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Region Wunstorf Nachrichten Kinder entdecken neugierig die Orgel in der Stiftkirche – mit Video
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17:15 26.09.2019
An einem Portativ – einer kleinen Pfeifenorgel – erklärt Kantorin Claudia Wortmann das Prinzip einer Orgel. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

Das Portativ, das Kantorin Claudia Wortmann den Hortkindern vom Stift zeigt, sieht aus wie der Ausschnitt einer Orgel. Doch die kleine Pfeifenorgel funktioniert auch allein. Um die 28 Pfeifen zum Klingen zu bringen, muss sie ein Brett mit einem Balg darunter hochklappen, das sie während des Spielens langsam herunterdrückt. Mit dem einfacheren Instrument erklärt Wortmann am Mittwoch das Prinzip einer Orgel. Als eine von 18 Gruppen aus Schulen, Kitas und der Musikschule sind die Hortkinder zu einer Führung zu den Orgelentdeckertagen in der Stiftskirche zu Gast.

Wortmann zeigt, dass es sehr unterschiedliche Formen von Pfeifen gibt, etwa Lippen- und Zungenpfeifen. Auf der Empore bestaunen die Kinder dann die echte Orgel, die weitaus komplexer ist mit ihren immerhin 2400 Pfeifen. Um die 37 Register mit ihren unterschiedlichen Klangfarben ansteuern zu können, hat die Orgel aber viele Möglichkeiten, sie zu bedienen.

Die Orgel hat rund 2400 Pfeifen. Quelle: Sven Sokoll

Orgeltöne sind wie eine Familie

Was ihr aber fehlt, ist ein Blasebalg zum Zusammendrücken. Damit sie mit einer Taste einen Ton erzeugen konnten, stellen die Kinder aber bald fest, dass sie das elektrische Gebläse anschalten müssen. „Es funktioniert wie ein Föhn“, sagt Wortmann, die sich zum Bedienen des Pedals extra ihre Orgelschuhe anziehen muss.

Bei ihrem Orgelspiel zeigt die Kantorin deutlich, wie unterschiedlich das gleiche Lied klingen kann, wenn andere Register der Orgel aktiv sind. „Das ist wie ein Familientreffen: Das Baby klingt ganz hoch, die Großeltern sind die tiefen Töne“, sagte sie. Nachdem jeder einmal selbst ein paar Tasten drücken durfte, werfen sie gemeinsam einen Blick auf die komplizierte Mechanik, die sich unter der Tastatur versteckt. „Hier kann man auch mal reparieren, wann etwas kaputt ist“, sagt ein Junge.

Mit Kantorin Claudia Wortmann (Mitte) werfen die Kinder einen Blick in den Unterbau des Spieltisches. Quelle: Sven Sokoll

Wortmann berichtet den Kindern, dass Eduard Meyer die Orgel aus dem Jahr 1859 einst geplant hat, aber viele weitere Handwerker daran mitgewirkt haben. „Es war sicher auch ein großer Aufwand, die Teile mit Fuhrwerken hierherzubringen“, sagt sie.

Kantorin betreut sechs Orgelschüler

Als Kreiskantorin betreut Wortmann derzeit sechs Orgelschüler im Alter von 15 bis 54 Jahren aus dem Kirchenkreis Wunstorf-Neustadt. „Die beste Zeit zum Anfang ist so zwischen 12 und 14 Jahren“, sagt sie und hofft deshalb, dass von den vielen Besuchern währen der Orgelentdeckertage vielleicht auch Interessenten für die Orgelausbildung hängen bleiben. Sie freut sich zumindest, dass die Kinder in den Führungen meist begeistert von der Orgel sind.

Claudia Wortmann erklärt, wie die Orgel gespielt wird. Quelle: Sven Sokoll

Derzeit wird sie sogar von einem ehemaligen Schüler unterstützt: Brian Radins studiert mittlerweile im sechsten Semester Kirchenmusik an der kirchlichen Hochschule in Halle an der Saale und absolviert ein Praktikum im Stift. „Mich hat schon lange vor allem die Musik in die Gottesdienste gelockt“, sagt der Student, der aus der Neustädter Johanneskirchengemeinde stammt.

Öffentliche Veranstaltungen geplant

Die Orgelentdeckertage haben die Initiative Vision Kirchenmusik und die Orgelakademie zum vierten Mal organisiert. In ganz Niedersachsen sind mehr als 100 Veranstaltungen geplant. Als Höhepunkt können Interessierte in der Stiftskirche am Sonntag, 29. September, ab 11.15 Uhr an einer Orgelführung teilnehmen und dürfen dann auch selbst spielen, wenn sie entsprechende Vorkenntnisse haben. Zuvor feiert die Gemeinde bereits um 10 Uhr einen Gottesdienst mit der Kantorei zum Michaelistag, bei dem die Engel im Mittelpunkt stehen. Um 17 Uhr beginnt ein Gesprächskonzert, bei der Wortmann musiziert und Fragen über die Orgel beantwortet.

Die Orgel in der Wunstorfer Stiftskirche stammt von 1859. Quelle: Sven Sokoll

Von Sven Sokoll

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