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Sportmix Deutschland - Türkei: Wer zieht im Mittelfeld die Fäden?
Sportbuzzer Sportmix Deutschland - Türkei: Wer zieht im Mittelfeld die Fäden?
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10:38 08.10.2010
Von Stefan Knopf
Auf ihn sind die Blicke gerichtet. Die der deutschen und türkischen Fans: Mesut Özil.
Auf ihn sind die Blicke gerichtet. Die der deutschen und türkischen Fans: Mesut Özil. Quelle: afp
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Es ist eine spannende Frage, wer am Freitagabend im Berliner Olympiastadion gefühltes Heimrecht haben wird: die deutsche Nationalmannschaft, wie es der Spielplan des europäischen Verbandes UEFA offiziell aussagt, oder doch das türkische Team, das von mindestens 30 000 Fans angefeuert werden wird, so lauten die Schätzungen des Deutschen Fußball-Bundes. „Wir werden uns darauf einstellen, dass wir die Unterstützung für die türkische Mannschaft spüren werden“, sagt Joachim Löw, „wir freuen uns auf die tolle Atmosphäre.“

Vielleicht sollte man es einfach als gutes Zeichen nehmen, dass sich der Bundestrainer vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel gegen die Türken noch freuen kann. Immerhin gab es zuletzt nur wenige erfreuliche Erkenntnisse für den Chefcoach; da hätte es auch einem Daueroptimisten wie Löw gerne mal die Stimmung verhageln dürfen. Als käme der Zeitpunkt für die Krise der Nationalspieler vom FC Bayern München nicht schon unpassend genug, die auch in Löws Plänen eine zentrale Rolle spielen, fällt mit Schweinsteiger auch noch die zentrale Figur im Mittelfeld der Mannschaft aus. Also muss der Bundestrainer wieder einmal das tun, wozu er schon so oft gezwungen wurde: Er muss improvisieren, und dafür hat er drei Varianten im Kopf.

Die unwahrscheinlichste dürfte sein, dass Toni Kroos an der Seite von Sami Khedira spielt. Der Münchener ist eher eine Notlösung auf der Position. Wahrscheinlicher ist der Einsatz von Christian Träsch, der mit Khedira noch beim VfB Stuttgart zusammen gespielt hat, wovon sich Löw eine gewisse Abstimmung und Harmonie versprechen dürfte. Zudem denkt der Bundestrainer darüber nach, Thomas Müller ins zentrale Mittelfeld zu versetzen, der diese Rolle auch schon einmal in München gespielt hat. „Er ist ein etwas offensiverer Spieler als die anderen beiden, aber auch torgefährlicher, weil er das Näschen hat, dort aufzutauchen, wo ihn niemand erwartet“, sagt Löw.

Auch hinten links in der Viererkette wird es nach dem Ausfall von Marcell Jansen eine Verlegenheitslösung geben, weil sich Löw auf Philipp Lahm als Rechtsverteidiger festgelegt hat. Für die andere Außenposition kommen Jerome Boateng, der bei der WM dort verteidigt hat, und Heiko Westermann infrage, der beim 1:0-Sieg in Belgien bereits hinten links ausgeholfen hatte. Geklärt ist die Besetzung der Innenverteidigung: Neben Per Mertesacker wird Holger Badstuber von Beginn an spielen.