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Sportmix Das Tor zur WM: Klose löst Fahrkarte nach Südafrika
Sportbuzzer Sportmix Das Tor zur WM: Klose löst Fahrkarte nach Südafrika
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22:22 11.10.2009
Von Stefan Knopf
Mit seinem Treffer sichert Miroslav Klose nach Vorarbeit von Mesut Özil (rechts) den Sieg gegen Russland und die Fahrkarte nach Südafrika.
Mit seinem Treffer sichert Miroslav Klose nach Vorarbeit von Mesut Özil (rechts) den Sieg gegen Russland und die Fahrkarte nach Südafrika. Quelle: ddp
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Dann erst hoben sie zögerlich die Arme und bejubelten den 1:0-Sieg in Moskau und die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Südafrika im nächsten Sommer. So fehlte zwar der feierliche Tusch zum Schluss, den die Partie durchaus verdient gehabt hätte, doch das war auch schon der einzige kleine Schönheitsfehler an diesem Abend.

„Wir waren nervenstark, haben an uns geglaubt und diszipliniert gespielt“, sagte Kapitän Michael Ballack – aber da war noch mehr. Mit der besten Leistung seit dem Hinspiel gegen Russland fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor hat die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw den nötigen Sieg in Moskau geholt; in einer Partie, die alles bot: Leidenschaft, Dramatik, einen Platzverweis und ein toll herausgespieltes Tor. Ließe sich ein Fußballspiel aufmalen, Löws Bild hätte vermutlich genau so ausgesehen wie der Auftritt seiner Elf gegen Russland. „Die Mannschaft hat sehr, sehr diszipliniert gespielt“, sagte der Bundestrainer zufrieden. „Wir wollten nicht auf Unentschieden spielen, sondern jede Chance nutzen, um das Spiel zu gewinnen.“ Nach einer Abtastphase suchte Löws Elf mutig diese Chancen durch schnelle Kombinationen nach vorne; der gelungene Doppelpass zwischen Mesut Özil und Lukas Podolski, der in der 35. Minute zum 1:0 durch Miroslav Klose führte, war ein Beispiel für Fußball, wie der Bundestrainer ihn sich vorstellt.

Den geforderten Mut hatte Löw auch selbst mit seiner Aufstellung demonstriert, indem er überraschend den Debütanten Jerome Boateng nach rechts in die Abwehr beorderte. Nicht jeder Trainer hätte es gewagt, einen 21 Jahre alten Spieler in einer so wichtigen Begegnung in die Startelf zu stellen – und dann wäre der Hamburger beinahe zur tragischen Figur geworden, als er in der 69. Minute den schnellen Wladimir Bystrow wiederholt ungestüm foulte und mit Gelb-Rot vom Feld flog. Dass dieser Platzverweis mitten in die Drangphase der Russen fiel, schmerzte umso mehr. „In den letzten 20 Minuten war es sehr hart“, räumte Philipp Lahm ein, „Russland hat fast mit fünf Stürmern gespielt, aber wir haben gut dagegengehalten.“

Andere Mannschaften wären in dieser Phase vermutlich eingeknickt, doch die deutschen Spieler strahlten ein geradezu verblüffendes und beeindruckendes Selbstvertrauen aus – so als könne sie an diesem Abend nichts und niemand vom Weg nach Südafrika abbringen. „Wir haben die ganze Woche darauf hingearbeitet, dass wir dieses Selbstbewusstsein ausstrahlen“, sagte Löw. So stemmte sich das Team in der Schlussphase gemeinsam in Unterzahl gegen die „Wand, die anrollte“, wie es der eingewechselte Arne Friedrich formulierte, und fand selbst dabei noch die Kraft, sich Chancen zu erspielen. Doch Ballack verfehlte das Tor von Igor Akinfejew zweimal knapp (75., 86.).

Zudem konnte sich die Mannschaft in den entscheidenden Momenten dieses Spiels auf Torwart Rene Adler verlassen, der prima gegen Bystrow (30.) und Andrej Arschawin (53., 56.) reagierte, und sie hatte das nötige Glück, als Schiedsrichter Busacca nach einer Attacke von Friedrich gegen Bystrow eine Minute vor Schluss keinen Elfmeter pfiff.

„Wir hatten die Hand am Ticket und wollten das nutzen“, sagte Löw. Das ist gelungen. Der Startschuss für Südafrika fiel bei einer kleinen Feier am Abend – und den registrierte jeder.

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