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Reisereporter Wenn die Wälder Farben tragen
Reisereporter Wenn die Wälder Farben tragen
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16:09 15.01.2010
Bunter Herbstwald
Nationalpark Kellerwald-Edersee: 14 Rundwanderwege durchziehen das Gebiet – vorbei an Wiesentälern, Quellen und zahlreichen Buchen. Quelle: Nationalpark Kellerwald-Edersee
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Lübecker Stadtwald

Der Begriff Stadtwald führt in die Irre. Klingt er doch eher nach einem etwas größeren Park als nach Tausenden Hektar Wald mit Millionen von Bäumen – wie im Lübecker Stadtwald (Schleswig-Holstein) etwa. Hier führt vor allem die deutsche Eiche ein geselliges Dasein: Mit mehr als 22 Prozent wächst sie dort überproportional häufig. Die Farben der Blätter – von Mattgelb bis Braungrün – gehören zwar nicht zu den schrillsten im Forst, doch dafür zählt das markante Eichenlaub mit seinen zarten Rundungen zu den echten Charaktern unter den Laubsorten.

Touristbüro Lübeck, Tel. (0 18 05) 88 22 33, www.luebeck.de

Nationalpark Jasmund

Im Nordosten der Insel Rügen liegt Deutschlands kleinster Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern. Angelegt wurde er zum Schutz der Kreidefelsen, des Highlights auf Rügen. Doch was wäre eine herbstliche Wanderung zu den weißen Felsen ohne die bunten Laubwälder auf dem Höhenrücken der Stubnitz, der Waldlandschaft oberhalb der Kreidefelsen? Hier wachsen Schwarzerlen, Wildapfel, Wildbirne, Elsbeere, Ahorn und Eibe. Sie schenken der Halbinsel Jasmund ein prächtiges Farbenspiel – übertroffen nur noch vom bunten Gefieder des Eisvogels, der hier an den klaren Bächen fischt.

Nationalpark Jasmund, Tel. (0 38 38) 80 77 80. www.ruegen.de

Spreewald

Es grünt so grün: Im brandenburgischen Spreewald nicht nur wegen der berühmten Gurken, sondern auch wegen der vielen Schwarzerlen. Nirgendwo in Mitteleuropa wachsen davon so viele wie dort. Ihr Laub bleibt auch im Herbst lange grün, bevor es abfällt. Als einer der vielfältigsten Mischwälder in Ostdeutschland wartet der Spreewald aber auch mit bunten Farbklecksen auf. Eine beliebte Möglichkeit den Herbstzauber zu genießen bietet der sogenannte Gurken-Radweg, eine rund 250 Kilometer lange Rundtour.

Tourismusverband Spreewald, Tel. (03 54 33) 7 22 99, www.spreewald.de

Nationalpark Harz

Der Harz ist der größte Waldnationalpark Deutschlands. Kaum vorstellbar, dass er um 1800 fast baumlos dastand – die Folgen von Kahlschlag für Köhlereien und Bergbau. Heute ist der Harz längst wieder ein Paradies für Wanderer. Im Oktober tauchen zahlreiche Buchen den Harz in satte Gelb- und Rottöne. Hinzu kommen die bunten Farbtupfer seltenerer Exemplare wie Bergahorn, Sommerlinden, Bergulmen oder Ebereschen. Auch die Moorbirke hat hier ihr Zuhause – denn der Harz ist einer der regenreichsten und feuchtesten Gegenden Deutschlands.

Touristinfo Bad Harzburg, Tel. (0 53 22) 7 53 30, www.bad-harzburg.de

Nationalpark Hainich

Der Nationalpark Hainich (Thüringen) ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands. Dass der Herbst hier nicht mit Farben geizt, versteht sich von selbst. Besonderheit ist der Baumkronenpfad: 44 Meter überm Erdboden zeigen sich die Farbspiele hier besonders eindrucksvoll. Verschiedene Buchenarten sorgen für einen bunten Blätterwald – auch Eschen, Ahorn und die seltene Elsbeere, die mit ihren knallroten Blättern hervorsticht.

Nationalpark Hainich, Tel. (0 36 03) 3 90 70, www.nationalpark-hainich.de

Teutoburger Wald

Buchen so weit das Auge reicht. Im Teutoburger Wald (Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen) ist das kein Zeichen von Monokulturen durch Menschenhand erzeugt, sondern der Natur zu verdanken. Die Höhenzüge des Teutoburger Waldes sind nämlich ein idealer Standort für die häufigste Laubbaumart Deutschlands. Bekannt ist der Teutoburger Wald wegen der gleichnamigen Schlacht zwischen Römern und Germanen im Jahre 9 n. Chr.

OstWestfalenLippe Marketing , Tel. (05 21) 9 67 33 25, www.teutoburgerwald.de

Edersee

Auf rund 70 Kilometern führt der so genannte Urwaldsteig in Hessen rund um den Edersee. Über Stock und Stein geht es vorbei an uralten Linden, Buchen und Eichen. Manch knorriges Exemplar regt die Phantasie in diesem Waldgebiet an. Das Gebiet rund um den zweitgrößten Stausee Deutschlands ist Teil des Nationalparks Kellerwald-Edersee.

Edersee Touristic, Tel. (0 56 23) 9 99 80, www.urwaldsteig-edersee.de

Odenwald

Schon bei den Römern war der Odenwald (Baden-Württemberg und Hessen) bekannt wie ein bunter Hund – der begehrte Buntsandstein wurde als Baustoff über den Neckar und den Rhein in südliche Gefilde verschifft. Die Jahrmillionen alten, rötlichen Felsen werden heute zwar nicht mehr abgetragen, stechen den Wanderern aber umso mehr ins Auge. Genau wie die Laubwälder, die eine märchenhafte Kulisse bilden. Im Odenwald stehen einige imposante Naturdenkmäler, etwa die Dicke Eiche bei Beerfelden oder die Schöne Eiche bei Babenhausen.

Odenwald-Regional-Gesellschaft, Tel. (06062) 9 43 30, www.odenwald.de

Schwäbisch-Fränkischer Wald

Das dünn besiedelte Waldgebiet in Baden-Württemberg ist zwar relativ unbekannt – aber gerade deshalb einen Besuch wert. Und das nicht nur wegen des bunten Herbstwaldes: Hauptattraktion ist der Limeswanderweg, der von Lorch bis Öhringen führt. Der Limeswall, einst als Schutz der Römer gegen das Treiben der Germanen errichtet, ist Weltkulturerbe der Unesco. Rekonstruierte Palisaden, Wachtürme und Überreste von Grundmauern schaffen einen Eindruck, wie es hier vor Jahrhunderten ausgesehen haben mag.

Naturparkzentrum, Tel. (0 71 92) 21 37 77, www.naturpark-sfw.de

Steigerwald

Etliche Wanderwege durchziehen den Naturpark im Norden Bayerns. Forstwirtschaft bedeutete hier schon seit Längerem nicht Kahlschlag, sondern eine nachhaltige Nutzung. Dadurch entstanden sogenannte Mittelwälder, die im Herbst eine bunte Palette erzeugen. Neben Buchen und Eichen sorgen auch Birken, Pappeln, Vogelbeeren oder Speierling für bunte Laubdächer.

Tourismusverband Steigerwald, Tel. (0 91 62) 1 24 24, www.steigerwald.org

Von Martin Cyris