Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sportmix Die Kinder erobern das Eis
Sportbuzzer Sportmix Die Kinder erobern das Eis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:08 11.12.2011
Von Björn Franz
Schläger hoch für den Fotografen: Sogar beim obligatorischen Gruppenbild mit Trainern und Profis hatten die 50 Kinder in der TUI Arena jede Menge Spaß. Quelle: Ulrich zur Nieden
Anzeige
Hannover

Stephan Daschner schaute sich die Sache nur ganz kurz an. Dann nahm der Profi der Hannover Scorpions sich der Angelegenheit persönlich an. Er half dem sechsjährigen Simon beim Anziehen des blauen Trainingsleibchens, gab ihm ein wenig Anschubhilfe und platzierte den jüngsten Teilnehmer am HAZ-Fielmann-Eishockeycamp dann taktisch so klug vor dem gegnerischen Tor, dass er den Puck kurz danach aus kurzer Distanz tatsächlich ins Netz bugsieren konnte – natürlich nach Traumpass von Daschner.

Der Auftritt des Scorpions-Verteidigers und seines stürmenden Mannschaftskameraden Sachar Blank war zweifellos der Höhepunkt eines tollen Tages in der TUI Arena. Bereits zum dritten Mal bescherten die HAZ, das Optikunternehmen Fielmann und der Eishockey-Erstligist 50 Mädchen und Jungen kurz vor Weihnachten die Möglichkeit, sich einen Tag lang wie ein Eishockeyprofi zu fühlen. Ausgestattet mit Trikot, Hose, Stutzen und einer eigenen Tasche, die die Kinder danach sogar mit nach Hause nehmen konnten, fanden sie sich an der Stelle wieder, an der tags zuvor noch die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf und am Tag danach schon wieder die Scorpions um Erstligapunkte kämpften. Und nicht wenige Teilnehmer schauten so während der Begrüßung durch HAZ-Sportchef Heiko Rehberg zunächst einmal mit glänzenden Augen durch das weite Rund.

Anzeige

Doch schon kurz darauf machten sich die jungen Eishockeyspieler daran, das Eis zu erobern. Die Anweisungen gab dabei einer, der ganz genau weiß, wovon er spricht: Len Soccio. Der ehemalige deutsche Nationalspieler, der sich bei Olympischen Spielen sogar mit den besten Profis der Welt gemessen hat, führte das Trainerteam an, das sich mit viel Einfühlungsvermögen um die Kinder kümmerte. Und dabei war es egal, ob sie schon in Langenhagen, am Pferdeturm und in der Wedemark dem Puck nachjagen oder ob sie sich wie der kleine Simon noch ein wenig unsicher über das Eis bewegten. Spätestens nach den ersten Laufübungen am Vormittag war die erste Unsicherheit verschwunden.

Richtig zur Sache ging es dann aber nach der Stärkung mit Nudeln, Hamburgern und Hähnchennuggets. Denn nachdem Daschner und Blank unter den neugierigen Augen der Eishockeyschüler selbst mit den Scorpions trainiert hatten, mischten sie sich mitten ins Gewusel. Mit seiner lockeren Begrüßung („Ihr könnt mich alle ruhig ,Daschi‘ nennen“) hatte speziell der Verteidiger schnell die Herzen der Kinder erobert. Daher hatten die im Anschluss an ein gemeinsames Spiel auch keine Hemmungen, das Scorpions-Duo mit Fragen zu konfrontieren, die sich manch gestandener Journalist wohl nie zu stellen wagen würde. Daschner und Blank plauderten bereitwillig über das Gefühl, auf der Strafbank zu sitzen, ihren eigenen Werdegang und den Tagesablauf eines Profis. Nur die Frage nach dem Gehalt umkurvten sie elegant.

„Sagen wir es mal so: Es ist nicht so viel, dass wir nach dem Sport nichts mehr machen müssten. Wir sind keine Fußballer“, sagte Daschner, mit dem es für die Eishockeyschüler sogar ein Wiedersehen gibt. Denn als Abschiedsgeschenk erhielt jeder zwei Karten für das Scorpions-Spiel am 13. Januar gegen Iserlohn.