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Sportmix Der UBC hält Kurs
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21:02 01.04.2012
Von Patrick Hoffmann
1 Stephen Janzen (UBC vorne) wird unter dem Korb gefoult Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Wer in engen Phasen des Spiels wissen möchte, wie es um den UBC Hannover bestellt ist, der muss Stephen Janzen ins Gesicht schauen. Wenn Janzen gut drauf ist, und wenn er von seinen Mitspielern häufig in Szene gesetzt wird, dann verfärbt sich die Nase in seinem ansonsten eher blassen Gesicht in ein leuchtendes Rot. Der Flügelspieler des hannoverschen Basketball-Drittligisten sieht dann immer ein bisschen erschöpft aus, aber das ist natürlich nur ein Trick. Tatsächlich signalisiert die rote Nase: Jungs, gebt mir den Ball, ich bin heiß!

Am Sonnabend, im ersten Spiel der Play-off-Viertelfinalserie gegen den SC Vechta, hatte Janzen dieses Signal wieder einmal überdeutlich an seine Kollegen gesendet, und die hatten es glücklicherweise früh erkannt. Also spielten die Hannoveraner ihren Fachmann für Würfe aus der Distanz in schöner Regelmäßigkeit frei, und in gleicher schöner Regelmäßigkeit versenkte Janzen seine Versuche im gegnerischen Korb. Der Kanadier mit deutschem Pass machte 24 Punkte und führte den UBC so zu einem 74:65-Sieg gegen Vechta.

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„Das hat heute richtig Spaß gemacht“, sagte Janzen kurz nach Spielschluss, seine glühende Nase halb hinter einem Handtuch verdeckt. Er meinte eigentlich die Stimmung in der mit 1052 Zuschauern beinahe übervollen Universitätssporthalle Am Moritzwinkel. Aber so ein bisschen dürfte er auch den Spielverlauf gemeint haben, denn der kam einem wie ihm ganz besonders entgegen. „Vechta ist unter dem Korb unglaublich stark gewesen“, sagte Janzen. Und unglaublich groß. Marcus Smallwood (200 Zentimeter), Andrew Rudowitz (198 Zentimeter), Bill Goehrke (198 Zentimeter) und Benjamin Fumey (203 Zentimeter) stellten sich praktisch jedem Angriff der Hannoveraner in den Weg und versperrten so den Weg zum Korb. „Wir mussten 40 Minuten lang für jeden Wurfversuch hart kämpfen“, sagte Hannovers Trainer Michael Mai. In solchen Spielen sind dann die Distanzschützen gefragt, und beim UBC ist das eben Janzen. Vier seiner acht Drei-Punkte-Würfe fanden gegen Vechta den Weg ins Ziel, dazu eine ganze Menge Bälle aus der Mitteldistanz.

Vor allem im 3. und 4. Viertel hatte der UBC das richtige Mittel gegen die großen, aber technisch limitierten Basketballer des SC Vechta gefunden: Mit schnellen Pässen kreierte der UBC viele gute Wurfmöglichkeiten und konzentrierte sich in der Abwehr auf die Verteidigung unter dem Korb. So waren die Gäste gezwungen, häufig von jenseits der Drei-Punkte-Linie zu werfen. Mit zwei verwandelten Würfen bei 19 Versuchen nicht gerade eine Stärke des selbst ernannten Aufstiegsfavoriten.

So war die intensive Partie Mitte des 4. Viertel praktisch entschieden, auch wenn das Spiel lange Zeit viel enger war, als es das Ergebnis ausdrückte. „Das war heute nicht einfach“, sagte Janzen und blickte bereits auf das 2. Spiel kommenden Sonnabend in Vechta. „Ich kann es gar nicht erwarten“, sagte er, „das wird eine lange Woche.“ Seine Nase war da schon wieder ein bisschen blasser. Dafür funkelten die Augen.

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