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Sportmix „Game over“ für Jens Lehmann
Sportbuzzer Sportmix „Game over“ für Jens Lehmann
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09:40 09.05.2010
Jens Lehmann Quelle: dpa
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Das sagte der frühere Nationaltorwart nach dem 1:1 im Bundesliga-Derby bei 1899 Hoffenheim und dem Abpfiff einer Karriere mit großartigen Erfolgen, aber auch vielen kontrovers diskutierten Aktionen.

„Das war ein versöhnliches Ende“, sagte Lehmann. Auf die Frage, ob er jetzt noch groß feiert, meinte der 40-Jährige schmunzelnd: „Ich darf schon. Aber ich muss mich da erst noch reinarbeiten.“ Zum Feiern hatte Lehmann am Samstagabend reichlich Gelegenheit: Familie und Freunde lud er in ein Restaurant nach Sinsheim ein, anschließend stand noch ein Besuch bei der Mannschaftsfeier in Stuttgart an.

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Als um 18.45 Uhr nur noch ein paar Ordner in der Rhein-Neckar- Arena aufräumten, betrat der WM-Torhüter von 2006 noch einmal das Stadion. Getrieben von seinen Söhnen, die unbedingt auf den Rasen wollten. „Wir haben doch gar keinen Ball“, meinte Lehmanns Cousin und Hoffenheims Geschäftsführer Jochen Rotthaus. Doch am Ende tollten Lasse, Mats, Lehmanns Ehefrau Conny und die kleine Lieselotta über das Grün. Derweil stand Papa lächelnd da im weißen Hemd und in dunkler Hose, das Jackett auf dem Bügel über der Schulter.

„Es war immer interessant mit ihm. Er wird uns in der ganzen Liga fehlen. Er stand immer für Top-Leistung und für das eine oder andere Kuriose“, meinte VfB-Manager Horst Heldt. Nachdem die Stuttgarter im Fernduell mit dem Hamburger SV den sechsten Tabellenplatz und damit den Einzug in die Europa League wahrten, freute sich Gross „insbesondere für Jens, dass er seine Karriere so abschließen kann“. Sein letztes Gegentor im 394. Bundesliga-Spiel schenkte der frühere VfB-Jugendspieler Boris Vukcevic (44. Minute) Lehmann ein. Zuvor hatte Nationalstürmer Cacau mit seinem 13. Saisontreffer die Schwaben in Führung gebracht (19.).

„Wir mussten leiden“, erklärte Gross das Zitterspiel vor 30 150 Zuschauern. 1899-Spielmacher Carlos Eduardo traf noch die Latte und der VfB geriet gewaltig unter Druck. Gross vernahm zudem die Kunde vom Ausgleich des HSV. „Ich war mit einem Auge hier und mit dem anderen Ohr in Bremen“, meinte er und atmete noch einmal tief durch. Den VfB hat der glatzköpfige Schweizer und Nachfolger von Markus Babbel vom 16. auf den sechsten Tabellenplatz geführt - nach einer tollen Aufholjagd mit 39 Punkten in der Rückrunde. „Fantastisch, dass wir das geschafft haben“, meinte der VfB-Coach. Lehmann lobte: „Wir haben einen guten Endspurt hingelegt.“

Es sei eine „extrem schwierige“ Mission gewesen, so Gross. „Viele erfahrene Spieler verlassen uns nun, die Mannschaft wird ein neues Gesicht bekommen“, kündigte der 55-Jährige an. Was die Stuttgarter, die in der neuen Saison auf die im vorläufigen WM-Kader stehenden Cacau, Sami Khedira, Serdar Tasci und Christian Träsch bauen können, nächstes Jahr anpeilen? „Ach, dafür ist es heute viel zu früh. Da seid ihr ja gedanklich viel weiter“, sagte Gross zu den Journalisten. „Jedenfalls muss eine ganz klare Zielvorstellung vom Verein da sein.“

Im Fall Lehmann müsse man sehen, „wie wir sein Fehlen auffangen“. Der Torwart schenkte übrigens sein letztes (Bundesliga-Hemd) einem überglücklichen Balljungen.

dpa