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Hannover 96 Hannover 96: Frontzeck auf Chefsuche
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22:23 09.07.2015
DER CHEF AUF CHEF-SUCHE: 96-Trainer Michael Frontzeck entwickelt eine neue Hierarchie im Team. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Um 14.30 Uhr, eine Stunde früher als geplant, bittet Michael Frontzeck nach drei freien Tagen wieder zum Training. Damit läutet der Coach „das zweite Drittel der Vorbereitung“ ein, wie er es selbst formuliert. Ab jetzt steht nicht mehr das anstrengende Grundlagen-Training im Vordergrund. „Die langen Läufe nehmen wir aus dem Programm, dafür legen wir bei Kraft- und Schnelligkeitseinheiten zu“, erklärt Frontzeck. „Die Einheiten werden intensiver, und wir versuchen, in den Spielmodus zu kommen.“

Dafür hat 96 viele Testspiele eingeplant - allein fünf (!) bis zum Start des Trainingslagers am 23. Juli. „Das ist deshalb wichtig, weil wir viele Neuzugänge haben. Etablierte Spieler sind gegangen, die Mannschaft wird ein neues Gesicht haben“, kündigt Frontzeck an. Das hat freilich sportliche Auswirkungen: In den nächsten Wochen muss sich eine neue Stammelf finden; eine ohne die abgewanderten Offensivkräfte Lars Stindl, Joselu und Jimmy Briand.

Aber auch die Hierarchie muss sich neu entwickeln. „Einen echten Führungsspieler hatten wir auch in der vergangenen Saison nicht auf dem Platz. Aber Lars Stindl hat mit seiner sportlichen Leistung alle mitgerissen“, sagt 96-Boss Martin Kind, der sich als letzten Neuen noch einen Spieler wünscht, „der auch mal auf dem Feld die Richtung vorgeben kann“.

Sonst ist die Mannschaft führungslos? So dramatisch sieht Frontzeck die Struktur seines Teams beileibe nicht. „Wir hatten ein funktionierendes Grundgerüst. Einige der Spieler sind immer noch bei uns und spielen schon lange für 96“, sagt der Trainer. Er nennt Ron-Robert Zieler, Marcelo, Manuel Schmiedebach, Christian Schulz und Leon Andreasen. Und Frontzeck nimmt weitere Profis in die Pflicht: „Mit seinen Leistungen aus der Rückrunde muss Salif Sané eine Führungsrolle annehmen. Und Oliver Sorg ist ein erfahrener Spieler, der weiß, wie es in der Bundesliga zugeht.“

Wer künftig ganz offiziell Verantwortung tragen soll, entscheidet sich übrigens erst im Trainingslager. Frontzeck: „Da werde ich mit den Spielern über die Kapitänsfrage und den Mannschaftsrat sprechen.“ Neben Stindl fehlt da nun auch Jan Schlaudraff. Zieler, Andreasen und Schulz sind aus dem alten Gremium übrig geblieben.

Sieben Chefs für Frontzeck - in der Hierarchie-Frage sieht der Trainer sein Team schon gut entwickelt: „Wir haben einen ausgewogenen Kader und bei der Zusammenstellung sehr auf die Mentalität der Spieler geachtet.“

Bestätigt sah sich der Coach beim Testturnier in Polen. Da drehten seine Jungs beide Spiele kurz vor Schluss. „Das ist ein Charakterzug, den ich sehen will. Dass man immer will und bis zum Schluss dran bleibt, muss die Grundlage für alles andere sein“, sagt Frontzeck, der heute ganz auf seine Spieler achtet. Zum Lindenberg-Konzert geht er nämlich nicht: „Ein toller Künstler, aber das Konzert steht nicht auf meiner Liste.“

Robert Schreier