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Sportmix Cheftrainer-Entscheidung naht - Zufriedene EM-Bilanz
Sportbuzzer Sportmix Cheftrainer-Entscheidung naht - Zufriedene EM-Bilanz
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14:41 15.08.2010
Sportdirektor Lutz Buschkow
Sportdirektor Lutz Buschkow Quelle: dpa
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Das Ringen um Macht und Einfluss im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) geht dem Ende entgegen. Der DSV wird in seiner Präsidiumssitzung am 3. September über die Besetzung des Schwimm-Cheftrainers beraten. Das kündigte Sportdirektor Lutz Buschkow am Sonntag in Budapest an. Bundestrainer Dirk Lange brennt schon länger auf die von ihm erwartete Beförderung: „Das Schiff, auf dem wir uns bewegen, muss einen Kapitän haben.“ Doch die Entscheidung, ihn mit mehr Kompetenzen auszustatten, wurde immer wieder verschoben.

„Herr Buschkow“, wie Lange den Sportdirektor nennt und auch so die Distanz zwischen den beiden Alphamännchen im Verband demonstriert, hatte es nicht eilig mit der Entscheidung. „Es gibt eine Vorstellung, die ich habe. Offen gesagt, halte ich sehr viel von dem Kompetenz- Team“, sagt Buschkow. Auffallend oft lobt er das „Kompetenz-Team“ im Schwimmen, das ohne einen Chef auskommt.

Seit Langes Amtsantritt im November 2008 vermittelt der Sportdirektor nicht den Eindruck, Macht abgeben zu wollen. Im Gegenteil, er wird bis 2012 in Personal-Union seinen bisherigen Posten als Wassersprung-Cheftrainer behalten. „Wir haben keinen geeigneten Kandidaten gefunden“, sagt er selbstbewusst und verweist fast schon genüsslich darauf, dass er in der Verbandszentrale in Kassel entlastet werde und so 80 Prozent seiner Arbeitskraft dem Schwimmen widmen könne.

„Das Abschneiden bei der EM hat keinen Einfluss auf die Besetzung. Keiner wird abgeschossen, wenn wir acht von elf Medaillen holen“, ließ Buschkow die deutsche Schwimm-Familie vor den letzten zehn EM- Entscheidungen wissen. Mit bislang 17 von 21 geforderten Medaillen zog der DSV eine zufriedene vorläufige Bilanz. “„Unsere Sportler haben einen sehr positiven Eindruck hinterlassen“, sagte Buschkow.

„Ich sehe uns auf dem Sprung und würde uns an Position drei bis vier in Europa einschätzen, mit extrem gutem Potenzial nach oben“, resümiert Lange. Er bemühte sich bei der Abschluss-Pressekonferenz des DSV, den andauernden Eindruck eines zerrütteten Verhältnisses zum Sportdirektor zu zerstreuen. „Es gibt kein Auseinanderdriften zwischen der Teamleitung und Herrn Buschkow. Eiszeit ist bei weitem überzogen. Da, wo es keine Diskussion gibt, herrscht Stillstand“, sagte er, nicht ohne zu betonen, dass ihm im In- und Ausland „gute Arbeit attestiert“ werde.

Buschkow hatte gegen Langes Willen Jan Wolfgarten ohne den eigentlich vereinbarten Leistungstest über 800 Meter Freistil starten lassen. „Das Verhältnis zwischen Herrn Buschkow und mir ist nicht abhängig von einem einzelnen Athleten“, gibt sich der überstimmte Lange nach außen hin gelassen. In den Urlaub fahren würden die beiden aber nicht, gibt der ehemalige südafrikanische Cheftrainer zu - und kann sich ein beinahe süffisantes Lächeln nicht verkneifen: „Wir kommen ja aus unterschiedlichen Welten.“

dpa

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