Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Stadt will Pavillon auf Steinhuder Badeinsel abreißen
Region Wunstorf Nachrichten Stadt will Pavillon auf Steinhuder Badeinsel abreißen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:09 28.03.2019
Der Pavillon mit Gastronomie und Toiletten ist marode. Quelle: Sven Sokoll
Anzeige
Steinhude

19 Jahre nach der Weltausstellung ist das Expo-Projekt Badeinsel-Pavillon in die Jahre gekommen. Die Stadtverwaltung möchte die Gastronomie am bisherigen Standort im Nordwesten der Insel generell möglichst erhalten. Für Toiletten und Duschen plant sie aber schon einen Neubau in der Nähe des Bootsschuppens und damit im Südosten.

Timo Hahn, der die städtischen Sportanlagen betreut, hat dem Ortsrat am Mittwochabend gezeigt, warum die Verwaltung Handlungsbedarf sieht. Der Gastronomie bietet der Pavillon nur wenige Möglichkeiten, außerdem ist das Gebäude undicht. Die Edelstahl-Sanitäranlagen sind außerdem trotz eines großen Aufwands nur schwer zu unterhalten. „Dazu bekommen wir viele Beschwerden“, berichtete Hahn. Das Gesundheitsamt der Region sieht in dem Gebäude Mängel und duldet den Zustand nur noch.

Anzeige

Wegen der regelmäßigen Zeltlager auf der Wiese im Südosten hat die Verwaltung diese als geeigneten Standort einer neuen WC-Anlage ausgemacht. Sie plant zwei Komponenten: Fest installiert werden soll eine behindertengerechte Toilette für beide Geschlechter, die das ganze Jahr über zu nutzen sein wird. Daneben soll eine Fläche befestigt werden, auf der während der Saison weitere mobile Anlagen mit jeweils acht Duschen und Toiletten Platz finden können.

Ortsrat wünscht sich anderen Standort

Für die Badegäste sieht die Verwaltung keine verlängerten Wege, die Anlage soll ordentlich ausgeschildert werden. Mehrere Ortsratsmitglieder hielten aber den zentralen Standort auf der großen Fahrradabstellanlage für besser. Die Verwaltung wird das nun noch einmal prüfen.

Als Kosten für die Toilettenanlage hat die Stadt 250.000 Euro ermittelt. Um das stemmen zu können, hat sie 124.000 Euro aus dem Leader-Programm der EU und 31.000 Euro aus einem Kofinanzierungsfonds der Region Hannover beantragt. Deshalb kann sie frühestens im Herbst mit dem Bau beginnen. Parallel wollen Verwaltung und Politik dann nachdenken, was für ein Gebäude künftig für die Gastronomie geeignet wäre.

Verkehr: Gutachter sollen beauftragt werden

In der Sitzung haben die Mitglieder des Ortsrates auch über Konzepte gesprochen, wie der Touristenort besser mit dem starken Verkehr zurecht kommen kann. Nachdem die Politiker dazu im vergangenen Jahr einen umfangreichen Diskussionsprozess angeschoben hatten, hat die Verwaltung alle Vorschläge aufgelistet und bewertet. Verkehrsplaner Heiner Kassack berichtete, dass über einige Ideen Konsens herrscht und sie schnell umgesetzt werden können. „Andere Vorschläge sind noch nicht zu Ende diskutiert“, sagte er.

Ein dritter Teil betrifft Themen, zu denen Gutachter sich äußern sollen. Aus Sicht der Verwaltung sind das die Suche nach möglichen neuen Parkflächen, eine bessere Steuerung der Touristenströme, die Parkgebühren und die richtige Wegweisung im Verkehr. Dazu einigte sich der Ortsrat, dass der installierte Arbeitskreis in der nächsten Zeit die genauen Aufträge formuliert und auch noch einmal diskutiert, welche der anderen Punkte schon umgesetzt werden können.

Kassack berichtete auch, dass die Besucher der Meerregion künftig eine Steinhuder-Meer-Card nutzen könnten, die nicht nur für den öffentlichen Nahverkehr, sondern auch für die Ausflugsschiffe gilt. „Bei einer Sitzung mit Kommunen und weiteren Organisationen in Neustadt haben am Dienstag alle dieser Idee zugestimmt“, sagte er. Übernachtungsgäste könnten diese Karte kostenlos gestellt bekommen, für Tagesgäste wären spezielle Tarife möglich. „Es ist ja wichtig, dass die Besucher sich hier gut bewegen können“, betonte der Mitarbeiter der Bauverwaltung.

Von Sven Sokoll