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Sportmix Hansi Flick patzt bei Pressekonferenz
Sportbuzzer Sportmix Hansi Flick patzt bei Pressekonferenz
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06:16 11.06.2012
Von Heiko Rehberg
Foto: Co-Trainer Hans-Dieter Flick auf der Pressekonferenz im Medienhotel im französischen Callian.
Co-Trainer Hans-Dieter Flick auf der Pressekonferenz im Medienhotel im französischen Callian. Quelle: dpa
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Lwiw

Pressekonferenzen mit Hansi Flick, dem Assistenten von Bundestrainer Joachim Löw, machen normalerweise keine Schlagzeilen. Flick verrät in der Regel weder Aufstellungsgeheimnisse noch hat er sonst viel zu erzählen. Am gestrigen Freitag, bei der morgendlichen Presserunde in Oliwa vor dem Abflug nach Lwiw, tappte Flick allerdings mit einem einzigen Satz ins Fettnäpfchen. Der Kotrainer hatte bei einer Frage nach Portugals Superstar Ronaldo geantwortet: „Bei seinen Freistößen heißt es: Stahlhelm aufsetzen und sich großmachen.“

Flick hatte schnell bemerkt, dass ihm da eine mit Blick auf die deutsch-polnische Geschichte sehr ungeschickte Formulierung herausgerutscht war, auch wenn zu dem Satz fraglos der Hinweis gehört, dass der Löw-Assistent solche Worte bei unzähligen Pressekonferenzen noch nie benutzt hat. Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) bemühte man sich im Eiltempo um Schadensbegrenzung, Flick sprach von einem „Versprecher“. Ihm tue es leid, sagte er, „wenn Irritationen durch eine unglückliche Bemerkung von mir entstanden sind. Es ist sonst nicht meine Art, mich mit militärischem Vokabular zu sportlichen Sachverhalten zu äußern. Ich entschuldige mich für meine Ausdrucksweise und ärgere mich selbst am meisten darüber, weil ich weiß, wie sensibel wir mit dieser Thematik umgehen.“

Erst vor ein paar Tagen hatte Dieter Graumann, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Nationalelfmanager Oliver Bierhoff, eine „kolossale Geschmacklosigkeit“ vorgeworfen. Bierhoff soll laut Graumann im Vorfeld des Besuchs der DFB-Delegation im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz den Begriff „Kamingespräch“ benutzt haben.