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Sportmix Regional „Gas geben, Tempo machen – genial“
Sportbuzzer Sportmix Regional „Gas geben, Tempo machen – genial“
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16:46 07.06.2018
Treffsicher: Seelzes Spielertrainer Vygandas Zilius ist Ausnahmetalent und erfolgreicher Torschütze beim MSC. Quelle: Fotos: Wehrbein
Motoball

„Dass es knapp wird, hatten wir schon auf dem Schirm. Umso schöner, dass wir diese Partie gewonnen haben.“ Die Freude über den Derbysieg in der Bundesliga Nord klingt bei Dovydas Zilius auch Tage später noch nach. Vier Tore hat der überragende Akteur des 1. MSC Seelze zum 8:6-Heimerfolg seines Teams gegen den MSC Pattensen beigesteuert. Sein jüngerer Bruder, Spielertrainer Vygandas Zilius, gleichsam ein Ausnahmetalent, traf ebenso häufig ins Schwarze. Das Team vom Kanal fährt auch diese Saison in der Liga vorneweg – wie schon in den vergangenen Jahren. Garanten des Erfolgs sind zweifellos die Zilius-Brüder.

Sie haben den Motoball quasi in den Genen. Vater Edmudas Zilius war mehr als 20 Jahre Motoball-Profi in seiner Heimat in Litauen, er zählte zu den Besten und spielte lange für die Nationalmannschaft. Bis es den geschwindigkeitsliebenden Spitzensportler nach Seelze verschlug. Die MSC-Urgesteine Clemens Wiechoczek und Karl-Friedrich Schröder lotsten ihn 1997 samt Familie zum Club an der Klöcknerstraße, wo er als Spielertrainer agierte. Seither ist der Namen Zilius untrennbar mit dem MSC Seelze verbunden. Dovydas Zilius stieg mit elf Jahren ins Training ein, Vygandas sattelte bereits als Sechsjähriger auf. „Motoball ist für uns der beste Sport der Welt“, betonen beide einmütig.

Auf bis zu 80 Stundenkilometer beschleunigen die Feldspieler, jagen übers Feld vom Steilpass zur nächsten Quervorlage, neben sich den übergroßen Ball. „Das ist ein klasse Gefühl. Gas geben, Tempo machen, den Gegner hinter sich lassen – genial“, schildert Dovydas. Vier Männer auf ihren Spezial-Maschinen, nur der Torwart ist ohne Motorrad im Einsatz. Motoball gilt als die schnellste Mannschaftssportart der Welt.

Fußball auf Motorrädern, mit einem großen Unterschied auch abseits des Platzes. Mancher Fußballer in der Kreisklasse kassiert ein Handgeld, von den Gehältern in höheren Ligen ganz zu schweigen. Beim Motoball undenkbar. „Natürlich wäre es toll, wenn wir mit unserem Sport Geld verdienen könnten“, sagt Dovydas. „Aber wir müssen eher noch drauflegen. Doch es geht uns nicht ums Geld, sondern ums Herzblut.“

Vygandas Zilius ist 2013 und 2015 mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister geworden. Eine Prämie gab es nicht. Dafür Glücksgefühle ohne Ende und unvergessliche Erinnerungen. Auch Dovydas war bei einer EM im Trikot des litauischen Nationalteams international unterwegs. Zudem hat er eine EM-Vorbereitung der deutschen Auswahl mitgemacht.

Aktuell konzentrieren sich die Brüder ausschließlich auf den MSC Seelze, da gibt es genug zu tun. Vor Saisonbeginn wurde der Platz neu angelegt, Vygandas und Dovydas erledigten einen Großteil der Arbeiten eigenhändig. Das Schrauben an den Maschinen, eigenes Training, Jugendtraining, Spiele: das volle Programm. Die Motoball-Leidenschaft im Hause Zilius hat nie nachgelassen, im Gegenteil, sie scheint weiter zu wachsen.

Und sie sind immer noch siegeshungrig. Dovydas nennt es „erfolgsgeil“. Sogar mehr denn je. „Ein Sieg ist toll, aber am Ende ganz oben zu stehen und den Titel zu holen: Das ist das Beste überhaupt. Wenn du das einmal erlebt hast, willst du dieses Gefühl immer wieder haben, das ist mit nichts zu vergleichen.“

Drei Nordmeister-Titel in Folge haben die Seelzer eingefahren. Trotz der namhaften Abgänge im vergangenen Jahr, läuft es auch diese Saison wieder wie geschmiert. Dazu trägt selbstverständlich das gesamte Team bei, mit Torwart Jerome Hahne, Ersatzkeeper Phil Stolte, Stefan Schwarz, Leon Bobbert, Mario Zimmermann, Youngster Nandino Costa und Comebacker Jürgen Freter. Aber den Unterschied, den machen unbestritten die Zilius-Brüder aus. Vater Edmudas fiebert bei jedem Spiel an der Seitenlinie mit. „Er ist schon morgens immer total aufgeregt. Gut, dass er uns damit nicht ansteckt“, schildert Dovydas, dessen Ehefrau Maitie sich ebenfalls beim MSC engagiert. Dass Töchterchen Daiva munter über das Sportgelände krabbelt und lieber mit der Werkzeugkiste als mit Stofftieren spielt – wen wundert‘s?

Von Nicola Wehrbein

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