Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Steinhuder Meer: Politik lehnt NSG-Erweiterung ab
Region Wunstorf Nachrichten Steinhuder Meer: Politik lehnt NSG-Erweiterung ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 19.05.2019
Umwelt-Fachbereichsleiterin Sonja Papenfuß stellt die Pläne der Regionsverwaltung vor. Quelle: Sven Sokoll
Steinhude

Die Regionsverwaltung hat in einer gemeinsamen Sitzung von Bauausschuss und Ortsrat Steinhude im Steinhuder Schulzentrum ihre Pläne für das neue Naturschutzgebiet „Westufer Steinhuder Meer“ vorgestellt. Im Anschluss machten die Politiker mit großer Mehrheit deutlich, dass sie einen entscheidenden Teil davon aus Wunstorfer Perspektive ablehnen: Sie wollen nicht, dass zusätzliche Wasserflächen gesperrt werden.

Das neue Gebiet soll nicht nur die bisherigen „Meerbruch“ und „Hagenburger Moor“ umfassen, sondern auch noch weitere Wasserflächen. Damit sollen die vielen schützenswerten Arten in dem Areal weniger gestört werden. Die Umwelt-Fachbereichsleiterin der Region, Sonja Papenfuß, betonte, dass es sich bei dem Vorschlag schon um einen Kompromiss handelt. „Wir haben uns das auch nicht allein ausgedacht“, sagte sie, die Region stehe unter Druck von EU und Land.

Dabei habe sich der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz für eine neue Grenze ausgesprochen, die bis zu 440 Meter nah an der Insel Wilhelmstein verlaufen sollte. „Das halten wir aber für fachlich nicht notwendig und auch nicht durchsetzbar“, sagte Papenfuß. Regionspräsident Hauke Jagau habe darauf selbst eine Grenze gezogen, die nun als kleinsten Abstand zur Insel 860 Meter haben soll.

So soll nach dem Entwurf der Region Hannover die Grenze des Naturschutzgebiets Westufer Steinhuder Meer verlaufen. Quelle: Region Hannover

Tourismus-Chef fordert Garantien

Zu den Sorgen, dass das heranrückende Naturschutzgebiet die Entwicklung des Wilhelmsteins beeinträchtigen könnte, sagte sie, auch Region und Naturparkverwaltung würden sich mit daran beteiligen, verträgliche und attraktive Angebote zu entwickeln. Seebühnenkonzerte an der Insel waren wegen der Lage im Vogelschutzgebiet bisher schon abgelehnt worden, weil der Schall auf dem Wasser weit getragen wird. Daran wird sich auch nichts ändern.

Aus dem Publikum merkte Ernst Greten an, dass der Bereich hinter dem Wilhelmstein sowieso selten besegelt wird und deshalb keine neuen Sperrungen notwendig seien. Hans Schmunkamp (CDU) wies daruf hin, dass auch die Gesamtzahl der Boot auf dem Steinhuder Meer in den vergangenen 30 Jahren deutlich abgenommen habe. Karin Tönnies, die sich zunehmend „eingezingelt“ fühlt, kritisierte, dass in den vergangenen Jahren Arten von außerhalb heimisch gemacht wurden, die jetzt geschützt werden sollen. „Diese Ansiedlungsprojekte sehe ich zum Teil auch nicht unkritisch“, gab ihr Papenfuß recht. Trotzdem müsse das Schutzgebiet ausgeweitet werden.

„Können Sie garantieren, dass der Status Quo 20 Jahre bleiben wird? Das würde alle sehr beruhigen“, fragte Willi Rehbock, Geschäftsführer der Steinhuder Meer Tourismus GmbH. Garantien wollte Papenfuß nicht geben. Sie hatte aber zumindest betont, dass die Region derzeit keinen Grund sieht, den weiterhin befahrbaren Anteil von künftig 82 Prozent der Meeresfläche strenger zu schützen als mit einem Landschaftsschutzgebiet wie bisher.

CDU fordert Hagenburger Kanal als Grenze

Während in der politischen Debatte die SPD die vorbereitete Stellungnahme der Stadt mit einem Nein zu einer größeren Sperrzone als ausgewogen und richtig unterstützte, wollte die CDU unter anderem noch die Forderung hineinschreiben, das Naturschutzgebiet insgesamt am Hagenburger Kanal beginnen zu lassen. Damit fand sie aber keine Mehrheit. Die Region hatte in den Vorgesprächen die Grenzen auf dem Land schon zurückgenommen, damit zum Beispiel der Wohnmobilparkplatz noch erweitert werden kann.

Einzig die Grünen sprachen sich in der Sitzung für die Pläne der Region aus: „Die Natur ist ein ganz besonderer Schatz, und viele Menschen kommen hierher, um sie zu erleben. Wenn wir sie nicht schützen, sägen wir an dem Ast, auf dem wir sitzen“, sagte der Ratsherr Andreas Litzke.

Zu den Wünschen der Stadt, dass Unterhaltungsarbeiten zum Beispiel zur Sicherung des Wasserstandes weiterhin möglich sein müssen, betonten die Regionsvertreter, dies sei auch in der Vergangenheit unterstützt worden und bleibe möglich.

Von Sven Sokoll

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Führt Jörn Wedemeier (SPD) weiter die Verwaltung oder bugsiert ihn Jörg Zschetzsche (CDU) aus dem Rathaus? Diese Frage dürfen in zehn Tagen 8002 Einwohner der Samtgemeinde Sachsenhagen beantworten.

16.05.2019

Ein vielsaitiges Programm bietet die Camerata Capriccio bei ihrem Konzert in der Klinikumskirche an. Am Sonntag, 19. Mai, spielt das Ensemble der Musikschule Wunstorf Stücke für Jung und Alt.

17.05.2019

Für das Steinhuder Fischer- und Webermuseum ist ein eigener Teil der Weimar-Ausstellung entwickelt worden. Bis Ende August können Besucher sich jetzt die Ergebnisse ansehen.

18.05.2019