augsburger ließen in der zerfahrenen Partie mit vielen Unterbrechungen keinen Klassenunterschied erkennen. Dem Halbfinalisten der Vorsaison fehlte aber die Durchschlagskraft aus dem Spiel heraus, zudem kamen die Standards zu unpräzise. Und so blieben die beiden Torhüter Manuel Neuer und Simon Jentzsch im ersten Durchgang komplett beschäftigungslos. Die beste Chance hatte noch FCA-Angreifer Stephan Hain (23. Minute) nach einer Einzelaktion.

Nach der Pause kamen die Gäste etwas bemühter aus der Kabine. Doch auf dem rutschigen Rasen fand der Favorit lange kein Mittel, um Augsburgs Defensive um den starken Innenverteidiger Gibril Sankoh in Verlegenheit zu bringen. Es dauerte bis zur 59. Minute, ehe Raúl nach einer Kombination über Peer Kluge und Klaas-Jan-Huntelaar die erste Schalker Chance weit neben das Tor setzte.

Die Hausherren, bei denen Trainer Jos Luhukay seinen „Notnagel“ Michael Thurk nach Verletzungspause einwechselte (75.), verlegten sich im zweiten Durchgang vermehrt aufs Kontern. Fast wäre dieses Konzept aufgegangen. Nach einem Pass von Daniel Brinkmann tauchte Tobias Werner (65.) in abseitsverdächtiger Position alleine vor Neuer auf, der Schalke mit einer starken Parade vor dem Rückstand bewahrte. Zehn Minuten später rettete der Nationalkeeper mit einem Reflex gegen Thurk ein zweites Mal.

Auf der Gegenseite strich erst ein Raúl-Kopfball (70.) knapp vorbei, dann rettet Axel Bellinghausen (77.) auf der Linie. Sechs Minuten vor dem Ende sorgte dann Farfán für Jubel im Schalker Lager. Nach einem Pass von Raúl war der Flügelflitzer zur Stelle und traf zum Siegtreffer ins lange Eck.

Kein Trost für Gladbach: 0:2-Aus im Pokal in Hoffenheim

1899 Hoffenheim hat sich mit dem Einzug in das DFB-Pokal-Viertelfinale ein vorweihnachtliches Geschenk beschert und Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach endgültig die Festtage verdorben. Dank eines ungefährdeten 2:0 (1:0)-Sieges zogen die Nordbadener am Dienstag zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte in die Runde der letzten Acht ein und sicherten sich damit eine Weihnachtsprämie von mindestens 1,2 Millionen Euro.

Vor 23.500 Zuschauern erzielten Gylfi Sigurdsson (35. Minute) und Demba Ba (63.) die Tore zum hochverdienten Erfolg. Für die Borussia setzte das Aus den negativen Schlusspunkt einer völlig verkorksten Hinrunde. Nur der Einsatz der Gäste stimmte, ansonsten gab es nichts, was Hoffnung für den Abstiegskampf in der Rückrunde machte. Hoffenheim genügte eine allenfalls durchschnittliche Leistung.

Das Wechsel-Gerede über Luiz Gustavo schien die Mannschaft nicht zu beeindrucken. Überraschend tauchte der vom FC Bayern umworbene Brasilianer in der Anfangsformation auf, nachdem sein Einsatz wegen Adduktorenproblemen fraglich war. Spekulationen, dass das Spiel sein letztes im 1899-Trikot sein könnte, trat Mäzen Dietmar Hopp entgegen. Er stellte bei „Bild.de“ klar, dass er trotz des Interesses des deutschen Rekordmeisters den 23 Jahre alten Defensivakteur nicht schon in der Winterpause ziehen lassen werde.

Gustavo & Co. begannen schwungvoll, doch an Möglichkeiten mangelte es lange. Die Gladbacher, die mit 47 Gegentreffern die schlechteste Abwehr der Bundesliga stellen, konzentrierten sich auf die Deckung, nach vorn lief aber nichts. Zunächst ging die Defensiv-Taktik auf. Nur Demba Ba (26.) konnte die Gäste einmal schrecken, als er einen Pass von Sebastian Rudy einen Meter vor dem Tor verpasste.

Dass die Borussen dennoch vor der Pause in Rückstand gerieten, lag nicht an Hoffenheims Spielkunst, vielmehr verhalf Keeper Christofer Heimeroth dem Gegner zur Führung. Statt beim Freistoß von Sigurdsson (35.) in der Torwartecke zu bleiben, ging er einen Schritt in die Mitte, der Ball segelte ungehindert an ihm vorbei.

Nach hatte Hoffenheim zwar durch Boris Vukcevic (47.) die erste Chance in Halbzeit zwei, doch die Borussen spielten nun endlich mutiger nach vorn. Gefährlich waren sie nicht. 1899 lauerte indes auf Konter. Ein Treffer der Hoffenheimer wurde nach einiger Verwirrung aberkannt, weil Ba (53.) einen Schuss von Salihovic klar im Abseits liegend unhaltbar abgefälscht hatte.

Zehn Minuten später beendeten die Gastgeber das Aufbäumens des Teams von Niederrhein. Nach einem Eckball traf Ba umringt von drei tatenlos zuschauenden Gladbachern aus kurzer Entfernung. Das war die Entscheidung. Die bemitleidenswerten Gäste bemühten sich weiter - doch zu mehr waren sie nicht fähig.

dpa