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Sportmix Die wundersame Wandlung des Mike Hanke
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21:29 24.01.2012
Von Christian Purbs
Als „Neuneinhalber“ in Hannover verkannt: Der Mönchengladbacher Mike Hanke spielt zurzeit mit den Borussen eine überragende Saison. Quelle: dpa
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Es war ein stiller Abschied aus Hannover. Kurz vor Weihnachten 2010 löste Mike Hanke seinen Vertrag bei Hannover 96 auf und wechselte zum Bundesliga-Rivalen Borussia Mönchengladbach, der damals fast aussichtslos am Tabellenende um den Klassenerhalt kämpfte. Der Abschiedsschmerz hielt sich bei den „Roten“ in Grenzen, immerhin sparte der Klub für das nächste halbe Jahr bis zum Vertragsende von Hanke, der sportlich bei Trainer Mirko Slomka keine große Rolle spielte, gut eine halbe Millionen Euro an Gehalt. Auch die Fans weinten Hanke keine Träne nach, wenngleich in den sechs, sieben Monaten zuvor dem oftmals überheblich spielenden Angreifer statt blanker Abneigung ein Mindestmaß an Akzeptanz entgegengebracht wurde. Die hatte sich Hanke durch Einsatz und Treffer im Abstiegskampf der „Roten“ im Mai 2010 sowie seine wichtigen Jokertore in der Hinserie der nächsten Saison verdient. Kurzum: Tschüs, Mike, viel Glück mit Gladbach in der 2. Liga.

Doch es kam ganz anders. Die Borussen schafften auch dank Hanke den Klassenerhalt und spielen derzeit eine grandiose Saison, wobei die Art und Weise, in der die Gladbacher ihre Erfolge einfahren, überraschend viele Parallelen mit dem Glanzstück der „Roten“ in der vergangenen Spielzeit hat. Dabei reden alle von Marco Reus, Patrick Herrmann und Marc-Andre ter Stegen, doch ein heimlicher Gewinner und auch Vater des Aufschwungs bei Borussia Mönchengladbach ist Hanke. Der frühere Nationalspieler hat sich am Niederrhein nicht nur bestens akklimatisiert, er ist momentan aus der Stammelf nicht mehr wegzudenken. Dabei hat der einstige Mittelstürmer unter Trainer Lucien Favre eine enorme Wandlung zum Allround-Offensivspieler vollzogen. „Früher stand ich mehr im Strafraum und habe auf die Bälle gewartet“, sagte der Borussen-Profi. Heute glänzt der 28-Jährige als Vorbereiter und Dauerläufer. Hanke ist, man mag es in Hannover kaum glauben, im Borussia-Park einer der Publikumslieblinge.

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„Er ist ein guter Fußballer und ein sehr intelligenter Spieler“, sagt sein Coach. Favre hat aus dem ehemaligen „Neuner“ einen sogenannten Neuneinhalber geformt, also einen Spieler, der zwischen Sturmmitte und zentralem offensiven Mittelfeld agiert. „Früher war ich immer für das Toreschießen verantwortlich, Favre ist der erste Trainer, der auch andere Qualitäten von mir zur Geltung bringen will“, sagte Hanke. Qualitäten, die in Hannover nicht erkannt wurden. Im Spielsystem von Slomka gab es für den „neuen“ Hanke keinen Platz, weil 96 mit zwei Stürmern agierte. Als der 96-Trainer noch Dieter Hecking hieß, wäre für einen offensiven Mittelfeldspieler Hanke durchaus Platz gewesen. Zumal noch nicht einmal Hanke langsamer ist als Arnold Bruggink.

In Mönchengladbach, wo er seit einem Jahr spielt, erlebt Hanke heute so etwas wie seinen zweiten Frühling. Er ist nicht mehr der Jungstar, sondern der erfahrene Profi, der dem Nachwuchs Hilfestellung geben kann. „Ich will hier mit der Mannschaft viel erreichen, mich weiterentwickeln und den jungen Spielern Input geben. Ich bin 28 und in einem guten Fußballalter. Bei mir geht noch einiges“, sagte Hanke, der beim glanzvollen 3:1-Sieg gegen den FC Bayern den zweiten Treffer durch Patrick Herrmann mit einem mustergültigen Pass einleitete. „Das war nicht so einfach wie es aussah“, sagte der Gladbacher Profi. An einem ausgeprägten Selbstbewusstsein hat es Hanke noch nie gemangelt.

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