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Hannover 96 Fromlowitz will bei 96 "in Führungsrolle wachsen"
Sportbuzzer Hannover 96 Fromlowitz will bei 96 "in Führungsrolle wachsen"
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11:00 18.11.2010
ER MACHT SICH LANG: Florian Fromlowitz am Mittwoch beim 96-Training. Quelle: zur Nieden
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VON THORSTEN LANGENBAHN

Florian Fromlowitz, Sie haben "Vamos Flo" auf Ihren Handschuhen stehen. Hat Ihre Frau Helene das draufgestickt?

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Nein, die hat damit nichts zu tun. Das stammt von meinem Vorbild in einem anderen Sportbereich, demTennisspieler Rafael Nadal, der nach wichtigen Punkten oft ,Vamos Rafa’ ruft. Das heißt auf Spanisch so viel wie "Auf gehts", "Super" oder "Gib Gas". Ich habe das dann spontan mit meinem Handschuhausrüster Uhlsport abgesprochen. Auf meinen Fußballschuhen stehts auch. Das ist nach Paraden inzwischen ein kleines Motto für mich. Die Jungs feuern mich auch schon mit "Vamos Flo" an.

Vorige Woche hatten Sie ein Gespräch mit der kompletten sportlichen Leitung – die hat Sie auch angefeuert?

Das war ein sehr gutes, positives Gespräch. Es ging darum, dass ich mehr in die Führungsrolle wachsen und Verantwortung übernehmen soll. Das ehrt mich und war ein schöner Fingerzeig. Ich habe bereitwillig zugestimmt.

Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Bleiben Sie auch in Zukunft die unangefochtene Nummer eins bei 96?

Ich muss schauen, wie die Saison weiter verläuft, aber ich fühle mich sehr wohl hier und würde gerne bleiben. Als Stammtorhüter in der Bundesliga mit Hannover erfolgreich zu sein, ist momentan einfach wichtig für mich. Wir wollen uns als Mannschaft weiterentwickeln, um irgendwann den nächsten Schritt zu machen. Da bin ich gerne dabei.

Moritz Stoppelkamp ist zurzeit gerne bei Ihnen. Sind Sie sein persönlicher Taxi-Service?

Ja, ich fahre Stoppel, solange er wegen seiner Bänderverletzung kein Auto fahren kann. Er wohnt nicht weit von uns in Bemerode, und wir verstehen uns gut. Wenn er nicht mehr an Krücken geht, muss er mich mal wieder mitnehmen (lacht). Das beruht auf Gegenseitigkeit.

Wie haben Sie die vergangene Woche mit demTodestag von Robert Enke überstanden?

Natürlich hat man an Robert gedacht, etwa bei der Schweigeminute in der Kabine. Da kamen noch einmal Emotionen hoch. Aber spätestens auf demTrainingsplatz, wir haben ja im Stadion trainiert, war das wieder okay. Ich denke, die Mannschaft hat das gut verkraftet.

Sie haben letzte Saison viel mit Andreas Marlovits als 96-Psychologe gearbeitet. Fehlt er Ihnen?

Wenn es gut läuft (lacht), fehlt er einem nicht so. Letzte Saison habe ich ihn für mich gebraucht. Nach dem 1:5 gegen Bremen ist er zu uns gestoßen – ich würde sagen, genau zur richtigen Zeit. Ich hatte in der Phase selber viele Schwierigkeiten, dem Druck mental standzuhalten. Da hat er viel Ballast von mir genommen.

Haben Sie noch Kontakt zu ihm?

Ja, wir telefonieren ab und zu. Ganz locker, wie gehts, was machste. Das werde ich auf jeden Fall weiter nutzen.

Nach gut einem Drittel der Saison – wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Nach dem Pokal-Aus war es schwer, in die Saison zu gehen. Aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Insgesamt waren es bisher mehr Höhen als Tiefen. Es ist eine angenehme Sache, mal weniger aufs Tor zu bekommen und Erfolge einzufahren. Wir verteidigen besser, stehen höher und greifen den Gegner eher an. Jetzt haben wir uns ein bisschen eingependelt und wollen in diesem Rhythmus fleißig weiter unsere Punkte sammeln.

Wo müssen Sie sich noch verbessern? Bei hohen Bällen?

Verbessern kann man immer etwas. Ich arbeite täglich an allen Sachen. Ich denke nicht, dass hohe Bälle für mich ein spezielles Problem sind. Ich würde das sogar eher zu meinen Stärken zählen.

Welche Stärken sind das, die Sie als Torwart auszeichnen?

Ich bin einer, der viel riskiert, sich nicht versteckt und auch viel mitspielt. So wie gegen Mainz, das ist das beste Beispiel. Das ist eine 50:50-Situation, das kann auch mal in die Hose gehen. Gegen Wolfsburg gings schief. Alles richtig machen kann ich leider noch nicht (lacht).

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