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Hannover Indians Hannovers Indians pleite: „Ein Ende mit Schrecken“
Sportbuzzer Hannover Indians Hannovers Indians pleite: „Ein Ende mit Schrecken“
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17:05 28.02.2013
Von Toni Lieto
EMOTIONAL: Dirk Wroblewski gestern. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Tränen, Trauer, Tragik - das Aus für die Indians! Die Zweitligahauptrunde dürfen sie wohl noch zu Ende spielen, an den Play-offs oder -downs werden sie aber schon nicht mehr teilnehmen. Seit gestern stehen sie als Absteiger fest. Das ist die Folge des schweren Schrittes, den Geschäftsführer Dirk Wroblewski am Vormittag gegangen war: Er stellte beim Amtsgericht den Insolvenzantrag für die EC Hannover Indians GmbH - der Tradi-tionsklub ist zahlungsunfähig.

Und alle sind entsetzt - Fans, Mannschaft und auch Wroblews-ki. Der kämpfte mit den Tränen, als er am Nachmittag in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz von den Hintergründen berichtete, die zum Insolvenzantrag geführt hatten: Die Gesellschafter - neben Wroblewski ist das Berndt Blumenthal - haben sich darauf verständigt, nicht länger Geld zur Verfügung zu stellen. „Es ist ein Ende mit Schrecken“, sagte Wroblewski.

Foto: Petrow

Ein unausweichliches Ende, wenn es nach ihm und Blumenthal geht. „Eine Perspektive ist nicht zu erkennen“, sagte Wroblewski - die sportliche Perspektive meinte er damit allerdings weniger, sondern vielmehr „die infrastrukturellen Bedingungen“. Alle Versuche, mit den Beteiligten am Pferdeturm und darüber hinaus eine schlüssige Perspektive zu erarbeiten, „waren erfolglos“, sagte Wroblewski: „Dazu gehören auch die bestehenden Vertragsverhältnisse.“ Er mache der Stadionbetreiberin Kathrin Müllerchen und der Stadt „keinen konkreten Vorwurf“, betonte der Geschäftsführer, „aber die Rahmenbedingungen sind nicht optimal, um Eishockey in der Form fortzuführen, wie es die Indians bieten“.

Viele Schwierigkeiten bestanden schon damals, als die Gesellschafter im November 2007 die Indians-Organisation aus einer ähnlich schwierigen Lage heraus übernommen hatten. „Aber wir sind zuversichtlich gewesen, die Probleme abbauen zu können“, sagte Wroblewski. Nun aber stünden die Indians an einem ähnlichen Punkt wie einst. „Die Verluste sind nicht minimiert worden, sondern haben sich eher noch erhöht“, gab Wroblewski zu. Der „aktuelle Finanzbedarf liegt bei 300000 Euro“, sagte der Indians-Häuptling. Er machte allen, die sich nun mit Engagement und Geld einbringen könnten, keine Hoffnung: „Wer es probiert, wird automatisch an dieselben Grenzen stoßen wie wir.“ Ein vernichtendes Urteil für den emotionalen Indianer-Kult in Hannover.

Alles aussichtslos? Offenbarnicht, wenn sich Rahmenbedingungen ändern. „Ich bin ge-sprächsbereit“, sagte Wroblewski. Eine Kooperation mit den Scorpions ist bei vielen Fans beider Lager ein utopischer Gedanke, im Sinne des Eishockeys in Hannover müsse man aber auch über derartige Schritte nachdenken, forderte Wroblewski.

Dass die Indians die letztenfünf Spiele der Hauptrunde noch bestreiten, ist wahrscheinlich. Darüber entscheidet in den nächsten Tagen allerdings der noch zu bestimmende Insolvenzverwalter. Die Mannschaft wäre bereit anzutreten - drei Heimspiele stehen zwischen dem 3. und 15. März noch an. Da dürfte es emotional werden am Pferdeturm. Wroblewski erzählte gestern mit stockender Stimme, wie er das Team über den Insolvenzantrag informiert hat: „Das war kein Spaß.“ Aus für die Indians - Tränen, Trauer, Tragik!