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Hannover 96 Altin Lala kämpft um die Fans
Sportbuzzer Hannover 96 Altin Lala kämpft um die Fans
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00:18 14.12.2014
Von Dirk Tietenberg
LEUCHTENDES BEISPIEL: 96-Fans verabschieden Altin Lala nach seinem letzten Spiel am 5. Mai2012. Die Pyros sehen zwar schön aus, sindaber natürlich verboten. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Für Altin Lala war das Wolfsburg-Spiel ein Schlüsselerlebnis. Nicht wegen der Niederlage, sondern wegen der Stimmung. „Vorher Leverkusen, dann Wolfsburg, die Werksklubs machen die Stimmung in Hannover, das gibts doch nicht“, sagt das 96-Kämpferherz. Der Ärger zwischen Klub und Ultras macht die Stimmung kaputt. Lala würde deshalb sogar als Diplomat zwischen den Fronten agieren - und um die Fans kämpfen.

Lala mag sich nicht offiziell als Vermittler anbieten, betont aber: „Wir müssen das anpacken, wenn es angepackt wird, würde ich auch vermitteln.“ Wie Lala würde auch „Fußballgott“ Carsten Linke helfen. Beim NP-Anstoß riet er: „Beide Seiten sollten ein Stück zurücktreten und sich dann unterhalten.“

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96-Chef Martin bot Gesprächsbereitschaft an. „Die Fans können einen Mediator vorschlagen. Damit habe ich kein Problem“, sagte er in der NP. Zurzeit herrscht Funkstille. Erste Störungen hatte es nach dem Verbot der Fritz-Haarmann-Fahne gegeben, der Draht zwischen Klub und Ultras wurde im Rechtsstreit um die busgebundene Auswärtsfahrt nach Braunschweig gekappt. Seitdem boykottiert die aktive Szene die Unterstützung.

Lala kann sich vorstellen, „dass beide Seiten sagen, hey, war scheiße, jetzt fangen wir nochmal an“. Die Versöhnung ist seine Herzensangelegenheit. Die aktuelle Stimmung macht ihn „traurig“. Er erzählt von den Choreos während der Europa-League-Zeit. „Ich verstehe beide Seiten ein bisschen“, sagt der 39-Jährige, „Martin Kind hat Unglaubliches für den Klub geleistet, aber die Fans sind das Wichtigste im Verein.“

Die Uni Hannover begleitet eine Vermittlung. Lala eignet sich ebenfalls für den Diplomatendienst. Er war 14 Jahre Profi bei 96 und versteht sich gut mit Kind. Die Fanszene akzeptiert ihn: „Ich kenne einige von den Jungs, man kann mit ihnen reden. Carsten (Linke) und ich, wir haben viel mit ihnen geredet.“

Aber wie will der Kämpfer den Streit schlichten? „Keine Seite darf beleidigt sein“, schlägt Lala vor, „ich bin auch ein stolzer Mensch, aber man muss den Stolz beiseitelegen und dieselbe Sprache finden. Beide Seiten wollen doch dasselbe: das Beste für 96.“ Für Lala steht fest: „Man muss etwas machen, so kann es nicht weitergehen.“