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Sportmix Betrug auf breiter Front im Fußball-Wettskandal
Sportbuzzer Sportmix Betrug auf breiter Front im Fußball-Wettskandal
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15:52 22.11.2009
Im größten Wettskandal der europäischen Fußballgeschichte sind weitere Details des Ausmaßes bekannt geworden. Quelle: ddp

Angeblich haben die Wettbetrüger auch einen Schiedsrichter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bestochen. Zudem sollen drei Spieler des VfL Osnabrück in die Affäre verstrickt sein, von denen zwei inzwischen bei anderen Vereinen spielen. Nach Bekanntwerden des Skandals forderte DFB-Präsident Theo Zwanziger am Wochenende harte Strafen für die Nutznießer des Betrugs.

Der angeblich bestochene Schiedsrichter soll im Mai Schmiergeld von den mutmaßlichen Wettbetrügern kassiert haben, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete. Das Geld sei bei einem Spiel der Regionalliga Süd geflossen.

Zudem sei der Regionalliga-Club SSV Ulm 1846 offenbar stärker als bislang bekannt in den Wettskandal verwickelt. Nach Informationen des „Spiegel“ stehen vier Regionalligaspiele des baden-württembergischen Traditionsvereins vom Ende der vergangenen Saison unter Manipulationsverdacht.

Bei den Drahtziehern des Wettskandals soll es sich laut „Berliner Morgenpost“ um eine fünfköpfige Gruppe aus Berlin handeln. Zu dieser gehörten neben dem einschlägig bekannten und inzwischen in Untersuchungshaft sitzenden Ante S. vier weitere Berliner südosteuropäischer und türkischer Herkunft, hieß es unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Nach WDR-Informationen wurde auch ein 30-jähriger Mann aus dem nordrhein-westfälischen Herten als mutmaßliches Bandenmitglied festgenommen. Ein Ermittler sagte der „Berliner Morgenpost“ zum Ausmaß der betrügerischen Wetteinsätze: „Wir stehen noch ganz am Anfang, und es würde mich nicht wundern, wenn am Ende schwindelerregende Summen herauskommen.“

Die Staatsanwaltschaft Bochum geht bislang davon aus, dass die Wettbetrüger in mehreren europäischen Ländern mindestens 200 Spiele manipuliert haben, darunter 32 Partien in Deutschland. In Deutschland wurden 15 Verdächtige festgenommen, darunter ein Spieler des Landesligisten FC Würzburger Kickers.

Im Fokus der Ermittler stehen nach Informationen von „Welt Online“ auch zwei ehemalige und ein aktueller Spieler des Drittligisten VfL Osnabrück. Das Haus eines der Verdächtigen sei durchsucht worden. Osnabrück war in der vergangenen Saison aus der 2. Bundesliga abgestiegen.

DFB-Präsident Zwanziger forderte Gefängnisstrafen wie schon beim Skandal um den betrügerischen Schiedsrichter Robert Hoyzer. Gegebenenfalls müsse auch das nach dem Fall Hoyzer eingeführte Frühwarnsystem verbessert werden. Allerdings spielte sich der Skandal nach seiner Einschätzung „in erster Linie auf internationaler Ebene“ ab. In den anderen Ländern seien im Gegensatz zu Deutschland auch Spitzenligen betroffen.

Ligaverbandspräsident Reinhard Rauball kritisierte die Informationspolitik der Staatsanwaltschaft Bochum. „Wir sind nicht ganz glücklich damit, dass die Betroffenen nicht eingeweiht wurden. Wir sind erst aus der Pressekonferenz heraus informiert worden“, sagte der Präsident von Borussia Dortmund. „Wir hätten gerne bei der Aufklärung mitgewirkt.“

Das geltende Strafrecht ist nach Ansicht von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ausreichend, um Manipulationen und Betrugsvorwürfe im Sport zu ahnden. Dies hätten die Verurteilungen im Wettskandal 2005 gezeigt.

Die Vorsitzende der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International Deutschland, Sylvia Schenk, forderte eine bessere Kooperation der Fußballverbände über Landesgrenzen hinweg. Insbesondere in Osteuropa gebe es bei der internen Korruptionsbekämpfung noch Nachholbedarf.

Der Chefredakteur der Fußballzeitschrift “11 Freunde“, Philipp Köster, stellte in Frage, ob das Frühwarnsystem in seiner jetzigen Form sinnvoll ist. Neue „Live-Wetten“, die während eines laufenden Spiels abgeschlossen würden, seien für die UEFA sehr schwer zu kontrollieren.

ddp

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