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Sportmix 3:0 - Deutschland zaubert Holland weg
Sportbuzzer Sportmix 3:0 - Deutschland zaubert Holland weg
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23:23 15.11.2011
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VON ANDREAS WILLEKE

HAMBURG. Bei einem Klassiker kann ein klassischer Musikant nicht schaden. Stargeiger David Garrett spielte gestern erstmals die neu arrangierten Hymnen, nicht immer synchron zum Gesang der Fans. War aber mal was Neues, und besonders schön: Man konnte sich fragen, wer denn wohl wem was geigen würde bei diesem ultimativen EM-Test?

Der EM-Favorit Deutschland gegen WM-Finalist Holland – das letzte Spiel unserer Mannschaft im Jahr 2011 war ein richtig gutes. Miroslav Klose schoss schon gefährlich aufs Tor, da war die erste Minute noch nicht zu Ende gespielt. Die Holländer fielen gleich vor allem durch hartes Einsteigen auf.

Die besondere Note brachten aber unsere Offensiven ins Spiel. Wenn es schnell und direkt aufs holländische Tor zuging, war es immer sofort gefährlich. Wunderbar schon das erste Tor. Toni Kroos flankte von links, Klose legte direkt auf Thomas Müller, der sofort einschoss (15.). Dieses technisch perfekte Kombinationsspiel brachte auch das 2:0. Müller legte auf Mesut Özil, der mit rechts direkt auf den Kopf von Klose flankte – der 33-Jährige köpfte aus elf Metern unhaltbar ein (26.). Jogi Löw huschte da schon ein Lächeln über das Gesicht – so sehen Sieger aus.

Das Lob der Italiener aus den vergangenen Wochen für Klose war zudem nicht übertrieben, der Römer ist tatsächlich in Topform. Der auch nicht so schlechte Mario Gomez saß auf der Bank – wenn beide ihre gute Form bis zur EM halten, wird die Entscheidung schwer, wer als einzige Spitze stürmen darf.

Der Bundestrainer hatte auf Taktikexperimente wie beim wilden 3:3 in der Ukraine verzichtet und ließ im gewohnten Erfolgssystem und mit seiner bestmöglichen Mannschaft spielen. Nur der sich in München ausruhende Philipp Lahm und der verletzte Bastian Schweinsteiger fehlten Wie selbstbewusst die jungen Wilden um den alten Klose sind, zeigte die Szene aus der 60. Minute. Lukas Podolski flankte über 30 Meter, Müller nahm den Ball aus 18 Metern direkt. Der Ball flog drüber, war trotzdem sehenswert. Für gute Unterhaltung blieben allein die Deutschen zuständig, von den Holländern kam wenig.

Und dann wurde es bitter für unsere Nachbarn. Nach erneut tollem Direktspiel und Doppelpass mit Klose schob Özil zum 3:0 ein (66.). So leicht, so schön – diese Mannschaft scheint nicht zu stoppen zu sein. Jedenfalls nicht von diesen im Vergleich schwachen Holländern. Folgerichtig sangen die Fans so laut wie lange nicht den Klassiker „Oh, wie ist das schön, so was haben wir lange nicht gesehen“.
Jogis Team hat den Holländern was gegeigt, und nun lässt es sich nicht mehr verheimlichen: Wenn das Konzert der Großen in Europas Fußball im nächsten Jahr in Polen und der Ukraine beginnt, ist es neben Spanien der große EM-Favorit.