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Nachrichten E-Mobilität soll weiter ausgebaut werden
Region Wunstorf Nachrichten E-Mobilität soll weiter ausgebaut werden
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18:22 26.03.2019
Eine Elektro-Ladesäule für E-Autos in Wunstorf.
Eine Elektro-Ladesäule für E-Autos in Wunstorf. Quelle: Stadt Wunstorf
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Wunstorf

Im Bauauschuss musste die CDU eine Schlappe hinnehmen. Sie hatte beantragt, dass Kraftfahrzeuge mit reinem Elektroantrieb auf kommunalen Flächen kostenlos parken können, wie das zum Beispiel schon in Neustadt der Fall ist. Die Vertreter der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und FDP und der Vertreter der AfD lehnten den Vorschlag der CDU ab. CDU-Fraktionsvorsitzende Christiane Schweer sagt dazu: „Kostenfreies Parken hätte die E-Mobilität auf unkomplizierte Weise gefördert.“ Zudem seien Elektroautos um einiges leiser, so dass sie zur Lärmminderung beitragen würden, sagt Schweer zu den Zielen des Antrags.

Mehrheitsgruppe fordert bessere Infrastruktur

Trotzdem ist das Thema E-Mobilität damit nicht vom Tisch. Martin Ehlerding, der von dem Antrag auf kostenfreies Parken der CDU nicht viel hält, erklärt in einer Stellungnahme der Mehrheitsgruppe: „Wir streben an, durch die Umgestaltung der Gebührenstruktur eine bessere Lenkung des Parksuchverkehrs zu erreichen. Das Sparen von ein paar Cent beim Parken fördert nicht die Anschaffung von E-Autos.“ Der Vorschlag der Mehrheitsgruppe im Rat lautet daher: „Viel wichtiger ist die Infrastruktur mit Ladesäulen. Daher beantragen wir zu einer der nächsten Ausschusssitzungen einen Bericht der Verwaltung für die Situation in allen Ortsteilen", sagt Ehlerding.

Stadt plant weitere Ladesäulen

Die Stadtverwaltung sieht dem Antrag entspannt entgegen. Klimaschutzmanager Lars Hiddensen sagt: „Auch unser erklärtes Ziel ist es, die Elektromobilität in Wunstorf weiter auszubauen.“ Dies werde durch weitere Ladesäulen geschehen. Der Ansatz des Klimaschutzmanagers lautet: „Man muss sich entscheiden, ob man zuerst die Anschaffung der Autos fördert oder die Infrastruktur verbessert. Wir haben uns in Wunstorf für mehr Steckdosen entschieden.“ Somit vertrete die Verwaltung eine ähnliche Linie wie die Mehrheitsgruppe. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken würde man bereits weitere Ladepunkte planen, sagt Hiddensen.

Die Zahl der Ladesäulen im Stadtgebiet soll wachsen. Quelle: Albert Tugendheim

In Wunstorf gibt es etwa 40 zugelassene E-Autos

Zurzeit gebe es etwa 40 zugelassene Autos mit sogenannten E-Kennzeichen in der Stadt. Dazu zählen auch Hybrid-Fahrzeuge, die zusätzlich mit Benzin und Diesel angetrieben werden. Um als Auto ein E-Kennzeichen zu bekommen, reicht es, wenn der Pkw mindestens 40 Kilometer mit vollelektrischem Betrieb fahren kann, erklärt Wunstorfs Baudirektor Robert Lehmann. Lehmann ist in Wunstorf für die das Aufstellen für Ladesäulen verantwortlich. Lehmann: „Ich denke, dass die Zahl der E-Autos im Stadtgebiet noch weiter steigen wird. Deswegen werden wir weitere E-Ladesäulen am Schützenplatz und in Steinhude aufstellen.“ Auf einer auf der Webseite veröffentlichten Karte (wunstorf.de/bauen-wohnen) sind bereits die vorhandenen Ladesäulen aufgeführt. Die Ladestation in der Hindenburgstraße bei Edeka Kappe sei auf der Grafik noch nicht verzeichnet, heißt es bei der Stadt.

Klimaschutzmanager Hiddensen geht es aber bei der Förderung der E-Mobilität nicht nur um die konkrete Senkung des Co2-Ausstoßes im Stadtgebiet, sondern auch um Aufklärung. Hiddensen: „Wir leben hier in einer ländlichen Region. Die Bürger sind es gewohnt, nur Diesel- und Benzin-Autos zu nutzen. Daher ist es wichtig, sie für eine andere Art der Mobilität zu sensibilisieren. Wir wollen ein Bewusstsein für Alternativen schaffen.“ Und er denkt noch weiter: Für den Umweltfachmann wäre es ein anzustrebendes Ziel, das künftig jeder Bürger mit eigens produzierter Solarenergie den Pkw mit Strom aufladen könnte.

Von Marleen Gaida