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Sportmix Diskussion um späte Anstoßzeiten
Sportbuzzer Sportmix Diskussion um späte Anstoßzeiten
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21:04 06.03.2012
Von Stefan Knopf
Späte Anstoßzeiten beim Fußball sorgen für Verstimmungen. Quelle: dpa
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Hannover

Wenn Ihr Arbeitskollege am Freitag kleine Augen hat, dann hat er am Abend zuvor vermutlich Hannover 96 geguckt. Um 21.05 Uhr beginnt das Achtelfinalhinspiel der "Roten" in der Europa League bei Standard Lüttich am Donnerstag, bis kurz vor 23 Uhr ist nicht mit dem Abpfiff zu rechnen, und für viele Zuschauer vor den Fernsehschirmen wird die anschließende Nacht sehr kurz. Für die Fußballfans in der Region wird es die zweite Spätschicht innerhalb einer Woche; bereits beim Länderspiel gegen Frankreich am vergangenen Mittwoch hatte sich der Anpfiff bis kurz vor 21 Uhr verzögert. Die Fans sind von den späten Anstoßzeiten genervt; in den vergangenen Tagen haben uns von Lesern etliche Zuschriften mit einhelligem Tenor erreicht, von denen wir einige auszugsweise veröffentlichen.

"Gerade kürzlich hatte ich eine Diskussion mit meinem fast achtjährigen Sohn, einem glühenden 96-Fan, der sich über die späten Spielzeiten in der Europa League, aber auch der Nationalmannschaft beklagte. Ich geriet in arge Erklärungsnöte. Schließlich musste ich zugeben, dass ich nicht wirklich weiß, warum so spät ange­pfiffen wird. Mein Sohn entwickelte mehrere Verbesserungsvorschläge, damit auch die ,richtigen Fans, Mama, ich zum Beispiel‘ die Übertragung sehen dürften (Schule später anfangen lassen, man könnte dafür ja länger bleiben, Spiel früher anpfeifen …), musste aber hinnehmen, dass wir dieses Problem leider nicht lösen können …"

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Kirsten Dechow, per E-Mail

"Leider ist der Fußball zum Spielball der Fernsehanstalten geworden, dabei werden Kinder, Jugendliche und Frühaufsteher vergessen."

Peter Nass, Hannover

"Mich ärgern die unterschiedlichen Anstoßzeiten - auch in der Bundesliga - schon lange. Kinder, Jugendliche und Familien spielen bei den Herren von DFB und DFL und in den internationalen Vereinigungen keine Rolle. Es geht nur noch um Fernseh­rechte und die Einnahmen daraus."

Jürgen Walter, Neustadt

"Es tat mir weh, den enttäuschten Blick meines neunjährigen Sohnes zu sehen, als ich ihm sagen musste, dass das Fußballspiel für ihn wieder zu spät stattfindet. Und am Donnerstag, wenn 96 spielt, wird es mir genauso gehen.Ich erinnere mich daran, dass ich früher mit meinen Eltern jedes Länderspiel zusammen gesehen habe, das ist heute leider kaum noch möglich."

Britt Karstens, per E-Mail

"Es geht - wie immer - nur ums Geld und nicht um den Zuschauer. Gerade den Kindern, denen Fußball gucken in der Regel sehr viel mehr bedeutet als Erwachsenen, sollte man unter der Woche mit der spätesten Anstoßzeit von 20 Uhr die Möglichkeit geben, wenigstens eine Halbzeit live mitzufiebern. Eigentlich könnte man auch auf Geld verzichten. Warum sollen es die Fußballer so viel einfacher haben als Leistungssportler aus anderen Sportarten, die finanziell gerade so über die Runden kommen?"

Felix Kirchhoff, per E-Mail

"Besonders ärgerlich ist es, wenn es eine Verlängerung und eventuell noch ein Elfmeterschießen gibt. Dann endet der Fußballabend erst gegen Mitternacht."

A. und M. Peters, per E-Mail

"Nicht nur Jugendliche sind betroffen, auch viele Arbeitnehmer müssen früh aufstehen und können die 2. Halbzeit in den meisten Fällen nicht mehr sehen."

Werner Müller, per E-Mail

"Machen wir uns nichts vor: Geld regiert den Fußball. Nur wenn die Zeitschinderei in diesem Sinne mehr schadet als nutzt, wird sich was ändern."

Peter Ruppelt, per E-Mail

"Ich habe als Kind und Jugendlicher mit einem Freund zig Fußballspiele live gesehen. Nur zu so später Stunde wäre das für uns ausgeschlossen gewesen. Die Herren, die so etwas festlegen, haben meist die Bodenhaftung verloren."

Horst Hübner, Burgdorf

"Nicht nur, dass manche Zuschauer um ihren Schlaf kommen, die Zuschauer in den Stadien müssen ja auch noch nach Hause kommen. Zum großen Teil fahren öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr, oder es sind immer Sonderschichten der Bediensteten erforderlich."

Hans-Dieter Schreiber, per E-Mail

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