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Region Wunstorf Nachrichten Ortsrat Wunstorf informiert sich über Kleingartenkolonie
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00:15 30.05.2019
Ortsrat Wunstorf besucht die Kleingartenfreunde Westerfeld. Der Vorsitzende Holger Jagielki (Mitte rechts) begrüßt die Mitglieder des Ortsrates Wunstorf.
Ortsrat Wunstorf besucht die Kleingartenfreunde Westerfeld. Der Vorsitzende Holger Jagielki (Mitte rechts) begrüßt die Mitglieder des Ortsrates Wunstorf. Quelle: Rita Nandy
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Wunstorf

Die Gerüchteküche über die Kleingartenkolonie Westerfeld an der Haster Straße brodelt: „Da ist doch nichts mehr los“, musste sich Ortsbürgermeister Thomas Silbermann häufiger anhören. Gemeinsam mit Mitgliedern des Ortsrates besuchte er deshalb am Freitag die Gartenfreunde.

Parzelle mit asbesthaltiger Laube liegt brach

Schon schnell wird klar, dass an dem Gerede nichts dran ist. „Wir haben 73 Gärten. Alle sind verpachtet“, berichtet der Vorsitzende Holger Jagielki. Aber nach einer Begehung der Anlage im Mai haben rund 15 Hobbygärtner einen Brief erhalten, zwei davon eine Kündigung. Denn nicht alle Pächter pflegen ihre Gärten vorschriftsmäßig. Doch statt zu kündigen, lassen sie diese verwahrlosen. Das ist nicht die einzige Sorge, die den Vorstand quält: Ein Garten könne nicht verpachtet werden – auf dem Gelände steht eine mit Asbest verkleidete Laube. Abriss und Entsorgung würden rund 4000 bis 5000 Euro kosten, sagt Jagielki. Geld, das der 1990 gegründete Verein nicht hat. „Sprechen Sie doch einmal mit Bauunternehmern. Vielleicht beteiligen die sich gegen eine Spendenquittung“, schlägt Silbermann vor.

Etwa 100 Meter entfernt befindet sich ein weiteres Ärgernis. Autos parken direkt vor der Anlage und behindern den Zugang. „Das ist städtisches Gelände. Wir können die Autofahrer nicht verweisen“, ärgert sich der Vorsitzende: „Könnten dort nicht Parkplätze angelegt werden?“, fragt er und zeigt auf die Wiese am Straßenrand. Der Ortsbürgermeister nimmt ihm die Hoffnung. Es liege kein öffentliches Interesse vor, das die Kosten für die Einrichtung von Parkraum rechtfertige.

Dieser Garten kann wegen der asbesthaltigen Laube nicht vermietet werden: Der Vorsitzende der Gartenfreunde Westerfeld, Holger Jagielki (rechts), erläutert dem Ortsrat die Problematik. Quelle: Rita Nandy

Mitglieder renovieren ihr Feldhaus

Um Geld zu sparen, packen die Kleingärtner oft selbst mit an. Das Feldhaus, ihr Vereinshaus, stammte beispielsweise aus Beständen der Bundeswehr. Es wurde abgebaut und 1998 auf der Anlage wieder aufgebaut. Jetzt stand eine Renovierung an. „Wir wollten es schöner machen“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende Frank Kempe. Die alten Paneele wurden entfernt und neue Elektrik verlegt. „Die Stromversorgung ist gerade heute fertiggeworden“, sagt Kempe. Im Herbst soll auch der Tresen erneuert werden.

Zehn Gemeinschaftsstunden müssen die Mitglieder zur Pflege der Anlage zwischen April und Oktober leisten. Wer nicht mitmacht, zahlt 20 Euro pro Stunde. Die Gemeinschaftsarbeit diene aber auch dazu, sich kennenzulernen, sagt Jagielki. Der Verein finanziert sich über den Jahresbeitrag von 60 Euro, die nicht geleisteten Arbeitsstunden sowie die Vermietung des Feldhauses. Drei verschiedenen Eigentümern gehört die Anlage. „Wie viele Migranten mieten einen Garten?“, möchte der Ortsbürgermeister noch wissen. „Fast die Hälfte“, antwortet Kempe. Eine Familie mit ausländischen Wurzeln stehe schon auf der Warteliste.

Ein äußerst vorbildlicher Garten: Die Drittelung in Nutz-, Zier- und Laubenfläche ist klar erkennbar. Quelle: Rita Nandy

Von Rita Nandy