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Sportler des Jahres 2018 Timo Kastening: „Der Wohlfühlfaktor hier ist top“
Sportbuzzer Sportler des Jahres 2018 Timo Kastening: „Der Wohlfühlfaktor hier ist top“
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17:24 11.01.2019
Timo Kastening bekam eine Einladung der Nationalmannschaft. Quelle: Petrow

Timo Kastening, nach sieben Pleiten in Folge – gewinnen die Recken überhaupt noch mal ein Ligaspiel?

Es läuft schlecht in der Liga. Das ist Fakt. Aber so schlecht, wie es sich gerade anfühlt, sind wir nicht. Das ist wichtig festzuhalten, gerade wenn man jetzt schon wieder Stimmen hört, es sei dasselbe wie vor zwei Jahren, als wir gar kein Spiel mehr gewonnen haben. Nein, wir sind nicht chancenlos. Es sind Kleinigkeiten. Und an denen müssen wir arbeiten. Ich glaube, es wird der Mannschaft guttun, wenn wir in der Pause jetzt alle ein bisschen Abstand voneinander gewinnen und man sich ein, zwei Wochen nicht sieht.

Man hat das Gefühl, dass die Recken sich im EHF-Cup und im Pokal ein bisschen mehr anstrengen als in der Liga.

Das kann ich definitiv verstehen. Weil es für Außenstehende so wirken kann. Richtig ist, dass in ­K.-o.-Spie­len die Atmosphäre ja noch mal viel intensiver ist. Auch jeder Zuschauer geht 10 Prozent mehr aus dem Deckel. Das ist normal für diese Spiele. Die Bayern zeichnet im Fußball seit Jahren aus, dass sie zu Topspielen noch mal 10 Prozent drauflegen können. Sie haben so ein hohes Grundniveau, dass sie es in der Liga auch mit den normalen Prozent schaffen, Spiele zu gewinnen. Unsere normalen Prozent reichen eben nicht, gerade gleichstarke Teams auswärts zu schlagen. Was unsere Mentalität betrifft, müssen wir eine Schippe drauflegen, mehr Galligkeit zeigen. Den Kampf annehmen, um den Gegner zu zerstören. Wir müssen widerlicher werden. Handball spielen können wir alle. Aber dreckiger zu werden ist eine unserer Hauptaufgaben.

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Für Sie selbst läuft es gut. Recken-Topschütze, Einladung zur Nationalmannschaft. Wie haben Sie Ihre Entwicklung 2019 gesehen?

Ich bin glücklich darüber, wie es für mich läuft. Weil ich zeigen kann, dass ich ein guter Handballer bin. Auf außen ist man sehr angewiesen auf seine Mitspieler. Man muss angespielt werden, muss im Gegenstoß den Ball bekommen. Und wenn ich die Bälle nicht reinmachen würde, würde ich auch keine mehr bekommen, das ist klar.

Wie war der DHB-Lehrgang?

Sehr positiv. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Es ist eine Bestätigung seiner Leistung, wenn man in den Fokus gerät.

Wer ist der Sportler des Jahres?

Sind Sie enttäuscht, dass die Heim-WM trotzdem ohne Sie stattfindet?

Groetzki, Reichmann oder auch Hornke zeigen seit Jahren ihre Qualität. Die drei stehen zu Recht vornan. Da wäre es kompletter Unfug zu behaupten, ich müsste jetzt bei der WM dabei sein. Aber wenn jemand von denen mal schwächeln sollte, dann möchte ich einer der ersten sein, die in den Kader rutschen.

Rechnen Sie 2019 mit Ihrem ersten ­A-Län­der­spiel­ein­satz?

Ob das 2019 oder 2025 passiert oder gar nicht – ich möchte meine Leistung bringen. Und dann schauen wir, ob es reicht. Einen Zeitraum würde ich mir nie abstecken wollen. Aber trotzdem: Ich will dabei sein. Das steht außer Frage. Die Nationalmannschaft ist ein Ziel von mir, am liebsten natürlich schon 2019. Dafür trainiere ich jeden Tag.

Sie kommen aus Schaumburg, spielen schon seit etlichen Jahren für die Recken in Burgdorf und Hannover. Können Sie sich vorstellen, noch einmal woanders hinzuwechseln?

So lange es sportlich gut läuft, kann ich mir sehr gut vorstellen, hierzubleiben. Die Frage nach Wechselabsichten stellt sich überhaupt nicht. Aber in dem Moment, wo ich merke, dass meine Entwicklung stagniert oder der Verein unzufrieden mit mir ist, ist es auch normal, zu sagen, dass sich die Wege trennen könnten. Und grundsätzlich kann ich mir auch vorstellen, für einen anderen Verein zu spielen. Gerade das Ausland finde ich echt interessant. Ich vergesse aber nicht: Ich durfte all das hier in Hannover bei einem Verein schaffen, den ich seit Jahren kenne. Dazu Familie, Wohnung, Umfeld, Freunde – der Wohlfühlfaktor ist top! Vielleicht ist es auch gerade deswegen umso schöner.

Das ist Timo Kastening

Timo Kastening spielt seit zehn Jahren für die TSV Hannover-Burgdorf. Seit 2013 auch im Profikader in der Bundesliga und damals sogar schon im Europapokal. Der gebürtige Schaumburger teilt sich die Position auf Rechtsaußen seit Jahren mit Torge Johannsen. Diese Saison ist der 23-Jährige mit aktuell 94 Toren bester Reckenschütze und befindet sich damit im Top-10-Bereich der Liga. Als Nachwuchsspieler wurde er Jugend-Europameister 2012, Junioren-Europameister 2014 und gewann Bronze bei der Junioren-WM 2015. Jetzt spielt er sich in den Kreis der A-Nationalmannschaft. Im Sommer hat er seinen Vertrag bei den Recken vorzeitig bis 2021 verlängert.

Sie teilen sich seit Jahren mit Torge Johannsen die Position auf rechts außen. Sind sie noch Konkurrenten nach all der Zeit?

Das Schöne ist, dass Torge und ich mittlerweile Freunde sind. Aber wir sind trotzdem Konkurrenten. Jeder möchte spielen. Das ist doch klar. Aber spielt er, unterstütze ich ihn. Spiele ich, unterstützt er mich. Abseits des Feldes gehen wir auch mal einen Kaffee oder ein Bierchen trinken. Das passt. Torge hat sich schon um mich gekümmert, da habe ich noch gar nicht in der ersten Mannschaft gespielt. Er war einer der wenigen, die sich Jugendspieler angeguckt haben.

Sie sind bei den Recken neben anderen für die Siebenmeter verantwortlich – ohne zuverlässigen Erfolg. Die Trefferquote lässt zu wünschen übrig. Wieso haben die Recken dieses Problem?

Siebenmeter sind einfach Kopfsache. Der einfachste und schwierigste Wurf zugleich. Du brauchst diesen Touch, das gute Gefühl, wenn du zum Strich gehst. Wenn du eiskalt sein musst. Wir haben offenbar das Gefühl dafür verloren, und deswegen will das momentan nicht so richtig flutschen.

So wählen Sie mit!

Telefon: Wenn Sie beispielsweise für Timo Kastening stimmen wollen, wählen Sie 0137/ 9880822 – und die Endziffer 04. Der Anruf kostet aus dem Festnetz der Telekom 50 Cent. Abweichende Preise können für Mobilfunkteilnehmer gelten.

Citipost: Kupon ausschneiden, pro Kategorie jeweils ein Kreuzchen ma­chen, auf eine Postkarte kleben und un­frankiert in einen der 320 blauen Citipost-Briefkästen werfen. Adressiert an: Neue Presse Hannover, Stiftstraße 2, 30159 Hannover.

Deutsche Post: Kupon auf eine frankierte Postkarte aufkleben und an die NP senden (Adresse oben). Wichtig: Nur Originalkupons aus der NP werden gezählt.

Interview: Simon Lange

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