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Sport-Regional Im Galopp in den Feierabend
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21:58 16.05.2017
Kopf an kopf: Nadelwald (unter Maxim Pecheur) gewinnt das Hauptrennen vor Majestic Hope unter Wladimir Panov.
Kopf an kopf: Nadelwald (unter Maxim Pecheur) gewinnt das Hauptrennen vor Majestic Hope unter Wladimir Panov. Quelle: Petrow
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Langenhagen

Der Präsident des Hannoverschen Rennvereins (HRV) gab die Kleiderordnung vor. „Es ist After-Work-Renntag, da tragen wir keine Krawatte“, sagte Gregor Baum. Der 50-Jährige begrüßte die Besucher auf der Neuen Bult in Langenhagen am Dienstag zwar im Sakko, aber mit geöffnetem Hemdkragen. Damit unterstrich Baum auch optisch das Motto des Renntags der Bauwirtschaft: „Genießen Sie ein paar angenehme Stunden bei uns, entspannen Sie sich von der Arbeit.“ Dazu passend war das milde, trockene Wetter – und der live gespielte Bar-Jazz. Schön chillig.

Entspannt ging es diesmal auch an den Wettschaltern zu. 4600 Galopp-Fans waren bei freiem Einritt gekommen – ein guter Besuch für einen Wochentag. Einen guten Riecher hatten alle, die auf Baum auch als Züchter und Besitzer vertrauten. Der Unternehmer, der mit Ehefrau Julia das Gestüt Brümmerhof in Soltau be­treibt, freute sich gleich über drei Erfolge seiner Pferde. Zum Auftakt setzte sich die dreijährige Debütantin Celebrity mit Oliver Wilson im Sattel im Stutenrennen über 1300 Meter durch. Sie wird auf der Bult von Dominik Moser vorbereitet. Im vierten Rennen lag die ebenfalls dreijährige Djamba (Jockey Andrasch Starke) auf der 1600-Meter-Distanz vorn. Sie wird in Köln von Peter Schiergen trainiert. Im achten Rennen setzte sich schließlich Wild Approach durch. Passend zum Tagesmotto sagte Jockey Wladimir Panov: „Es war ein ganz entspanntes Laufen unterwegs.“ Und Moser lieferte die Erklärung, warum es so gut läuft: „Das ganze Team hat im Winter sehr hart gearbeitet und wird jetzt belohnt.“ Moser bleibt bescheiden: „Das gibt Schwung für die nächsten Rennen, aber man darf nicht erwarten, dass es so weitergeht.“

Im Caplantic-Cup, dem mit 12 000 Euro dotierten Hauptrennen, verpasste ein weiteres Baum-Pferd knapp den Sieg. Majestic Hope, von Moser trainiert, wurde mit Panov Zweite knapp hinter dem niederländischen Gast Nadelwald und dessen Reiter Maxim Pecheur.

Wichtiger als der Sieg war aber für die Galoppsportfreunde, „wieder Gras zu riechen“. So sagte es Renate Gröschel, Frau des Bult-Trainers Hans-Jürgen Gröschel. „Es geht uns gut, wir sind entspannt“, ergänzte ihr Mann. Auch Bult-Kollege Christian Sprengel beobachtete gelassen den Aufgalopp. „Ich habe zwei Debütanten dabei“, sagte er vor dem vierten Rennen, er wolle mal testen, was diese leisten können.

Und testen war das zweite Tagesmotto, deshalb grämten sich Gröschel und Sprengel auch nicht über fehlende Tageserfolge. 109 Pferde waren für zehn Rennen genannt worden, eine gute Resonanz. Das zeugt davon, dass Besitzer und Trainer diesen Renntag schätzen. Sie dürfen dort experimentieren – ganz entspannt.

Von Carsten Schmidt