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Reisereporter Düfte, Schlösser, Traditionen
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11:04 29.05.2009
Eines der größten Gärten der Insel:_Mount Stewart Gardens mit prächtiger Anlage. Das Herrenhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Eines der größten Gärten der Insel:_Mount Stewart Gardens mit prächtiger Anlage. Das Herrenhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Quelle: srt
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Der kräftige Wind kommt von rechts, dann wieder scheint er von links zu kommen. Und manchmal sogar von unten. Dazu wechseln kurze Schauer mit längeren Sonnenperioden. Wolken tanzen wild im Wind. Irgendwie ist es kein Tag für eine schicke Föhnfrisur. Ein „bad hair day“ eben. Aber die meisten Besucher am Ufer des Strangford Lough im Norden der Grünen Insel haben ohnehin nur Augen für die Pflanzenwelt auf der Ards Peninsula. Da stört es wenig, wenn das Haar nicht liegt.

Gärten von Mount Stewart

Auch die Blätter und Blüten in den Gärten von Mount Stewart unweit von Newtownards werden mächtig durchgeschüttelt. Eine Laune der Natur, die sicher auch bei der Namensgebung für die grandiose Banketthalle des Herrenhauses Pate stand: den „Temple of the Winds“. Dabei erweist sich Mount Stewart, für viele der schönste Garten Irlands, als ein Kaleidoskop der Farben und Düfte, auch wenn letztere immer wieder vom Winde verweht werden.

Die insgesamt 17 Pflanzbereiche decken die gesamte Bandbreite der Gartenbaukunst von streng formalen italienischen Gärten bis hin zum Landschaftspark nach englischem Vorbild ab.

Botanic Garden

Etwas weiter nördlich, in der nordirischen Hauptstadt Belfast, befindet sich direkt neben der Queen’s University der 1828 eingeweihte Botanic Garden – eine Oase der Ruhe im Lärm der Autos. Ins Auge fällt zunächst das Palm House, eine Glas- und Eisenkonstruktion des Dubliner Eisengießers Richard Turner aus dem 19. Jahrhundert. Ebenfalls aus viktorianischer Zeit stammt Tropical Ravine, eine tropische Schlucht mit Orchideen, Guaven und Bananenstauden, die dem Norden Irlands einen Hauch Exotik verleihen.

Powerscourt

Begünstigt werden diese kleinen Pflanzwunder durch das milde, vom warmen Golfstrom begünstigte Klima auf der Grünen Insel. Auch in der südostirischen Grafschaft Wicklow findet sich ein Vorzeigegarten: Powerscourt. Zu seinen Besonderheiten gehören der längste Kräutergarten Irlands – und ein Hundefriedhof. Teil von Powerscourt ist auch ein Wasserfall, der 120 Meter mit ohrenbetäubendem Getöse in die Tiefe stürzt und damit Irlands höchste Kaskade ist. Das vom Flüsschen Dargle gespeiste Naturschauspiel diente als Kulisse von Hollywood-Filmen wie „Excalibur“.

Auch für „Black Beauty“, „Remington Steele“, „Der Graf von Monte Christo“ und das Historiendrama „König Artus“ wurde Powerscourt in Szene gesetzt.

The Irish National Stud

Etwas außerhalb von Kildare ist das irische Nationalgestüt von Tully, The Irish National Stud, beheimatet. Zu seinen Besonderheiten zählt der von Tassa Eida und dessen Sohn Minoru angelegte japanische Garten, der eine „Reise durch das Leben“ darstellt. Durch das „Tor des Vergessens“ betritt man den Garten, folgt dem „Pfad des Lebens“ entlang wundervollen Blumenrabatten und Bäumen.

Weiter geht es durch den „Tunnel der Unwissenheit“ über die „Brücken der Verlobung und Heirat“ in das „Labyrinth des Ehrgeizes“ und über die „rote Brücke des Lebens“, bevor die Reise im „Garten des Friedens“ endet.

Kilmokea Gardens

Mit den Kilmokea Gardens verfügt die Grafschaft Wexford über ein weiteres Aushängeschild irischer Gartenbaukunst. Das drei Hektar große Areal um das Herrenhaus Kilmokea Country Manor gliedert sich in einen von einer Mauer umgebenen Formgarten und den Lower Garden. Letzterer besticht durch eine Auswahl an seltenen Bäumen und Sträuchern. Darunter Rhododendren, Magnolien, Kamelien und riesiges Borretsch, während der Formgarten von Iris- und Rosenblüten dominiert wird.

Killarney National Park

Eine Augenweide im Killarney National Park ist fraglos das im Tudor-Stil erbaute Muckross House, ein Schloss inmitten einer großzügigen Parkanlage. Im Jahre 1843 erbaut, beherbergt das Herrenhaus heute das Kerry Folklife Centre, das dem Leben der Landbevölkerung im 19. Jahrhundert gewidmet ist. Der nach dem Spender benannte Bourn Vincent Memorial Park erweist sich als ein Meer an Rhododendren, Azaleen und Magnolienbäumen.

Ein besonderes Fleckchen inmitten des Nationalparks ist auch der Ladies View, ein Aussichtspunkt, von dem aus sich ein atemberaubender Blick auf drei Seen bietet.

Kylemore Abbey

Derweil gilt Kylemore Abbey, im westlichen Connemara gelegen, als klassisches Beispiel für einen viktorianischen Garten in strenger Formalität. Geadelte Pflanzenraritäten, die auf die Jahrhundertwende zurückgehen, werden hier am Ufer des Lough Poolacappul in stilvoller Anlage eines Walled Gardens vor phantastischer Bergkulisse kultiviert und dürfen jedes Jahr einen anderen Reigen tanzen.

Rund um den einstigen Landsitz des Kaufmanns und Politikers Mitchell Henry wurden exotische Pflanzen wie Douglas-Fichten, Sequoiem, Taxidien und Kamelien angepflanzt, während im Gewächshaus Bananen, Trauben und Pfirsiche gedeihen.

Von Karsten-Thilo Raab

Mount Stewart House & Garden
www.nationaltrust.org.uk

Belfast Botanic Garden
www.belfastcity.gov.uk

Powerscourt Estate
www.powerscourt.ie

Irish National Stud
www.irish-national-stud.ie

Kilmokea Gardens
www.kilmokea.com

Muckross House
www.muckross-house.ie

Kylemore Abbey
www.kylemoreabbey.com

29.05.2009
23.05.2009