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Reisereporter Zum Ballspielplatz der Maya
Reisereporter Zum Ballspielplatz der Maya
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00:00 12.03.2011
Station in Chichén Itzá: Die historischen Bauten vermitteln ein klares Bild von einer Maya-Stadt der späten Epoche.
Station in Chichén Itzá: Die historischen Bauten vermitteln ein klares Bild von einer Maya-Stadt der späten Epoche. Quelle: istockphoto
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Gebirge? Kein Felsen in Sicht. Yucatán ist flach, Berge wie im restlichen Teil des Landes gibt es hier nicht. Doch die Halbinsel hat andere Trümpfe: kilometerlange feine Sandstrände, türkisfarbenes Meer, einsame Buchten, meterhohe Regenwälder und geheimnisvolles Mangrovendickicht. Nicht zu vergessen die vielfältige Fauna: Nasenbären, farbenfrohe Vögel und Schmetterlinge, Leguane in allen Größen, Brüllaffen, exotische Fische und Schildkröten.

Ein Mann, der sich besonders gut in Mexiko auskennt, ist Marcus Schweiberger. Der gebürtige Bayer lebt seit 16 Jahren hier. Er studierte an der Universität unter anderem Altgermanistik und arbeitet nun als Reiseleiter. Die meisten seiner Rundreisen beginnen im Nordosten der Halbinsel, in Cancún. Vor gerade einmal 30 Jahren war der Ort noch ein verträumtes einsames Dorf mit ein paar Fischerhütten. Heute ist er eine Hochburg für Touristen mit unzähligen Hotels.

„In den siebziger Jahren geplant, in den Achtzigern begonnen, und in den Neunzigern kam der große Bauboom“, sagt Schweiberger. Mittlerweile gibt es in Cancún Tausende Hotelzimmer, breite Boulevards und Hunderte Restaurants und Boutiquen. Mérida ist mit 1,3 Millionen Einwohnern die größte Stadt auf der Halbinsel – und die reichste Stadt Mexikos. „Hier wohnen die meisten Milliardäre“, sagt Schweiberger.

Reichtum will geschützt werden. Damit Kriminelle gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen, ist die Polizei mit Maschinengewehren ausgerüstet. Auch fahren die Beamten in Mérida nicht irgendwelche Motorräder, sondern die 20 000 Euro teuren Fat Boy von Harley-Davidson. Wer nett fragt, darf ein Foto machen – Polizist mit Edelmaschine. Die weiß-, blau- oder gelbfarbenen Häuser sind wie Festungsmauern aneinandergereiht. Sie sind nur ein Stockwerk hoch, die Fenster vergittert. Auf den ersten Blick sehen sie schäbig aus, damit keine Einbrecher angelockt werden. Doch innen blitzt und blinkt es – Reichtum pur.

120 Kilometer östlich von Mérida befindet sich die Pyramidenstätte Chichén Itzá. Sie gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und wurde aufwendig restauriert. „Chichén Itzá ist keine Maya-Stadt. Hier lebten Maya und Tolteken. Die Mayas lebten als unterdrücktes Volk“, sagt Marcus Schweiberger. „Hier in Chichén Itzá gibt es den größten Ballspielplatz der Welt“, erzählt der Reiseleiter. Insgesamt gebe es mehr als 1000, aber jedes habe eine spezielle Bedeutung. „Das Ballspiel ist kein Wettkampf. Es ist eher ein Passionsspiel. Die Mayas haben ihr Universum, den Kreis des Lebens, nachgespielt. Es gab weder Gewinner noch Verlierer“, erklärt Schweiberger.

Eine besonders schöne historische Maya-Stätte ist die in Palenque. Die Pyramiden und Paläste inmitten des feuchtheißen Regenwaldes von Chiapas sind eine wahre Oase. Im Frühjahr blühen hier unzählige Orchideen. „Der längste Tempel von Palenque ist 300 Meter lang“, sagt Schweiberger. Nach dem Handel mit den fliegenden Händlerinnen kann der erste Teil der Besichtigung beginnen: der „Tempel der Inschriften“.

Über hohe Stufen geht es an der Pyramide hinauf bis zur Plattform mit der Grabkammer des Pacal, des letzten großen Herrschers von Palenque. Wer eine Vorstellung von der Größe des Geländes bekommen will, muss klettern. Erst von oben lässt sich die enorme Ausdehnung der vorkolonialen Stadt erahnen. Ein Areal von 20 Quadratkilometern soll es zu seiner Blütezeit im 7. und 8. Jahrhundert gewesen sein. Befreit vom Dschungeldickicht wurde bisher aber erst ein Bruchteil. Dennoch ist die Tempelregion bereits seit 1987 Unesco-Kulturerbe.

Stefanie Adomeit

Anreise
Nonstopflüge nach Mexiko gibt es mit zahlreichen Airlines, unter anderem mit Air Berlin ab Düsseldorf und Frankfurt/Main.

Klima und Reisezeit
Ende November bis April ist Trockenzeit, die Wassertemperaturen sinken ganzjährig selten unter 24 Grad.

Währung
Mexikanische Peso, 1 Euro = 16,77 Peso (Stand März 2011).

Sicherheit
Obwohl die Kriminalität gestiegen ist, gilt Mexiko als sicheres Reiseland.

Zeitunterschied
Mexiko liegt gegenüber der mitteleuropäischen Zeit sieben Stunden zurück.

Reiseanbieter
Zum Beispiel Meiers Weltreisen, Busrundreise Yucatán sieben Nächte inklusive Flug und Hotels knapp 1500 Euro pro Person, Badeverlängerung möglich – Kosten je nach Hotelkategorie.
www.meiers-weltreisen.de

Informationen
Mexikanisches Fremdenverkehrsbüro in Deutschland, Tel. (08 00) 63 94 56 77.www.visitmexico.com