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Sportmix Die 50 Tops und Flops von Bundestrainer Löw
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16:40 11.11.2011
Bundestrainer Joachim Löw beobachtet seine Spieler Jerome Boateng (l), Marco Reus (2.v.l.).
Bundestrainer Joachim Löw beobachtet seine Spieler Jerome Boateng (l), Marco Reus (2.v.l.). Quelle: dpa
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Kiew

Von Fathi bis Zieler: Für den EM-Test gegen die Ukraine hatte Joachim Löw ein besonderes Ereignis geplant - den Einsatz seines 50. Neulings. Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler sollte in Kiew eine illustre Debütantenliste komplettieren, aus der etliche Fußballer längst in Vergessenheit geraten sind, die aber vor allem eines belegt: In etwas mehr als fünf Jahren hat der experimentierfreudige Bundestrainer eine Mannschaft erschaffen, die fast ein reines Löw-Team ist. Aus dem 21-Mann-Kader für das Ukraine-Spiel debütierten nur zwei Akteure vor Löw - Lukas Podolski und Per Mertesacker. Die 19 anderen sind Löws Entdeckungen.

«Das Reservoir an guten Fußballern ist groß», sagt Löw mit Vorfreude auf die EM 2012. Der 51-Jährige ist zufrieden mit dem Erreichten: «Die Philosophie greift immer mehr, die Grundelemente stimmen.» Nur 25 der 74 Akteure, die er vor dem Spiel in der Ukraine eingesetzt hatte, bestritten ihr erstes Länderspiel vor seiner Amtszeit.

Der Umbruch erfolgte rasant, und Löw hat dabei einen extremen Verjüngungsprozess vollzogen. Er probiert ständig, 2007 setzte er beim 0:1 gegen Dänemark sogar auf einen Schlag sechs Neulinge ein. Viele Debütanten haben dauerhaft den Sprung geschafft in ein Team, das 2012 Europameister werden will. Andere wurden über kurz oder lang wieder aussortiert. Entscheidende Kriterien sind für Löw: «Welcher Spieler lernt schnell? Wer kann die Anweisungen des Trainers umsetzen? Manche Spieler schaffen das nicht so richtig, die bleiben dann auf der Strecke.» Wie Piotr Trochowski, Marko Marin und Serdar Tasci - oder Eintagsfliegen wie die Hoffenheimer Marvin Compper und Tobias Weis sowie der Leverkusener Stefan Reinartz.

Auch an die Neulinge der ersten Löw-Stunde wird sich kaum noch jemand erinnern. Manuel Friedrich (damals Mainz 05) und Malik Fathi (Hertha BSC) waren die Ersten, die Löw zu Nationalspielern machte. Bei seiner gelungenen Premiere als Bundestrainer wechselte er das Duo am 16. August 2006 in Gelsenkirchen beim 3:0-Testspielsieg gegen Schweden zur Pause ein. Der heutige Leverkusener Friedrich durfte noch acht Länderspiele hinzufügen, für den heutigen Mainzer Bundesligaprofi Fathi war nach Einsatz Nummer zwei Schluss.

Schnell wieder raus aus dem Elitekreise waren auch andere wie Jan Schlaudraff, Alexander Madlung, Roberto Hilbert, Gonzalo Castro, Christian Pander, Jermaine Jones, Marcel Schäfer, Andreas Beck, Christian Gentner oder Aaron Hunt. Von den ersten 20 Löw-Neulingen stehen überhaupt nur noch drei im aktuellen Aufgebot: Bayern-Torjäger Mario Gomez, Leverkusens Kapitän Simon Rolfes und der Bremer Keeper Tim Wiese.

Die folgende Generation um Mesut Özil (23) ist längst dabei, die Nationalelf zu erobern. Sie will mit den wenigen Anführern aus Vor-Löw-Zeiten wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose, Podolski und Mertesacker endlich wieder einen Titel holen.

Manuel Neuer (25), Thomas Müller (22), Toni Kroos (21), Holger Badstuber (22), Jérome Boateng (23), Mats Hummels (23), Sami Khedira (24), Marco Reus (22), André Schürrle (20), die Bender-Zwillinge (22) und Teenager Mario Götze (19) gehört die Zukunft. Immer mehr Junge drängen immer schneller ins Nationalteam. Ü 30-Spieler wie Ballack, Frings, Lehmann mussten weichen - nur der ewige Torjäger Klose (33) noch nicht.

Löw spricht von einem Wandel: «Ich sehe, dass eine Generation von jüngeren Spielern kommt, die in ihrer Persönlichkeit schon relativ weit sind. Sie sind gut vorbereitet auf ihre Profikarriere, können gut umgehen mit Siegen und Niederlagen. Sie sind ehrgeizig, zielstrebig, aber auch bescheiden. Sie kennen ihren Weg besser als die Spieler noch vor einigen oder vielen Jahren.» Da wirkt ein Spielertyp wie der Hamburger Heiko Westermann, der immerhin 24 Mal unter Löw zum Einsatz kam und noch zu Beginn der EM-Qualifikation dabei war, schon fast wie aus einer anderen Zeit.

dpa

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