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Region Wunstorf Nachrichten Wie einst Lili Marleen: Liederabend mit Christel Mey
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20:00 16.10.2019
Christel Mey ist Sängerin, Autorin und Malerin. Von ihrem Klavier kann die Künstlerin direkt aus dem Fenster auf das Steinhuder Meer schauen. Quelle: privat
Steinhude

Wenn die Sopranistin Christel Mey am Sonntag die Bühne der Kirche in der KRH-Psychiatrie betritt, geht sie ein hohes Risiko ein – das weiß die erfahrene Sängerin ganz genau. „Der klassische Liederabend ist tot, genau wie der deutsche Chanson“, konstatiert die Frau, die genau das trotzdem tut – in Wunstorf einen Gesangsabend zu organisieren, wie es sie früher so häufig gab, mit klassischer Musik, Volksweisen, Chansons und bekannten Melodien. Wieso sie das tut? Weil sie diese Musik liebt und lebt, schon ihr ganzes Leben.

Wie einst Lili Marleen

https://youtu.be/NYOg2fdGds4

„Auf den Flügeln bunter Träume“ heißt ihr Programm. Weiße Engelsflügel zieren das Konzertplakat. Mey sitzt davor, an einem weißen Flügel, im seiden-schimmernden Kleid. Sie finden, das klingt kitschig? Der Titel „Lili Marleen“ sagt Ihnen nichts? Dann wird es Ihnen vermutlich schwerfallen, die außergewöhnliche Leidenschaft und die Originalität dieser Künstlerin zu fassen. Wenn Sie dagegen die klassischen Liederabende vermissen, sich gerne an ein tolles Kurkonzert oder die Hochzeiten des deutschen Chansons erinnern, dann ist Christel Mey womöglich eine echte Entdeckung – vorausgesetzt, Sie schätzen das Außergewöhnliche.

Pompöse Kleider sind seit jeher ihre Leidenschaft. Christel Mey bekommt 1996 nach einem Auftritt Blumen überreicht. Quelle: privat

Eine Grande Dame

Geboren in einem Franziskanerkloster im westfälischen Olpe (Diese Dame nach dem Alter zu fragen ziemt sich nicht), begann Christel Meyer – das „er“ in ihrem Nachnamen opferte sie später der Kunst – früh zu musizieren. „Ich war mit meinen Eltern in einer Aufführung des ,Vogelhändlers’, am nächsten Tag spielte ich die ganze Partitur am Klavier. Wie das möglich ist, kann ich nicht sagen“, erzählt sie. Mey verfügt über ein absolutes Gehör. Im Gesangsstudium traf sie auf eines ihrer großen Vorbilder – Erika Köth, eine der berühmtesten Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Sie bezeichnet sie als ihre Lehrerin. In ihrem Archiv bewahrt Mey einen Brief der Köth. „Ihre Gedichte sprechen mich sehr an“, schrieb ihr die große Sängerin, eine Rose ist auf das Blatt geklebt. Ebenfalls in ihrem Archiv: das Urteil eines Konzertkritikers. „Das Timbre ist ausgesprochen lyrisch gefärbt, die Liedgestaltung zeugt von intensiver, kunstverständiger Probenarbeit“, ist dort zu lesen.

Es sind diese stilvollen Zeugnisse und Erinnerungen aus der Welt der Klassik, die Mey auch im Alter noch ein Freudenstrahlen in das Gesicht zeichnen. „Ich kann einfach nicht aufhören, zu spielen und zu singen“, sagt sie.

Konzertberichte, Briefe und Erinnerungen aus ihrem Leben als Sängerin füllen in Christel Meys Steinhuder Wohnung mehrere Ordner.

Seit zwei Jahren in Steinhude

Vor zwei Jahren zog die Sängerin mit ihrem Mann an das Steinhuder Meer. In ihrer Wohnung mit Seeblick verwahrt sie die Erinnerungen an eine lange Karriere. Der Flur ist der Fundus. Die extravaganten und ungewöhnlichen Kleider der Künstlerin würden viele junge Vintage-Jägerinnen neidisch machen. Doch der Mittelpunkt der Wohnung ist der weiße Flügel, an dem sie unlängst begonnen hat, eigene Lieder zu schreiben. „Meine Arbeit ist gelebtes Leben – eine Lebensverarbeitung“, hat Mey einmal in einem Interview gesagt. Die großen Melodien, die berühmten Opern und Volkslieder begleiten sie ein Leben lang.

Ein Foto wie aus einem Volksfilm. Christel Mey spielt 1998 bei einem Kinderfest vor dem Rathaus im schwäbischen Bad Urach. Quelle: privat

Wenn Mey nun am Sonntag in der Psychiatrie-Kirche zu spielen beginnt, bringt sie diese Energie und Liebe mit auf die Bühne. Beides umgibt die Sängerin wie eine Aura. Es ist vermutlich dieser Moment, der eine Grande Dame auszeichnet.

Der Liederabend „Auf den Flügeln bunter Träume“ findet am Sonntag, 20. Oktober, in der Kirche der KRH-Psychiatrie Wunstorf statt. Das Konzert mit Evergreens und eigenen Werken beginnt um 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Mario Moers

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