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Region Wunstorf Nachrichten Fahrgastschiff Steinhude sticht wieder in See
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16:57 25.03.2019
Waldemar Gruschka (rechts) betritt die „Steinhude". Bis vor zwei Jahren ist er selbst noch Bootsführer gewesen.
Waldemar Gruschka (rechts) betritt die „Steinhude". Bis vor zwei Jahren ist er selbst noch Bootsführer gewesen. Quelle: Anke Lütjens
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Steinhude

 Weiß, blitzeblank und frisch gewartet liegt das Fahrgastschiff „Steinhude“ am Steg vor den Strandterrassen. Während die erste Fahrt in der neuen Saison am Sonnabend um 11 Uhr ganz gut besucht war, animiert Kapitän Sebastian Tatje die Spaziergänger auf der Promenade zum Mitfahren. Mit zwölf Fahrgästen legt die „Steinhude“ schließlich ab – eine Ausnahme. Normalerweise fährt das Schiff nur, wenn mindestens 20 Personen an Bord sind.

Kapitän informiert die Fahrgäste

„Klar zum Ablegen“, befiehlt der Kapitän und schmeißt den Dieselmotor an. Das Schiff wird erst vorne, dann achtern losgemacht und schiebt sich vom Steg weg. Das Ablegemanöver übernimmt der Erste Offizier, Peter Waßmann. Kapitän Tatje begrüßt derweil freundlich die Fahrgäste und erzählt, warum Steinhude diesen Ortsnamen trägt. „Das kommt von den Findlingen, auf die die ersten Ansiedlungen gebaut wurden und vom Wort Hude für Feld“, sagt er. Inzwischen hat Tatje das hölzerne Steuerrad übernommen.

Von der Promenade aus fährt die „Steinhude“ zunächst in gemütlichem Tempo Richtung Insel Wilhelmstein. Dann kreuzt sie und weiter geht es in Richtung Badeinsel und Ostenmeer. Dann fährt das Schiff schräg rüber nach Mardorf. Zwischendurch greift Tatje immer wieder zum Mikrofon und informiert über die Entstehung der Badeinsel im Jahr 1972 sowie die Weiße Düne, den Fliegenpilz und das sogenannte Blaue Hotel. Die Gäste erfahren außerdem, dass der Hannoversche Yacht Club der älteste am Meer ist, er wurde 1906 gegründet.

Die „Steinhude“ ist ein Aluminium-Fahrgastschiff, das 2006 von der Lübecker KuFra Werft erbaut worden ist. Sie 25 Meter klang und 5,40 Meter breit. Die Seitenhöhe beträgt 1,50 Meter und der Tiefgang liegt bei einem halben Meter. Das Schiff wird von zwei Dieselmotoren angetrieben. Maximal dürfen 180 Personen mitfahren, aber nur bei normalem Wasserstand. Abfahrtzeiten in der Vor- und Nachsaison sind Montag bis Freitag um 13 und 15 Uhr, am Wochenende fährt die „Steinhude“ um 11, 13 und 15 Uhr. In der Hauptsaison legt sie um 11, 13, 15 und 17 Uhr vom Steg vor den Strandterrassen ab. Der Fahrpreis für Erwachsene beträgt 12 Euro, für Kinder von vier bis 13 Jahren die Hälfte. aln

An Bord gibt es auch Gastronomie

„Ich bin ganz begeistert davon, was wir alles sehen und Wissenswerter erfahren“, sagt Inge Jähstedt aus dem Raum Frankfurt. Sie macht mit ihrem Mann Campingurlaub in Mardorf. Während dessen serviert das Gastro-Team, das an diesem Tag aus Andrea Tränkel und Anne El Mohamad besteht, Getränke. „Wir und unsere Kolleginnen sind bis auf einen freien Tag in der Woche immer da“, sagt El Mohamad. Besonders bei den beliebten Dämmerschoppenfahrten mit Musik, die um 18.45 starten, sei immer viel los. Auf dem Schiff gibt es kalte und heiße Getränke, Wein und Bier, Kuchen sowie Gerichte für den kleinen Hunger wie Bockwurst, Frikadelle und Suppen.

Wasserstand ist immer noch zu niedrig

„Wegen der Hitze im vorigen Jahr hatten wir arg zu kämpfen mit dem Wasserstand“, berichtet Tatje. Dann ist das Schiff, dass maximal 180 Personen mitnehmen kann, nur zur Hälfte besetzt. „Es fehlen auch immer noch 15 Zentimeter zum normalen Wasserstand“, so der Kapitän. Gemütlich tuckert die „Steinhude“, die maximal 15 Stundenkilometer schnell ist, von Mardorf aus Richtung Insel Wilhelmstein. Aufmerksam lauscht das Ehepaar Jähstedt den Ausführungen von Tatje zur Entstehung der Insel und macht viele Fotos.

Inzwischen stattet Waldemar Gruschka der Besatzung der Brücke einen Besuch ab. Er ist einer der ältesten Gesellschafter der Steinhuder Personenschifffahrt und Berufssegler. „Die älteren kommen gerne und fahren mit. Die Schiffe sind für sie ein Anlaufpunkt“, sagt Tatje. Bis vor zwei Jahren hat Gruschka noch sein Boot „Silbermöwe“ gesteuert. Zur Flotte der Gesellschaft gehören außerdem die Fahrgastschiffe „Willkommen“, „Schaumburg-Lippe“ sowie die „Auswanderer“. Inzwischen nimmt das Schiff wieder Kurs auf Steinhude. Nach dem Anlegen ist die rund eineinhalb stündige Rundfahrt übers Meer vorbei. Es macht viel Spaß und die Fahrgäste erfahren viel Interessantes.

Von Anke Lütjens