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Sportmix Galopptrainer Gröschel will 1000. Sieg
Sportbuzzer Sportmix Galopptrainer Gröschel will 1000. Sieg
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12:30 23.04.2010
Von Carsten Schmidt
Hans-Jürgen Gröschel feiert seit 37 Jahren Erfolge im Galopprennsport. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hans-Jürgen Gröschel kann so schnell nichts erschüttern – und schon gar nicht das Wetter. „Ein harter Winter?“, wendet sich der 66-Jährige an seinen Gesprächspartner, der ihn auf die schwierigen Bedingungen zu Beginn des Jahres angesprochen hat. „1947 war ein harter Winter.“

Galopptrainer Gröschel liegt das Lamentieren fern, auch wenn er natürlich einräumt, dass die lange Kälteperiode seinen Pferden nicht immer gut bekommen ist. „Einige standen auf der Koppel im Freien, die haben jetzt noch ein dickes Fell, da sind Topleistungen natürlich noch nicht möglich“, sagt der Mann, der seit 37 Jahren im Geschäft ist. Begonnen hatte seine Trainerlaufbahn in Dresden, seit Anfang 1991 ist er auf der Neuen Bult tätig.

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Gröschel ist damit nicht nur der Erfahrenste, er hat auch am meisten zu tun. 50 Pferde betreut er – und beim ersten Renntag des Jahres auf seiner „Heimatbahn“ stellt er am Sonntag (1. Rennen gegen 13.40 Uhr) natürlich auch zahlreiche Starter, darunter die Stute Irini im Hauptrennen um den Großen Preis der VGH-Versicherungen, einem Listenrennen über 1600 Meter. „Es ist doch klar, dass ich diese Wettkampfchance nutze“, sagt Gröschel, auch wenn er kaum Chancen auf gute Ergebnisse sieht. „Aber ich bin ja dafür bekannt, dass meine Pferde Spätstarter sind“, sagt er und ergänzt: „Natürlich hätte ich den einen oder anderen Starter auf Gedeih und Verderb in eine Siegesform für Sonntag bringen können. Aber dann wären sie platt gewesen und die guten Ergebnisse in den folgenden Monaten ausgeblieben.“

Erfolg hat, wer warten kann – mit dieser Devise ist Gröschel seit 1973 gut gefahren. Er weiß, dass beim Pferd wie auch beim Menschen die Planung des Trainings und der Wettkämpfe wichtig sind. „Es gibt im Galopptraining viele Ähnlichkeiten zur Leichtathletik“, sagt Gröschel. Da brauchen die Sprinter andere Programme als die Steher, ebenso wird nach dem Alter der Pferde das Training differenziert. Besonders schätzt es Gröschel, wenn seine Pferde auf der Zielgeraden stark sind. „Es ist selten Erfolg versprechend, von Beginn an Tempo zu machen“, sagt er – eine Parallele zu seinem Saisonaufbau.

Doch Geduld im Galoppsport ist eine Tugend, die nicht immer greift, wenn von einem Rennpferd erwartet wird, dass es das Geld wieder hereinläuft, was es kostet. „Wer die Kapelle bezahlt, bestimmt die Musik“, sagt Gröschel zum Verhältnis Trainer und Besitzer. Dazu zählt auch die Auswahl der Reiter. „Ich habe keinen ausgesprochenen Stalljockey“, sagt der erfahrene Trainer. „Ich habe schon oft erlebt, dass Besitzer eine ganz bestimmten Reiter für ihr Pferd fordern oder aber einen anderen Reiter rundweg ablehnen. Wäre ich da auf einen Jockey festgelegt, bekäme ich Probleme.“ Häufig arbeitet Gröschel aber mit einem aus Russland stammenden Duo zusammen – Viktor Schulepov und Wladimir Panov.

Für diese Saison hat der Trainer zwei Ziele: „Mit All Gentleman und Godot habe ich zwei Kandidaten fürs Deutsche Derby, ein Start wäre ein Höhepunkt.“ Und Gröschel hofft auf den 1000. Sieg seiner Trainerkarriere. 984 sind es bisher, auch eine Pferdeattacke vor knapp zwei Jahren, die ihn das rechte Augenlicht kostete, bremst den Trainer nicht auf dem Weg zum „Club der 1000“, die auf der Krefelder Rennbahn in einer Fotogalerie verewigt sind. Sein Vater Hans (1086 Siege) ist schon „Mitglied“.

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