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Reisereporter Hier oben ist die Welt noch in Ordnung
Reisereporter Hier oben ist die Welt noch in Ordnung
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00:00 24.12.2009
Die Region Adelboden-Lenk bietet kleinen und großen Gästen eine Menge Zeitvertreib. Der Schnee wird dabei garantiert, nur für gute Stimmung müssen die Urlauber selbst sorgen.
Die Region Adelboden-Lenk bietet kleinen und großen Gästen eine Menge Zeitvertreib. Der Schnee wird dabei garantiert, nur für gute Stimmung müssen die Urlauber selbst sorgen. Quelle: Adelboden Tourismus
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Er sei leider in der vergangenen Woche nicht auf die Piste gekommen, erzählt Skilehrer Albert in der Gondel hoch zur Tschentenalp. „Ich bin gezügelt“, sagt der alteingesessene Adelbodener. Wie bitte? „Na, ich bin umgezogen.“ Die Kinder grinsen etwas verschämt, was Albert, halt ganz Schweizer, freundlich übersieht. Beim Ausstieg auf dem Gipfel wartet schon die nächste sprachliche Herausforderung auf die Urlauber aus der norddeutschen Tiefebene. Auf einem riesigen Plakat mit fröhlichen Skifahrern, viel Schnee und noch mehr Panorama steht der Werbespruch für die Skiregion Adelboden-Lenk: „S’isch gäbig hie.“ Reisen erweitert den Horizont, also, Albert, was bitte schön, heißt denn „gäbig“?

Es gibt besondere Momente, die lassen sich nicht in Worte fassen, für sie gibt es einfach nicht den passenden Ausdruck. Jedenfalls nicht nur einen. Albert versucht es trotzdem. „Für mich heißt gäbig, dass du dich rundum wohl fühlst.“ Okay, das ist schon mal ein Anfang. Wir wollen es aber genau wissen und fragen weiter. Für Rene Müller vom Familienhotel Alpina bedeutet gäbig „gemütlich“, Linda Hunziker, Marketingleiterin von Adelboden Tourismus, übersetzt das Wort für sich mit „angenehm“.

Ob da jemand aus der Werbebranche einen besonders guten Einfall hatte, lässt sich nicht sagen. Sicher ist jedoch, dass der Spruch eine gute Wahl ist. Denn so wie „gäbig“ für jeden eine etwas andere Bedeutung hat, so vielseitig sind auch die Möglichkeiten, in der Ferienregion im Berner Oberland einen unvergesslichen Urlaub zu verbringen. Ob Snowboarder, Skifahrer, Langläufer, Familien oder Singles: Jeder kann sich sein „gäbiges“ Stück Adelboden herauspicken.

Schneesicherer Skispaß

Im Mittelpunkt steht natürlich das Skifahren. Wer es im Urlaub nicht ganz so eilig hat und sich für das besondere Flair dieser Skiregion ein wenig Zeit nimmt, der fühlt sich hier schnell wohl. Denn Adelboden hat sich immer noch den Charme eines gemütlichen Bergdorfes bewahrt. Ein Sonnenuntergang auf der Sillerenbühl und herrliche Abfahrten verbinden im Skigebiet Adelboden-Lenk Skispaß und Gemütlichkeit auf nahezu perfekte Weise. Die beeindruckende Berglandschaft im Westen der Schweiz, die Schneesicherheit und das 210 Kilometer lange Pistenangebot, bei dem vom Anfänger bis zum Profi jeder auf seine Kosten kommt, sind Pfunde, mit denen es sich wuchern lässt.

Lohnenswert ist auf jeden Fall ein Besuch auf der Engstligenalp. Bei gutem Wetter ist das in 1964 Metern Höhe gelegene Plateau rundherum von Sonne und wohliger Wärme erfüllt und ein Erlebnis der besonderen Art. Groß ist die Auswahl an Pisten hier oben nicht, doch das stört niemanden. Denn so langsam, wie der Lift die Skifahrer vom Ausgang der Gondel zu den Hängen schleppt, so langsam gehen die meisten auch den Tag auf der Engstligenalp an. Ein paar Schwünge, eine Runde mit den Langlaufskier, nur keinen Stress.

Das Gefühl, dass hier oben alles in Ordnung ist und eigentlich auch immer so bleiben könnte – an einem Sonnentag auf der Engstligenalp kommen einem solche Gedanken schon mal in den Sinn.

Mit dem Schlitten unterwegs

Und es lohnt sich hier auch, einmal die Skier abzuschnallen. Zum Beispiel für eine Runde mit dem Hundeschlitten von Markus Röthlisberger. Der Hundeführer lebt von Mitte Dezember bis April dort oben in einem Iglu – und für sein Hobby die Hunde. „Ich habe schon als Sechsjähriger meinen Hund vor den Schlitten gebunden“, erzählt Röthlisberger während er die Kinder zu den Hunden führt. Kennenlernen der Tiere, kurze Fütterung, Einschirren – alle müssen mit anpacken, erst dann geht's los. Das ist spannend und macht nicht nur den Kleinen ungemein Spaß. Da fällt später der Abschied von Gismo, Kahn und Mogli wirklich schwer.

Nur ein paar hundert Meter entfernt steht noch ein Iglu, genauer gesagt sind es fast ein Dutzend, die zusammen ein großes Eis-Restaurant ergeben. Serviert wird hier unter 2500 Kubikmetern Schnee traditionell Fondue. Doch bevor man sich in die warmen Decken einhüllt und den geschmolzenen Käse genießt, sollte man sich unbedingt Zeit für einen Rundgang durch das Iglu nehmen. Die in großen Eisblöcken eingefrorenen Rosen taugen zwar nicht als Mitbringsel, sie sind jedoch genauso faszinierend wie die riesige Eistheke und die einzigartige Atmosphäre an diesem bizarren Ort.

Auf dem Weg zurück zur Seilbahn ist nur das Knirschen des Schnees unter unseren Füßen zu hören. Unten im Tal taucht der Mond das Dorf in ein friedliches Licht. Es ist ein schöner Moment. Herrlich. Gäbig.

Von Christian Purbs

Anreise
Mit dem Auto erreicht man Adelboden von Deutschland aus über die A 2 Basel-Bern, A 6 Bern-Spiez, Abfahrt Adelboden, Richtung Frutigen-Adelboden. Mit der Bahn via Basel-Bern-Frutigen. Von Frutigen verkehrt eine Buslinie nach Adelboden.

Adelboden-Lenk
Das Schweizer Bergdorf Adelboden liegt auf 1350 Meter Höhe im Berner Oberland. 72 Transportanlagen und ein Pistennetz von 210 Kilometern machen das Skigebiet Adelboden-Lenk zu einem der größten Schneesportzentren in den Schweizer Alpen.

Kosten
Für einen Tag Skifahren muss ein Erwachsener 57 Franken bezahlen, ein Skipass für sechs Tage kostet 251 Franken. Sportlicher Höhepunkt ist das am 9./10. Januar am „Chuenisbärgli“ stattfindende Weltcuprennen der Herren.

Weitere Informationen
Adelboden-Tourismus, Dorfstrasse 23
3715 Adelboden, Telefon (0041/33) 6 73 80 80
www.adelboden.ch

12.12.2009