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Nachrichten 13 Sumpfschildkröten am Steinhuder Meer angesiedelt
Region Wunstorf Nachrichten 13 Sumpfschildkröten am Steinhuder Meer angesiedelt
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17:30 15.07.2019
Das Team, das sich um die Wiederansiedlung der Sumpfschildkröten am Steinhuder Meer kümmert, besteht aus Mitarbeitern des Nabu und des Sea Life. Quelle: Bernd Breitfeld
Winzlar

Das Land westlich des Steinhuder Meers hat 13 neue Bewohner. Die Zuzügler hören auf den lateinischen Namen Emys orbicularis, das steht für: Europäische Sumpfschildkröte. Ausgewildert haben die Schildkröten Fachleute vom Nabu-Landesverband und vom Sea Life Hannover, die das Projekt Wiederansiedlung steuern. Sie hatten sich an der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) getroffen, um zu jenen nassen Stellen westlich des Steinhuder Meeres zu fahren, die als neue Heimat der Schildkröten vorgesehen sind. „Weil wir Schaulustige von den scheuen Tieren fernhalten wollen, beschreiben wir den Ort nicht näher“, sagt Kai-Olaf Krüger, Projektleiter im Nabu Niedersachsen.

Die 13 Europäischen Sumpfschildkröten, die jetzt zum Steinhuder Meer gebracht wurden, sind drei bis fünf Jahren alt. Aufgewachsen sind sie im Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde bei Gifhorn. Die Europäische Sumpfschildkröte zählt zu den am stärksten gefährdeten Tierarten in Deutschland, in Niedersachsen galt sie als ausgestorben. „Vor fünf Jahren hat das Projekt zur Wiederansiedlung nahe dem Steinhuder Meer begonnen“, sagt Krüger.

Ursprüngliche Lebensräume der Sumpfschildkröte werden zerstört

Eigentlich siedelt die Sumpfschildkröte in Nordwestafrika und im Mittelmeerraum, in Asien genauso wie im Baltikum. Überall sind die Populationen jedoch unter Druck geraten, weil die Räume zerstört werden, in denen die Schildkröte lebt. Das gilt vor allem für Bäche, die verrohrt, und Flüsse, die begradigt wurden. Weil es all dies auf Flächen am Steinhuder Meer noch nicht gibt – oder aber korrigiert werden konnte – wurde die Seeprovinz als Standort für eines der Projekte zur Wiederansiedlung ausgewählt. Das Geld kommt vom niedersächsischen Umweltministerium.

Diese Europäischen Sumpfschildkröten sind mit vier Jahren reif für die Wildnis. Quelle: Bernd Breitfeld

Bis die Schildkröten so weit sind, in die Wildnis entlassen zu werden, päppelt sie das Artenschutzzentrum in Leiferde auf. Dort geht es vor allem darum, „genetisch geeignete“ Tiere herauszufischen, wie es beim Nabu heißt. Das meint: Die Schildkröten sollten so robust sein, dass sie in ungewohnter Umgebung zurechtkommen. In den vergangenen fünf Jahren haben Nabu und Sea Life 295 Tiere am Steinhuder Meer freigesetzt. Genaue Zahlen, wie viele davon überlebt haben, liegen nicht vor. Wildkameravideos künden jedoch von regem Leben – sofern man bei Schildkröten von „rege“ sprechen kann. „Die Tiere kommen super klar“, sagt Kai-Olaf Krüger vom Nabu Niedersachsen erfreut.

Waschbär kann Schildkröten gefährlich werden

Das einzige Tier, das den Schildkröten gefährlich werden könne, sei der Waschbär, sagt Krüger. „Die lernen, Schildkröten zu ‚knacken‘.“ Zum Glück gebe es am Steinhuder Meer noch nicht so viele Waschbären wie anderswo. Krüger freut sich, dass jetzt mit einem finanziellen Zuschuss der Bingo-Stiftung Nester angelegt werden konnten. Die menschliche Hilfe ist sinnvoll. „Die ersten Europäischen Sumpfschildkröten, die wir wieder angesiedelt haben, sind jetzt bereit für die Familienplanung“, sagt Krüger. Die Schildkröten dürften die Fauna am Steinhuder-Meer-Ufer lange prägen, werden sie doch locker 100 Jahre alt.

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