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Reisereporter Wo es nach Ylang-Ylang duftet
Reisereporter Wo es nach Ylang-Ylang duftet
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08:00 13.06.2009
Der Mount Choungui auf der größeren Mayotte-Insel Grande-Terre.
Der Mount Choungui auf der größeren Mayotte-Insel Grande-Terre. Quelle: srt/P.-Y. David/MDLF
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Eigentlich hat Europa zwischen Helgoland und Ibiza, Sardinien und Kreta schon genügend schöne Inseln zu bieten. Aber auf welcher von ihnen legen schon nachts Schildkröten ihre Eier in den weißen Sand? Und wo duften die Felder nach Vanille und Ylang-Ylang? Ein solch paradiesischer Ort gehört ab 2011 zur Europäischen Union: die kleine Komoren-Insel Mayotte.

Eingeklemmt zwischen Mosambik und Madagaskar gehört Mayotte seit 1841 zu Frankreich und galt bis Ende März als Überseeterritorium mit Sonderstatus. Zwar hatte es seine eigene Verwaltung, blieb aber verteidigungs- und außenpolitisch abhängig von Frankreich. Nun aber haben im März dieses Jahres mehr als 90 Prozent der vorwiegend muslimischen Bewohner dafür gestimmt, dass sie zu Nicolas Sarkozy und damit auch zur EU gehören wollen.

Überall blüht und duftet es

Mayotte besteht aus zwei Inseln. Grande-Terre ist die größere der beiden, ihre Kontur erinnert an ein umgedrehtes Seepferdchen. Dort liegt die Hauptstadt Mamoudzou. Gleich gegenüber vom Hafen schlägt das Herz der Stadt, der Marktplatz. Hier werden vor allem Produkte des täglichen Bedarfs verkauft, aber man findet auch eine große Auswahl an Gewürzen und wohl duftenden Essenzen. Kein Wunder, dass die Komoren auch „Parfüminseln“ genannt werden, denn der Extrakt der sternenförmigen Ylang-Ylang-Blüte, die hier das ganze Jahr über blüht, ist in fast allen Parfüms zu finden. Aber das ist duftmäßig nicht alles, was Mayotte zu bieten hat: Hier wachsen etwa 50 verschiedene Orchideensorten. Eine weitere Besonderheit der Insel sind die Braunen Makis, eine kleinwüchsige Halbaffenart, die nur hier und auf Madagaskar zu finden ist und die einen gerne mal ein paar Schritte lang begleiten.

Eine der schönsten Lagunen der Welt

Die zweite Insel ist viel kleiner, heißt Petite-Terre und liegt im Osten der Hauptinsel. Sie besteht aus der Insel Pamandzi und dem Felsen Dzaoudzi. Die Franzosen bauten zur Zeit der Kolonialisierung einen Damm, der Insel und Felsen miteinander verbindet. Auf Petite-Terre gibt es vor allem den Kratersee Dziani Dzaha zu entdecken, dessen schwefelhaltiges Wasser in einem besonders intensiven Grünton schimmert. Von der Anhöhe aus hat man einen guten Blick über die beiden Inseln.

Aber auf Mayotte sollte man gar nicht so viel Zeit auf irgendwelchen Anhöhen verbringen, sondern viel mehr am Strand. Die Lagune zählt zu den schönsten weltweit, hier lässt es sich ausgiebig schnorcheln und tauchen, und nachts kann man Meeresschildkröten beim Eierlegen beobachten, zum Beispiel im Naturreservat Saziley. Als einer der schönsten Strände gilt der in Ngouja im Südwesten von Grande-Terre. Wer sich nach dem Bad im Meer das Salzwasser in ganz besonderer Atmosphäre abspülen möchte, der sollte sich unter den Cascade de Soulou, einen Wasserfall im Nordwesten, stellen. Bei Ebbe bilden die Wassermassen eine perfekte Stranddusche. Am Wochenende wird dort aber nicht nur geduscht, viele Einheimische treffen sich auch zum Picknick.

Selbstverständlich gibt es in Mayotte auch eine Fußball-Nationalmannschaft, die aber zu keiner großen Konkurrenz bei der nächsten Europameisterschafts-Qualifikation werden dürfte. Ziemlich paradiesisch also, dieses neue Stück Europa.

Julia Rothhaas/srt

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