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Reisereporter Dänemark im Herbst entdecken
Reisereporter Dänemark im Herbst entdecken
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13:20 04.10.2012
Von Oliver Weiße
Abenteuer voraus: Im dänischen Ebeltorft geht es auf Schatzsuche. Quelle: Oliver Weiße
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Randers

Nach den Ferien ist vor den Ferien - und Dänemark nur ein Katzensprung entfernt. Djursland zählt zu den unbekannteren Regionen Jütlands. Die Halbinsel bietet nicht nur endlose Strände, die vor allem im Sommer gefragt sind, sondern auch jede Menge Ausflugsziele für den Herbst. Wir stellen fünf vor.

Ausflug 1: In den Regenwald

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Die Luft ist heiß und feucht, fast stickig. Tropische Pflanzen wuchern dicht an dicht. Dieser Regenwald wuchert in der 60000-Einwohner-Stadt Randers. Unter drei Kuppeldächern kann der Besucher in „Randers Regnskov“ die tropischen Landschaften Asiens, Afrikas und Südamerikas sowie eine begehbare Unterwasserwelt erleben. In Flüssen nachempfundenen Becken sind Kubakrokodile, Kaimane und Alligatoren zu sehen.

Die weniger gefährlichen Tiere sind hautnah zu erleben. In einer Höhle fliegen Fledermäuse den Besuchern um die Köpfe. Im Schmetterlingshaus flattern Hunderte von Faltern umher und setzen sich ohne Scheu auf die Hände der Besucher. Auf und neben den Wegen sind Laufvögel wie Pfauen unterwegs, von Ast zu Ast hangeln sich Gibbons, und mit etwas Glück sieht man sich Auge in Auge einem Papageien gegenüber. Auf Baumstämmen transportieren Ameisen Blätterstücke. Schautafeln in drei Sprachen - unter anderem auf Deutsch - versorgen die Besucher mit den wichtigsten Informationen zu den Tieren. Ein Nachmittag füllendes Programm: Nach rund zweieinhalb Stunden hat man drei Kontinente durchquert und dabei Hängebrücken und Flüsse überwunden.

Ausflug 2: Lebendes Museum

Zu einer Zeitreise lädt das Freilicht-Museum „Den Gamle By“ in Aarhus. Das lebende Museum zeigt 75 historische Gebäude einer typischen Kleinstadt aus dem 19. Jahrhundert mit Läden, arbeitenden Handwerkern und zahlreichen Themenausstellungen. Die historische Kulisse erlangte unter anderem durch die Verfilmung des Astrid-Lindgren-Buchs „Die Brüder Löwenherz“ Bekanntheit.

Auch sonst ist Aarhus einen Besuch wert. Die Metropole Jütlands ist mit rund 250000 Einwohnern nach Kopenhagen die zweitgrößte Stadt Dänemarks. Es gibt jede Menge junge Leute, und fast die ganze Stadt scheint auf dem Fahrrad unterwegs zu sein. Wer kein Rad dabeihat oder mit Kindern unterwegs ist, kann die Stadt auch sehr gut zu Fuß erkunden. Zwar hat der Aarhus A, zu Deutsch Aarhuser Bach, in der Innenstadt ein enges Betonkorsett, aber an den Ufern sind neben den Geschäften zahlreiche Bars und Cafés. Schmale Gassen wechseln sich mit breiteren Geschäftsstraßen ab, und schnell sieht man eines der höchsten Gebäude der Stadt, den Turm des Doms, der mit 93 Metern der größte Dänemarks ist. Hier rund um den Sakralbau wechseln sich Gebäude aus den verschiedenen Epochen miteinander ab. Gotische Giebelhäuser stehen einträchtig neben Jugendstilfassaden und streng klassizistischen Gebäuden.

Der Dom ist mit seiner Innenausstattung wie den Kronleuchtern, dem Altar und der Orgel, einen Besuch wert. Kinder sind besonders von dem mehr als zwei Meter großen Kriegsschiffsmodell aus dem 18.Jahrhundert begeistert.

Ausflug 3: Auf Schatzsuche

Im Hafen des beschaulichen Fischerortes Ebeltoft liegt ein Schiff, das einen Rekord hält: Die Fregatte „Jylland“ ist das größte existierende Holzschiff der Welt. Mit anderen Schiffen der dänischen Marine nahm es 1864 am Seegefecht vor Helgoland während des deutsch-dänischen Krieges teil. Heute hat die Dreimastfregatte kein Wasser mehr unter dem Kiel. Dafür kann man sie vom obersten bis zum untersten Deck besichtigen und viel über die maritime Vergangenheit Dänemarks erfahren. Im benachbarten Museumsgebäude und auf dem Schiff erhält man einen Einblick in den rauen Alltag der Seeleute. Im Keller ist das Kanonendeck der „Jylland“ nachgebaut. Auf schwankenden Planken kann man mithilfe einer Leine die Kanonen abfeuern - natürlich nur virtuell. Aber für Kinder, die eine Leidenschaft für Piraten pflegen, ist das die Gelegenheit, mal mit einem lauten „Feuer frei“ Kapitän zu spielen. Großen Spaß bereitet auch die Schatzsuche. Mit einer Karte bewaffnet geht es auf die Suche nach Zeichen, die rund um die „Jylland“ und an Bord des Schiffes versteckt sind. Am Ende gibt es für die findigen Freibeuter eine Belohnung aus der Schatzkiste.

Ausflug 4: Zur Burgruine

Auch wenn die Burg Kalø nur noch eine Ruine ist - die Kinder sind schon beim Anblick der um das Jahr 1313 erbauten Festung in der Bucht von Kalø begeistert. Über einen rund 1,5 Kilometer langen Damm geht es zur Insel, auf der die Burgruine thront. Der Weg, den man am besten zu Fuß bewältigt, ist steinig. Über grobes Pflaster geht es hinauf zur Burg. Der Marsch ist zwar anstrengend, besonders wenn die Eltern hin und wieder das Ross für müde Ritter spielen müssen, doch dafür entschädigt die tolle Aussicht, die man von der Ruine aus auf die Umgebung hat.

Ausflug 5: Park Mols Bjerge

Ein Stück unberührte Natur bietet der Nationalpark Mols Bjerge. Er ist einer der vier dänischen Nationalparks. Das rund 150 Quadratkilometer große, von den Eiszeiten geformte Areal im südlichen Djursland ist eine der großartigsten Moränenlandschaften des Landes. Bei Knebel liegt Poskær Stenhus, eines der schönsten Hünengräber Dänemarks in einer runden Steinsetzung. Im Norden des Nationalparks liegen die beiden Seen Langesø und Stubbe Sø. Hier sind Otter sowie Fisch- und Meeresadler zu Hause. Den Park erkundet man am besten mit dem Fahrrad, zu Fuß oder - wenn man es sich zutraut - auf dem Pferd.