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Reisereporter Ein rauschendes Vergnügen
Reisereporter Ein rauschendes Vergnügen
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08:00 13.06.2009
Platschnass, aber glücklich: Floßfahrer auf der Loisach in Wolfratshausen.
Platschnass, aber glücklich: Floßfahrer auf der Loisach in Wolfratshausen. Quelle: srt/Flößerei J. Seitner
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Es ruckelt und spritzt, der Boden schwankt: Die Floßfahrer kreischen vergnügt, wenn das Gefährt aus zusammengebundenen Baumstämmen die 300 Meter lange Floßrutsche hinuntersaust und 18 Meter tiefer aufs Wasser klatscht. Ein bisschen Nervenkitzel gehört bei einer Floßfahrt dazu. Im Sommer hat das feuchtfröhliche Vergnügen auf vielen Flüssen und Seen in Deutschland Hochkonjunktur.

Isar und Loisach: Früher transportierten die Flößer auf Isar und Loisach mit ihren hölzernen Gefährten Waren aller Art durchs Land. Heute dienen sie Urlaubern, Kegelklubs und Sportvereinen für lustige Ausflugsfahrten. Über Stromschnellen und Floßrutschen geht es von Wolfratshausen bis zum Münchener Stadtteil Thalkirchen. Bier vom Fass, flotte Blasmusik und ein zünftiges Mittagessen sorgen für Stimmung. Die Floßfahrten finden von Mitte Mai bis Ende September statt, dauern je nach Wasserstand fünf bis sieben Stunden und kosten ab 129 Euro pro Person.

www.flossfahrt.de

Donau: Nicht nur die oberbayerischen Flüsse sind Ziel unternehmungslustiger Ausflügler, auch andere romantische Flusslandschaften in Deutschland lassen sich mit dem Floß entdecken. Zum Beispiel die Donau: Zwischen Vohburg und dem Kloster Weltenburg geht es an den Hopfengärten der Holledau entlang. Auf dem Floß für 50 bis 60 Leute dampft der Grill, das Bier kommt frisch vom Fass, und die Kapelle spielt auf Wunsch den Donauwalzer oder Rock ’n’ Roll. Beim Kloster heißt es umsteigen, denn der berühmte Donaudurchbruch mit seinen bis zu 100 Meter hohen, steilen Felswänden wird mit einem Ausflugsschiff passiert. Endstation ist am Fuß der Befreiungshalle, die König Ludwig I. den deutschen Befreiungskämpfern widmete. Das komplette Floß kann ab 5200 Euro gebucht werden, Einzelpersonen fahren ab 92,50 Euro mit.

www.bayernflossfahrten.de

Wilde Rodach: Ein unfreiwilliges Bad muss auf der Wilden Rodach im Frankenwald einkalkuliert werden. Wer an einer Fahrt auf der nur fünf Kilometer langen, aber anspruchsvollen Fahrt teilnehmen will, der kann von Ende Mai bis Anfang September jeden Sonnabend aufs schmale Floß steigen. Pro Person kostet die Tour samt Mittagessen mit Haxen, Klößen und Sauerkraut sowie abschließendem Hüttennachmittag im Flößerhaus ab 34,50 Euro. Für Gäste mit einer weiten Anreise empfiehlt sich ein Wochenendarrangement mit Floßfahrt, das inklusive zwei Übernachtungen mit Halbpension ab 99 Euro pro Person buchbar ist.

www.wallenfels.de

Main: Bei einer Floßfahrt auf dem Altmain sorgt natürlich Frankenwein für Stimmung. Von Astheim bei Volkach geht es in etwa dreieinhalb Stunden mit dem „Kultur-Wein-Natur-Floß“ nach Gerlachshausen. Malerisch säumen Weinberge mit Lagen wie „Eschendorfer Lump“ und „Katzenkopf“ das Ufer, gemächlich werden fränkische Weinorte mit spitzen Kirchtürmen passiert. Auf Wunsch wird auf dem Floß eine Weinprobe organisiert, eine deftige Brotzeit gereicht oder ein Spanferkel gegrillt. Erwachsene zahlen ab 32 Euro, Kinder ab 16 Euro. Die Miete des kompletten Floßes für 75 Personen kostet 1950 Euro.

www.flosserlebnis.de

Saale: Jahrhundertelang spielte die Flößerei auch auf der Thüringer Saale eine wichtige Rolle. Den Transport von Holz haben mittlerweile andere Verkehrsmittel übernommen, heute können Urlauber auf mehreren Abschnitten eine Floßtour unternehmen. Eine Stunde ist man auf einer Schnuppertour unterwegs, die für Erwachsene acht Euro und für Kinder fünf Euro kostet. Intensivere Floßerlebnisse bietet eine etwa zweieinhalbstündige Fahrt zwischen Kirschhasel und Uhlstädt (Erwachsene 20 Euro, Kinder zehn Euro): Dabei geht es unter der Weißenburg vorbei, die auf einem 40 Meter hohen Felssporn über der Saale thront.

www.uhlstaedt-kirchhasel.de

Uckermark: Auch in der Uckermark hat die Flößerei eine lange Tradition. Auf den ruhigen Gewässern wurde Nutzholz Richtung Berlin und Hamburg transportiert. Das Floß – hier „Pläätz“ genannt – wird von einem Flößer von Mai bis September über den Oberpfuhlsee und den Zenssee bei Lychen gestakt. Während der ein- bis vierstündigen Fahrt informiert er über die Flößertraditionen sowie über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt der Seen. Je nach Route zahlen Erwachsene sieben bis 28 Euro, Kinder fünf bis 20 Euro. Wer sich auf dem Wasser Kesselfleisch, Kaffee und Kuchen oder ein Grillbüfett schmecken lassen will, der kann dies extra bestellen.

www.treibholz.com

Sibylle von Kamptz/srt

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