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Reisereporter Zwischen Himmel und Erde
Reisereporter Zwischen Himmel und Erde
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12:24 25.03.2009
Melbourne: Bei gutem Wetter soll der Blick in der Höhe bis zu 40 Kilometer weit reichen. Quelle: srt
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Die Welt von oben betrachten, für ein paar Minuten über den Dingen schweben – eine Fahrt im Riesenrad macht es möglich. Doch mit nostalgischer Jahrmarktstimmung haben heutige Aussichtsräder nicht mehr viel zu tun. Ob London, Singapur und Melbourne oder demnächst Berlin, Peking, Orlando und Dubai – die gigantischen Stahlkonstruktionen sind beliebte Touristenattraktionen. Und längst drehen die Fahrgäste in den „Great Wheels“ nicht nur eine Runde, sondern nippen zwischen Himmel und Erde an einem Cocktail, feiern Partys oder heiraten sogar.

Melbourne: Verglast
Seit dem 20. Dezember ist Australien um eine Attraktion reicher: In der Waterfront City von Melbourne dreht sich das „Southern Star Observation Wheel“. Mit 120 Metern Höhe ist es die höchste derartige Konstruktion der Südhalbkugel. Die 21 verglasten Gondeln ermöglichen jeweils 20 Fahrgästen einen 360-Grad-Blick auf Melbourne, die Docklands und die Port Phillip Bay. Nachts rückt ein ausgeklügeltes Beleuchtungssystem das Riesenrad selbst ins rechte Licht.

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Erwachsene zahlen etwa 14 Euro, Kinder bis zwölf Jahre etwa 8,40 Euro. www.thesouthernstar.com.au

London: Mit Weitblick
Jährlich besuchen 3,5 Millionen Menschen das „London Eye“ – dabei sollte es nach den Milleniums-Feierlichkeiten eigentlich wieder abgebaut werden.
Seit 1999 prägt das Bauwerk die Silhouette der Stadt und stellt dabei Big Ben in den Schatten. Direkt an der Themse gelegen, ist es mit 135 Metern derzeit das größte Riesenrad Europas. Die 32 Glaskabinen benötigen für eine Runde knapp 30 Minuten – genug Zeit, um den Blick über das Parlamentsgebäude und die Docklands schweifen zu lassen.

An klaren Tagen ist sogar das 40 Kilometer entfernte Windsor Castle zu erkennen. Wer bereit ist, für etwa 460 Pfund – etwa 530 Euro – eine Kabine zu mieten, der kann sich Champagner, ein Frühstück oder einen typisch englischen Afternoon Tea servieren lassen.

Erwachsene zahlen etwa 17,50 Euro, Kinder von 5 bis 16 Jahre etwa 8,50 Euro. www.londoneye.com

Berlin: In Planung
Auch Berlin ist dabei, sich ein neues Wahrzeichen zuzulegen: 2010 soll das „Great Berlin Wheel“ am Bahnhof Zoo fertig sein. Mit 175 Metern soll es neuer Spitzenreiter in Europa werden, so die Planung. In jeder der Kapseln, die sich sehr langsam und fließend bewegen, finden bis zu 40 Personen Platz, die die Aussicht über die Stadt genießen werden. Deshalb spricht der Konstrukteur auch nicht von einem Riesenrad, sondern von einem Aussichtsrad.

www.aussichtsrad-berlin.de

Peking, Orlando, Dubai
In Peking, Orlando (US-Bundesstaat Florida) und Dubai laufen ebenfalls Planungen für solche gigantischen Räder. 208 Meter hoch soll das „Great Observation Wheel“ im Pekinger Chaoyang-Park werden. Eigentlich für die Olympischen Spiele geplant, wird das Aussichtsrad mit 48 Kabinen wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte 2010 in Betrieb gehen.

Ähnlich sieht der Zeitplan in Orlando aus: Hier sollen Besucher aus 122 Metern Höhe Attraktionen wie den Universal Studios Themen-Park, das Sea World Aquarium sowie die Walt Disney World überblicken.

Einmal mehr möchte sich auch Dubai mit einem Superlativ schmücken. Das Emirat plant im Freizeitpark „Dubai Land“ eine Konstruktion mit 185 Metern Höhe, allerdings gibt es derzeit noch keinen konkreten Standort.

Singapur: Gigantisch
In Singapur dreht sich seit dem 1. März 2008 der „Singapore Flyer“, mit einer Höhe von 165 Metern und einem Durch-messer von 150 Metern das derzeit größte Aussichtsrad der Welt. Besucher genießen aus einer der 28 klimatisierten Kabinen den Blick auf den südostasiatischen Stadtstaat, die benachbarte Insel Sumatra sowie die Südspitze Malaysias. Natürlich hat so ein Superlativ auch seinen Preis: Der Bau hat etwa 240 Millionen Singapur Dollar (115 Millionen Euro) gekostet.

Besonders spektakulär ist die Aussicht bei Nacht – das Riesenrad ist täglich bis 22.30 Uhr in Betrieb. Fahrgäste können eine Kabine ab 515 Euro für bis zu 28 Personen mieten, eine zusätzliche Runde kostet 390 Euro. Auf Wunsch wird auch eine Party organisiert.

Erwachsene zahlen etwa 15,50 Euro, Kinder etwa 10,50 Euro. www.singaporeflyer.com

Wien: Nostalgisch
Was Bekanntheit und Beliebtheit angeht, kann auch ein Klassiker wie das berühmte Riesenrad im Wiener Prater mithalten. 64,75 Meter Höhe sind zwar wenig spektakulär, doch dafür dreht es bereits seit 1897 seine Runden.

Im Kaiser-, Jubiläums- oder Cocktailwaggon scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Zum Event wird eine Fahrt mit dem Riesenrad aber auch hier: Ob Polterabend oder Kinderfest, Brunch oder Lunch – ab 196 Euro pro Stunde sind die nostalgischen Kabinen auch in Wien zu mieten.

Erwachsene zahlen acht Euro, Kinder bis 14 Jahre 3,20 Euro. www.wienerriesenrad.com

von Sibylle von Kamptz

28.02.2009
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