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Reisereporter Das köstliche Grenzland
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16:03 15.01.2010
Elsass
Schmeckt nicht nur als Dessert: Der Gugelhupf.
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Im Elsass – Grenzland zwischen Rhein und Vogesen – genießt man gern. Und die Auswahl an Leckereien beschränkt sich keineswegs auf Deftiges. Tatsächlich ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Wein

In der sonnenverwöhnten Rheinebene hat fast jeder mit Wein zu tun. Viele Weinbauern bewirtschaften dabei nur kleine Stücke und liefern den Ertrag in einer Kooperative ab – oft als Nebenerwerb. Trotzdem ist es eine Frage der Ehre, auch als Wochenendwinzer mehrere Trauben anzubieten. Sieben Rebsorten sind im Elsass heimisch: Silvaner, Pinot Blanc, Muscat, Riesling, Pinot Gris, Gewürztraminer und Pinot Noir als einzige rote Traube. Die Weine dienten ursprünglich als Gebrauchsweine und wurden zu jedem Essen getrunken. Heute sind viele Weinsorten gehaltvoller geworden und tragen auch solo. Zu probieren sind die Weine direkt vor Ort.

Munsterkäse

Das am Rand der Vogesen gelegene Munstertal ist nicht nur landschaftlich reizvoll. Hier leben auch die robusten Vogesenkühe mit ihrem charakteristischen, schwarz-weiß gesprenkelten Fell. Sie geben die Milch für den aromatischen Munsterkäse, der dort in den Käsereien handwerklich produziert wird. Die Milch wird mit Lab erhitzt und die so entstandene Dickmilch in Formen gegossen. Nach mehrmaligem Wenden und Salzen kommen die Käselaibe für drei Wochen in den Reifekeller, wo sie alle zwei Tage mit einer speziellen Bakterienkultur abgerieben werden, die ihnen die typische Rinde aus Rotschmiere gibt. Am besten schmeckt der kräftige Munster mit Brot und Kümmel, aber auch auf einem deftigen Kartoffelauflauf. Direkt vom Hersteller gibt es den Käse in den Käsereien.

Flammkuchen

Ursprünglich war der Elsässer Flammkuchen gar nicht als eigenständiges Gericht gedacht. Um zu prüfen, ob der Ofen schon heiß genug zum Brotbacken war, nahmen die Bäcker ein kleines bisschen Teig, rollten ihn dünn aus und schoben ihn aufs Blech. War der Fladen nach zwei Minuten gar, durfte das Brot in die Röhre. Und der Bäcker aß den dünnen Teigfladen mit Sauerrahm, Speck und Zwiebeln. Im Elsass gibt es heute in jeder Weinstube Flammkuchen – oft auch in Variationen, etwa mit Käse, Pilzen oder Gemüse. Für Flammkuchensüchtige gibt es auch ein Rezept für zu Hause. Wer den Brotteig nicht selbst anmischen möchte, kann auch seinen Bäcker um die entsprechende Menge bitten.

Schokolade

Entdeckt wurde die Schokolade von den südamerikanischen Mayas, die aus Kakaobohnen ein Getränk namens Xotolatl brauten. Heute ist Schokolade in allen Variationen als Genussmittel allgegenwärtig. Dass die süßen Tafeln auch ungewöhnliche Partner vertragen, haben die Elsässer bewiesen, die Schokolade mit den Weinen ihrer Region kombinieren. So harmoniert feine dunkle Schokolade mit 75 Prozent Kakao vorzüglich mit einem Crémant-Sekt brut prestige. Die etwas mildere 73-prozentige Tafel von der Patisserie Christian Meyer in Strassburg, lässt sich gerne von einem Riesling Grand Cru 2004 umschmeicheln. Wer die Kombination beim Fachmann testen möchte, ist im Maison Artur Metz in Marlenheim beim Seminar „Wein und Schokolade“ richtig.

Gugelhupf

Auf den ersten Blick kommt dieses typisch elsässische Gebäck unspektakulär daher. Doch wer den traditionell in einer tönernen Form gebackenen Napfkuchen probiert, wird ihm verfallen. Denn die zarte Krume des Hefeteiges und der feine Geschmack machen den Gugelhupf zu einem besonderen Genuss. Am besten lässt sich der normalerweise mit in die Form gelegten Mandeln verfeinerte Kuchen direkt beim Bäcker vor Ort erwerben. Seit 1936 fertigt beispielsweise die Patisserei Gilg den Gugelhupf und eine Reihe weiterer feiner Kuchen. Die Gilg-Geschäfte befinden sich in Colmar und Munster.

Eau de vie

Der Legende nach hatten die Mönche, die das Lebenswasser (Eau de vie) im Jahr 1650 als Erste aus vergorenen Kirschen destillierten, eine durchaus medizinische Wirkung im Sinn: Sie setzten den Schnaps als Mittel gegen Cholera ein. In der Zwischenzeit fanden sich jedoch auch viele andere Anwendungsmöglichkeiten. So muss heute niemand mehr krank sein, um sich an dem feinen Aroma der Elsässer Obstbrände zu erfreuen. Die Sorten reichen im wahrsten Sinne des Wortes quer durch den Garten: Neben Marc de Gewurztraminer oder Birne (Poire) gehören Kirsch und Zwetschge (Quetsch) zu den traditionsreichsten Sorten. Alle schmecken am besten aus einem großen Glas getrunken, das die Aromen lange festhält.

Weitere Informationen bei der Tourismuszentale Atout France, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt, Tel. (09001) 570025. www.tourismus-elsass.com

Von Nicola Zellmer