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Sport-Regional George von Massow – ein Wedemärker auf der Tennis-Tour
Sportbuzzer Sport-Regional George von Massow – ein Wedemärker auf der Tennis-Tour
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15:11 19.07.2017
George von Massow weiß sein privilegiertes Leben als Profi auf der Tennis-Tour zu schätzen. Das ist allerdings nicht immer so gewesen.
George von Massow weiß sein privilegiertes Leben als Profi auf der Tennis-Tour zu schätzen. Das ist allerdings nicht immer so gewesen. Quelle: Schmidt
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Im Moment sprechen alle über Nicolas Kuhn. Der Spanier mit deutschen Wurzeln hat gerade in Braunschweig sein erstes großes Turnier auf der ATP-Challenger-Tour gewonnen. Im Alter von 17 Jahren. Aus der Qualifikation heraus zum Sieg. Kuhn steht jetzt auf Rang 242 der Weltrangliste und gilt als einer der kommenden Stars des internationalen Tennisgeschehens.

Auch George von Massow hat in Braunschweig gespielt. Der 27-Jährige hat sich erfolgreich durch die Qualifikation gespielt und sich darüber sichtlich gefreut. In der ersten Runde des Hauptfeldes verlor von Massow allerdings in zwei Sätzen. Dieser Ablauf wiederholte sich beim Folgeturnier in Scheveningen. Von Massow steht derzeit auf Platz 741 der Weltrangliste. „Ich bin einer der vielen, vielen Spieler in der zweiten Reihe oder im Schatten, wie man so schön sagt“, weiß er. Und das sei schon manchmal arg zäh.

Von Frust, Neid oder gar Motivationslosigkeit ist in diesen klaren Worten aber nichts zu spüren. „Ich liebe mein Leben als Tennisspieler, und ich habe meine Ziele und Pläne für ein Leben nach der Profitour“, stellt der gebürtige Wedemärker klar. „Vielen ist gar nicht klar, was für ein privilegiertes Leben wir führen. Wir reisen, lernen immer neue Menschen und Länder kennen, führen ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben.“ Diese Einstellung habe er natürlich nicht immer gehabt, aber seit etwa drei Jahren weiß er das Leben als Tennisprofi sehr zu schätzen und zu genießen.

Starke Worte, die aber ehrlich und gelassen wirken. Tatsächlich ist von Massow auch in einer Luxussituation – sein Onkel Vincent unterstützt ihn finanziell als Privatsponsor. „Ohne ihn müsste ich so manches Mal sehr genau rechnen, ob ich mir diese oder jene längere Auslandsreise leisten kann“, gibt er zu.

Die engen Familienbande haben auch dazu geführt, dass von Massow inzwischen mit seinem Cousin in Hamburg lebt und für den TC Rot-Weiß Wahlstedt in der Nordliga spielt. „Für mich muss das Team stimmen“, erklärt er. Dass die Spitzenspieler in den Bundes-, Regional- und Nordligen gut bezahlt werden, ist ein wichtiger Nebeneffekt. „Das sind für viele von uns die Basisfinanzierungen der Reisen“, sagt er.

Seit acht Jahren ist von Massow als Tennisprofi unterwegs – und hat wahrlich eine Achterbahnfahrt hinter sich. Als er 2012 ein kleines Weltranglistenturnier in Hannover gewann, kletterte er auf einen Platz um die 600, eine erfolgsfreie Phase ließ ihn jenseits der 1000 fallen. Seit einem Turniersieg 2015 in der Türkei ging es wieder aufwärts. Verschiedene Phasen, die wertvolle Erfahrungen mit sich brachten, die er weitergeben will.

„Ich möchte unbedingt als Trainer im Leistungstennis tätig sein“, skizziert er seine ferneren Zukunftspläne. Den B-Trainerschein, die zweithöchste Lizenz, hat er bereits mit Bravour absolviert, die A-Lizenz soll definitiv folgen. Es klingt alles so, als ob von Massow auch sein Leben nach dem Profidasein schätzen und genießen könnte.

Von Sybille Schmidt