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Sport-Regional Österreich gewinnt in Anderten
Sportbuzzer Sport-Regional Österreich gewinnt in Anderten
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19:56 08.01.2018
Hier feiern die Sieger: Die Lemgoer Jungs gewannen für Österreich.
Hier feiern die Sieger: Die Lemgoer Jungs gewannen für Österreich. Quelle: Petrow
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Hannover

Der Einlauf der Nationen vor dem Endspiel in die Halle am Eisteichweg war der Höhepunkt der Anderter Mini-EM. Zum zehnjährigen Jubiläum des bundesweit einmaligen Turniers für D-Jugendmannschaften hatten sich die Organisatoren Sarah Steffen und Marco Palazzi ein mitreißendes Showprogramm ausgedacht. Die Band Samba Beija Flor aus Celle heizte mit Samba-Rhythmen den 300 Fans ein, die auf der Tribüne die Welle schwappen ließen. Für die 16 Mannschaften hatte Torsten Klewer vom VfL Tegel etwas ganz Besonders vorbereitet. Auf jeder Seite der Halle stellte er vier Flammenprojektoren zu einem Spalier, durch das die Mannschaften einliefen. „Ich habe drei Jahre die Pyrotechnik für die Füchse Berlin gemacht und dachte, für die Kinder wäre es schön, das zu erleben“, erklärte Klewer.

300 Fans feiern den Nachwuchs, Österreich gewinnt.

Es war das i-Tüpfelchen auf eine fantastische Veranstaltung. „Das ist ein Erlebnis, das man nie vergisst“, drückte Leno (12) vom TSV Anderten II die Gefühle der kleinen Handballer aus. Sogar Bundestrainer Christian Prokop fand am Freitag vor dem Länderspiel gegen Island Zeit für eine Videobotschaft: „Wahnsinn, was der TSV auf die Beine stellt.“

Gespielt wurde nach dem Vorbild des Herrenturniers ab Freitag in Kroatien. Im Finale siegte der TBV Lemgo 23:12 gegen den TV Hochdorf (Slowenien). Auch in den anderen Spielen zeigten die Teams hochklassigen Handball. „Erstaunlich, das die Kinder können“, fand Oliver Klein, Jugendtrainer der Hiddestorfer Füchse, dessen Sohn Joris für die Anderter Erste auflief, die nur gegen die eigene Zweitvertretung gewann. Nach dem 11:13 gegen Tegel (Frankreich) rollten bei Karl (12) Tränen. „Diese Erfahrung gehört dazu“, sagte Marco Palazzi, der aus der „großen Enttäuschung“ über den vorletzten Platz keinen Hehl machte: „Es tut mir leid für die Jungs. Für einige war es ein besonderer Druck als Deutschland zu spielen.“

Die Spanier der Anderten Zweiten verloren alle sechs Spiele, „haben aber nie aufgehört zu kämpfen“, lobte Trainer Nikolai Berger. Das 1:19 im letzten Spiel gegen den HC Erlangen (Serbien) bot einen absoluten Gänsehautmoment: Als Nick Podolsky zum 1:16 traf, tobten die Fans, als wäre es der Sieg. Beste hannoversche Mannschaft war der TuS Bothfeld (Schweden) auf Rang sechs. „Beim 4:5 gegen die GIW Meerhandball haben wir knapp das Halbfinale verpasst. Aber ich bin zufrieden“, sagte Trainer Jonas Lange.

Leider gab es auch diesmal einen Aufreger. Die Halle in Bemerode war am Sonnabend zu, erst mit 45 Minuten Verspätung kam der Hausmeister. „Er war von der Stadt nicht informiert“, ärgerte sich Palazzi. Weil alle Eltern anpackten, ging es trotzdem fast pünktlich los.

Strahlende Kinderaugen und die tolle Stimmung an drei Tagen entschädigten auch dafür. Deshalb gibt es 2019 das elfte Turnier – dann wieder als Mini-WM.

Von Uwe Serreck