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Sportmix Fußball-Nationalmannschaft nach Moskau geflogen
Sportbuzzer Sportmix Fußball-Nationalmannschaft nach Moskau geflogen
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19:37 09.10.2009
Von Stefan Knopf
Bundestrainer Joachim Löw will morgen in Moskau mit dem deutschen Nationalteam die direkte Qualifikation für die WM in Südafrika schaffen.
Bundestrainer Joachim Löw will morgen in Moskau mit dem deutschen Nationalteam die direkte Qualifikation für die WM in Südafrika schaffen. Quelle: ddp
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Mit dem Start nach Russland begann für Löws Team eine kleine Reise ins Ungewisse. Die Mannschaft gab ihren Fans zuletzt mehr Rätsel auf, als diesen lieb war: Das Bild, das bei den Zuschauern haften blieb, wurde geprägt von den spielerisch eher dürftigen Vorstellungen gegen Norwegen, China oder Aserbaidschan, die starke Momente wie das 
EM-Viertelfinale gegen Portugal oder das Hinspiel in der WM-Qualifikation gegen Russland deutlich überlagern. Eine gewisse Skepsis, dass die Nationalelf sich schon am Sonnabend (Anpfiff ist um 17 Uhr, live im ZDF) für die WM in Südafrika qualifiziert, ist nicht zu bestreiten. In einer Umfrage des Sportmagazins „kicker“ zum Ausgang der Partie teilen sich die Antworten etwa drittelweise auf: 38,9 Prozent glauben an einen Sieg der deutschen Elf, der die direkte Qualifikation bedeuten würde, 31,8 Prozent an ein Unentschieden, das die Entscheidung auf den Mittwoch vertagen würde, und 29,3 Prozent befürchten eine Niederlage, die wohl gleichbedeutend wäre mit dem Gang in die Relegation.

Sein Team habe „keine Angst vor diesen entscheidenden Spielen“, sagte Löw gestern; aber dem Bundestrainer ist auch bewusst, dass mehr Probleme mit der Sondermaschine nach Moskau mitflogen, als ihm lieb sein kann. Einige Spieler seiner Mannschaft sind derzeit unübersehbar mit sich selbst beschäftigt: Mario Gomez und Miroslav Klose finden beim FC Bayern München weder Nestwärme noch das Tor und leiden darunter sichtbar, Lukas Podolski hat sich nach seiner Rückkehr noch nicht wieder beim 1. FC Köln eingewöhnt, und Thomas Hitzlsperger konnte beim VfB Stuttgart sogar die Kapitänsbinde nicht davor bewahren, dass ihn Teamchef Markus Babbel kurzzeitig auf die Tribüne setzte.

Man muss deswegen noch nicht die große Krise ausrufen, und wenn Teammanager Oliver Bierhoff sagt, es sei eine „Stärke der deutschen Mannschaft, in wichtigen Momenten präsent zu sein und die Nerven zu behalten“, dann ist das einerseits eine Phrase, hat aber auch einen wahren Kern. Löw hat es in seiner Zeit als Bundestrainer stets verstanden, in der Nationalmannschaft ein Mikroklima entstehen zu lassen, in dem viele Spieler die Probleme aus ihren Vereinen vorübergehend vergessen konnten. Insbesondere Podolski, der die Nationalelf zu seiner Münchener Zeit trotz aller Sorgen bei den Bayern wie einen Urlaub vom Alltag verstand, ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Obwohl sich beim Deutschen Fußball-Bund niemand offiziell mit einer Niederlage gegen Russland beschäftigen will und mit der möglichen Relegation erst recht nicht, ist die Anspannung nicht zu übersehen. „Die Spieler sind heiß, wollen spielen und die Qualifikation klarmachen“, sagt Bierhoff. Damit Gewissheit herrscht.