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Hannover Indians Die Fans knien sich für die Hannover Indians rein
Sportbuzzer Hannover Indians Die Fans knien sich für die Hannover Indians rein
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10:48 05.03.2013
Von Tim Burchardt
Indians-Trainer Christian Künast Quelle: Florian Petrow
Hannover

Es sei großartig, auf der Straße die Leute mit Trikots, Mützen und Indians-Jacke zu sehen. „Aus den Fenstern hängen die Indians-Fahnen. Sehr beeindruckend“, so Künast.

Viel Herzblut für einen Verein, der mal wieder vor dem Aus steht. Gefühlt ganz Eishockey-Deutschland hat sich seit der Insolvenz-Bekanntgabe mit dem Zweitligisten solidarisiert.Beim Spiel am Sonntag gegen Rosenheim waren Fans aus Selb, Straubing, Nürnberg, Bremerhaven und Crimmitschau am Pferdeturm. Doch das war erst der Anfang, glaubt Künast: „Bei den letzten beiden Heimspielen wird das alles noch viel emotionaler. Aber es ist schon ein komisches Gefühl, denn im Endeffekt spielt man ja für nichts.“

Fotos: Florian Petrow

Sorgen um die Zukunft der Spieler macht sich Künast nicht: „Die haben alle einen Agenten. Die finden alle was. Wir haben viele junge Spieler. Die sind alle begehrt.“ Schon während der Saison habe es Anfragen gegeben: „Doch da konnte ich sagen: Pech gehabt, die haben gerade bei uns verlängert.“ Die Vorzeichen haben sich geändert. Auch deshalb waren am Sonntag Vertreter zahlreicher DEL-Vereine am Pferdeturm. Nun gibts die Indians-Spieler fast geschenkt.

Foto: Petrow

Künast selbst will erst nach der Saison Abstand gewinnen. Zukunftsängste hat er nicht. „Ich bin nicht entspannt, aber ich weiß, was ich kann. Ob zu Saisonbeginn oder später. Da werden Möglichkeiten kommen“, sagt er. Schon zu Indians-Zeiten hat er Angebote anderer Vereine abgelehnt. „Weil hier alles zu passen schien. Wir hatten ein Konzept mit jüngeren Spielern - und hätten das auch durchgezogen“, so Künast.

Deshalb hat ihn die Insolvenz überrascht - und verärgert. „Weil ich schon viel im Eishockey erlebt habe, habe ich Anfang Dezember, als ich bis 2015 verlängert habe, extra nachgefragt: Ist alles in Ordnung, ist alles sicher?“ Als die Verantwortlichen grünes Licht gaben, „habe ich unterschrieben. Hätte ich von den Problemen gewusst, hätte ich nie unterschrieben. Auch vor kurzem, als die Gerüchte wegen der finanziellen Probleme aufkamen, habe ich nachgefragt.“ Wieder bekam Künast dieselbe Antwort: „Alles in Ordnung.“ Anklagen will der Bayer niemanden, „vielleicht hat sich das Blatt auch dramatisch gewendet“.

Aber Künast sagt auch: „Die Mannschaft ist nicht teuer. Vom Etat her liegen wir auf Platz neun oder zehn der Liga. Die Mannschaft zu Oberligazeiten war teurer. Klar, wir spielen nicht für ein Butterbrot. Aber das kann kein Grund für die Insolvenz sein. Das müssen Altlasten sein.“

Auch den Zeitpunkt der Insolvenz versteht Künast nicht: „Warum machen die das nicht nach der Saison, nehmen die Play-offs mit? Ist es so akut, dass nichts mehr bezahlbar ist?“