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Sportbuzzer Die Recken Recken in Pokal-Ekstase
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22:11 18.10.2017
Dänen-Power: Morten Olsen jubelt mit Top-Torschütze Casper Mortensen (zehn Treffer) auf dem Rücken.
Dänen-Power: Morten Olsen jubelt mit Top-Torschütze Casper Mortensen (zehn Treffer) auf dem Rücken. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Hinten hielt Recken-Torwart Malte Se­misch den Sieg fest. Kurz vor Schluss begannen die Bank-Spieler ein Tänzchen und feixten mit Trainer Carlos Ortega. Die Pokal-Sensation gegen den großen THW Kiel war perfekt. Der Titelverteidiger ist raus, die Recken stehen im Viertelfinale!

Hannover machte da weiter, wo es beim 33:27-Ligaerfolg gegen die Füchse Berlin aufgehört hatte – mit Vollgas-Handball. Schöne Geste in Richtung des dauerverletzten Russen Pavel Atman (fällt wegen einer Fuß-Op lange aus): Die Spieler trugen zum Warmmachen grüne Shirts mit Atman-Namenszug und dem Spruch „Come back stronger!“ – ,Komm stärker zurück!’ Die Motivationsspritze zeigte Eigen-Wirkung: Blitzstart vor 5607 Fans in der Tui-Arena!

2:0 nach nicht einmal einer Minute, 5:0 nach siebeneinhalb Minuten. Vorne trafen die Recken sicher, Landin griff stets daneben. Und hinten hielt vor allem Martin Ziemer den Laden dicht. Der Recken-Schlussmann hatte auf der Anfahrt im Verkehrsstau gesteckt und war erst 70 Minuten vor Anpfiff in der Arena gewesen. Jetzt sorgte er für akuten Tor-Stau bei den Kielern. Auszeit THW – das stachelte die Recken erst richtig an: Traumpass von Morten Olsen in den freien Raum, Häfner musste nur noch abziehen – 6:0. Casper Mortensen erhöhte per Doppelschlag auf 8:0. Der reine Recken-Wahnsinn! „Am An­fang haben wir unglaublich in Abwehr und Angriff ge­spielt“, jubelte auch Ortega. Und: „Unglaublich, dass mein Team so startet!“ Kiel geschockt. Erst in der zwölften Minute schaffte es der Gast, einen Ball in Ziemers Tor unterzubringen – per Siebenmeter. Torge Johannsen fand die passende Antwort und traf zum 9:1. Die heiße Pokal-Party drohte jetzt schon überzukochen.

Ein 5:0-Lauf der Kieler und ein Wechsel im Tor (An­dreas Wolff für Landin) sorgten aber schnell für Abkühlung – und nur noch eine 9:6-Führung. Abschlachten lassen wollte sich Kiel dann doch nicht.

Hannover fing sich und behauptete die Führung. Auch, weil Torwart Ziemer gigantisch fing und Gegenstöße und Siebenmeter nach Belieben entschärfte. Neun Paraden in der ersten Hälfte, fast 50 Prozent gehaltene Bälle – ein Weltklassewert. Mit 13:10 ging es in die Halbzeitpause. Puuh! Einmal durchschnaufen, bitte!

Der Riesen-Vorsprung war dahin, Kiel zurück im Spiel. Der in der Meisterschaft und Champions League überraschend schwache THW stemmte sich gegen den Saison-Super-GAU. Wolff hielt alles – und Nikola Bilyk sorgte in der 38. Minute für den Gleichstand (13:13). Das Spiel kippte. 16 Minuten vor dem Ende führte Kiel mit 17:15. Recken-Trainer Ortega (hatte mittlerweile Malte Se­misch für Ziemer gebracht) nahm die Auszeit – und brachte im Angriff den siebten Feldspieler: „Das war der Schlüssel“, analysierte Ortega. Nach dem 17:17 schwappte die Partie hin und her. Der überragende Mortensen (zehn Tore) traf per Siebenmeter zum 23:22. Dann kam Häfner, dann Semisch. Der Rest war Jubel.

Das Viertelfinale wird am 5. November ausgelost – und die Recken sind dabei!

Von Simon Lange

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