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Sportlerwahl Läufer Haftom Weldaj
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13:19 18.12.2017
Top-Läufer: Pattensens Ausnahmeläufer Haftom Weldaj traniert an den Koldinger Seen.
Top-Läufer: Pattensens Ausnahmeläufer Haftom Weldaj traniert an den Koldinger Seen. Quelle: Lippelt
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Hannover

Was war Ihr Höhepunkt 2017?

Berlin und die norddeutsche Meisterschaft, wo ich gewonnen habe. Da bin ich aus Taktik so gelaufen, dass ich immer erst zurücklag – und am Ende dann habe ich die letzten 200 Meter ge­kämpft.

Sind Sie mit dem Ziel in das Rennen gegangen, zu gewinnen?

Nein, wir (Weldaj und sein Mentor Friedrich Weber; d. Red.) haben uns vorher die Liste angeguckt und gesagt, dass der sechste Platz drin ist. Dann habe ich in der vorletzten Runde den Zweiten eingeholt und auf den letzten zehn Metern dann auch noch den Ersten.

Wieso mussten Sie aus Eritrea fliehen?

2008 nach der Schule wollte ich studieren, doch ich musste zum Militär. Die Verhältnisse in dem Land sind nicht gut. Dann bin ich mit einen paar Leuten los.

Wie verlief die Flucht?

Von Eritrea sind wir nach Äthiopien, weiter in den Sudan und dann Libyen, übers Mittelmeer nach Italien, in die Schweiz und dann nach Deutschland. Hier bin ich seit Anfang 2015.

Wie ist Ihr aktueller Status in Deutschland?

Ich bin erst mal für drei Jahre geduldet, würde aber gerne für immer hier bleiben. Ich habe jetzt auch eine Lehrstelle als Lagerlogistiker und lerne Deutsch.

Wie haben Sie denn Ihren Mentor Frie­drich Weber kennengelernt?

Ich wollte in Pattensen das Sportabzeichen machen, und da hat er mich entdeckt. Vorher bin ich noch nie richtig gelaufen. Seitdem haben wir Kontakt. Er ist für mich ein Vater und ein Opa zugleich (lacht).

Warum laufen Sie so gern?

Laufen ist für mich eine große Hilfe zur Integration hier in Deutschland. Wenn ich nicht laufen würde, hätte ich ja Opa gar nicht kennengelernt (lacht). Aber auch viele andere Leute. Und es macht natürlich viel Spaß.

Wie oft trainieren Sie?

Da ich Probleme mit den Muskeln habe, laufe ich nicht so viel. Vielleicht zwei- bis dreimal pro Woche und bei den Wettkämpfen natürlich.

Welche Ziele haben Sie für 2018?

Wir wollen im nächsten Jahr vermehrt größere Läufe machen. In Belgien und Holland gibt es gute Läufe, aber vor allem der Berlin-Marathon ist ein Ziel.

Gab es denn schon Angebote von anderen Vereinen?

Ja, ich sollte schon für Hannover 96 starten, wurde sogar schon eingekleidet. Da war Friedrich gerade im Urlaub. Aber ich habe mich damit nicht wohlgefühlt und bin lieber in Pattensen geblieben.

Von Timo Gilgen

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