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Nachrichten Laubenbrand: Löschwasser kommt aus der Tankerflotte
Region Wunstorf Nachrichten Laubenbrand: Löschwasser kommt aus der Tankerflotte
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06:25 17.02.2020
In den Steinhuder Bruchgärten brennen Lauben. Quelle: Feuerwehr Wunstorf
Steinhude

In den Bruchgärten am Steinhuder Ortsausgang sind am Sonnabend gegen 3 Uhr vier Holzgebäude auf zwei Laubenparzellen niedergebrannt. Das Feuer wurde spät gemeldet. Den Feuerwehren drohte Wassermangel, daher setzte sie zum ersten Mal ihre Tankerflotte ein.

„Da hat man ein mulmiges Gefühl“

Am Tag danach macht die Kleingartenanlage einen verwaisten, trostlosen Eindruck. Einzig ein paar Spaziergänger lassen sich den Wind um die Nase wehen. Eine Pferdebesitzerin kümmert sich um ihre drei Tiere, die auf der Anlage weiden. Sie hatte von dem Brand gehört. Die Parzelle liegt jedoch recht weit von ihren Pachtwiesen entfernt. Dennoch: „Da hat man schon ein mulmiges Gefühl“, sagt die Großenheidornerin. Sie habe nichts dagegen, wenn die Polizei dort demnächst häufiger Streife fahren würde. Ende vergangenen Jahres seien mehrere Hütten aufgebrochen worden. Im Einsatz waren sie zwar nicht, aber die Neugier treibt auch zwei Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit ihren Fahrrädern in die Bruchgärten.

Wind facht das Feuer an

Steinhudes Feuerwehrleute waren gegen 3 Uhr aus dem Bett geholt worden. Die ersten Helfer sahen, dass bereits Lauben, Anbauten wie ein Hühnerstall, Bäume und Sträucher auf einer Fläche von rund 15 mal 50 Metern brannten. Das Feuer war weithin sichtbar, der Wind in dem offenen Gelände fachte es weiter an.

Zum ersten Mal kam die Tanklöschfahrzeugruppe der Stadtfeuerwehr zum Einsatz. Quelle: Feuerwehr Wunstorf

4000 Liter reichen nicht

Das Laubengelände ist so abgelegen, dass es dort keine Hydranten gibt. 4000 Liter Wasser hatten die Steinhuder Fahrzeuge dabei. Das würde für maximal 15 Minuten reichen, schätzte Marcel Nellesen. Der Pressesprecher der Stadtfeuerwehr ist an diesem Abend als Gruppenführer für die Wasserversorgung zuständig. „Wenn man am Anfang zu wenig Wasser hat, beginnt man zu haushalten“, sagt er. Drei Rohre statt fünf, und sehr gezielter Einsatz. Nellesen und seine Trupps standen vor der Wahl: mitten in der Nacht Schlauchleitungen mit einem bis eineinhalb Kilometern Länge bis zum Regenrückhaltebecken am Wohnmobilstellplatz und den nächsten Brunnen der Landwirte legen oder die Tankerflotte rufen. Die Einsatzleitung entschied sich für die Tanker, um keine Zeit zu verlieren.

Premiere für die Tanker

Tankerflotte bedeutet: Zwei Tanklöschfahrzeuge aus Wunstorf, eines aus Bokeloh und eines aus Großenheidorn. Zusammen können sie 11.000 Liter Wasser an den Einsatzort bringen. Die TLF-Gruppe war vor zehn Jahren gegründet worden und am Sonnabend zum ersten Mal im Einsatz. Sie pendelten in der Nacht mehrfach zwischen ihren „Tankstellen“ und der Kolonie. „Insgesamt dürften wir in den drei Stunden 30.000 bis 40.000 Liter gefahren haben, bis das Feuer aus war – es war ein perfekter Einsatz, wir hatten nie Wasserprobleme“, sagt Nellesen. „Die ersten Tanker waren vor Ort, als die 4000 Liter der Steinhuder Feuerwehr verbraucht waren.“

Die Laube brannten vollständig nieder. Quelle: Feuerwehr Wunstorf

Die Klein Heidorner Feuerwehr stellte mit ihrem Gerätewagen Verpflegung für die rund 60 Freiwilligen und Nachschubmaterial zur Verfügung. Insgesamt setzte die Feuerwehr zehn Fahrzeuge ein und konnte den Einsatz nach vier Stunden beenden.

Die Polizei schreibt am Sonntag in einer Pressemitteilung von lediglich zwei abgebrannten Lauben. Es handele sich aber genau genommen um vier Bauten. Die Ermittlungen zur Brandursache haben begonnen. Eine Aussage über die genaue Schadenshöhe kann die Polizei derzeit noch nicht treffen.

So abgelegen das Gelände auch ist: Die Steinhuder Feuerwehr kennt es. Immer wieder sehen Autofahrer auf der Straße nach Hagenburg Feuerschein und alarmieren die Einsatzkräfte. Meist sind es nur die Laubenpieper vor ihren Feuerschalen. „Wir kennen das schon, aber so einen Einsatz hatten wir dort noch nie“, sagt Nellesen.

Aktuelle Polizeimeldungen

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