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Reisereporter Heimatmuseum Seelze sucht Gegenstände aus dem Ersten Weltkrieg
Reisereporter Heimatmuseum Seelze sucht Gegenstände aus dem Ersten Weltkrieg
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15:12 25.05.2013
Von Thomas Tschörner
Suchen weitere Ausstellungsstücke: Norbert Saul (von links), Horst Henze und Heinz Gehrke präsentieren einen Lederhelm der Artillerie, ein Totenbuch, Hindenburg-Fanartikel in Glas und Porzellan sowie schriftliche Dokumente. Quelle: Thomas Tschörner
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Seelze

„Wir haben vor vier Jahren angefangen zu sammeln“, sagt Stadtarchivar Norbert Saul, der auch zum Vorstand des Museumsvereins gehört. Einige Dinge seien bereits im Bestand des Museums gewesen, andere hätten Seelzer Familien oder das Stadtarchiv beisteuern können. „Das hat uns eine ganze Menge an schriftlichen Informationen beschert, es mangelt aber an Gegenständen“, berichtet Saul.

Einige Dinge haben er und seine Mitstreiter Horst Henze und Heinz Gehrke aber schon ausfindig machen können. Dazu gehört das Totenbuch der Gemeinde Seelze, das im Stadtarchiv aufbewahrt wird. Angelegt in der Nazi-Zeit, führt es alle gefallenen Seelzer auf je einer Doppelseite namentlich mit Foto und militärischem Lebenslauf nebst Beförderungen, Auszeichnungen und dem Ort auf, an dem sie ums Leben kamen.

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Aus dem Besitz der Familie Wissel stammt eine Pickelhaube besonderer Art: Statt der sonst üblichen Spitze ist sie mit einer Kugel ausgestattet. „Das ist ein Artilleriehelm“, sagt Henze. Weil die Artilleristen beim Laden der Geschütze gebückt hantieren mussten, hätten Helmspitzen die Gefahr gegenseitiger Verletzungen provoziert. An der Front boten die Lederkappen ohnehin kaum Schutz. Gerade am Anfang des Krieges seien viele Soldaten durch Kopfschuss gefallen. Stahlhelme wurden aber erst ab 1916 eingeführt. „Am Anfang haben alle in Deutschland gedacht, dass der Krieg schnell vorbei sei. Die erstmals aufgekommene industrielle Kriegführung konnte sich keiner vorstellen“, sagt Saul.

Das Museum will aber auch zeigen, wie sich der Krieg auf Seelze auswirkte. So wurde in Schulaufsätzen über Heldentum geschrieben. Ab 1916 machte sich der Lebensmittelmangel für alle bemerkbar. Ernten wurden beschlagnahmt, ebenso Pferde.

Die Ausstellung wird im Mai eröffnet und läuft bis zum Herbst. Wer Gegenstände wie einen Stahlhelm, Bajonett oder Koppelschloss zur Verfügung stellen kann, kann sich unter Telefon (05137) 6069 an Norbert Saul oder unter Telefon (05137) 8740940 an Horst Henze wenden.

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