Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Ratsmehrheit will Energie in Kaliwerk speichern
Region Wunstorf Nachrichten Ratsmehrheit will Energie in Kaliwerk speichern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:10 10.09.2019
Wo vor einem Jahr noch der Kaliabbau lief, soll künftig Energie gespeichert werden. Quelle: Sven Sokoll
Bokeloh

Die Mehrheitsgruppe im Rat schlägt vor, das stillgelegte Bergwerk Sigmundshall als Energiespeicher zu nutzen. In einem Antrag für den Bauausschuss am Donnerstag wollen SPD, Grüne und FDP prüfen lassen, ob das Werk sich als Unter-Tage-Pumpspeicherwerk eignet, das vorübergehend die Spitzen speichert, die bei der Stromproduktion durch erneuerbare Energien entstehen. Darüber soll die Verwaltung Gespräche mit K+S, den Stadtwerken und der Klimaschutzagentur führen.

Gleichzeitig hofft die Gruppe, dass sich Fördergeld für eine Machbarkeitsstudie finden lässt. Die Politiker denken an die Leuchtturmrichtlinie, mit der die Region herausragende Projekte für den Klimaschutz fördert. Doch auch Förderprogramme des Landes oder des Bundes könnten passen.

Konzern will Salzlauge einleiten

In ihrem Antrag betonen die Autoren, dass die Nachnutzung des Kaliwerks Sigmundshall für Wunstorf von großer Bedeutung ist. „Auch wenn wir nicht darüber entscheiden, sollten wir auf eine umweltverträgliche, innovative und zukunftsfähige Lösung hinwirken“, schreiben sie. Eine solche Anlage sei nicht nur eine sinnvolle Nachnutzung, sondern auch ein Beitrag zur Klimawende.

Nach ihrer Kenntnis ist ein Pumpspeicherwerk auch möglich, wenn K+S das Werk mit Wasser verfüllt. Der Konzern will dazu ab 2021 Salzlaugen nutzen, die an anderen Standorten entstehen und entsorgt werden müssen. Die Antragsteller verweisen auf einen Bericht des Deutschlandfunks. Demnach funktionieren Pumpspeicherwerke so, dass sie Wasser mit der aktuell nicht benötigten Energie in die Höhe pumpen. Wenn die Energie benötigt wird, kann das Wasser wieder nach unten strömen. Mit einigen Modifikationen ließe sich das nach Aussagen eines Physikers auch in Bergwerken umsetzen.

Stadtwerke könnten Projekt betreiben

Wenn die Untersuchung bestätigt, dass das Werk sich für diesen Zweck eignet, könnten die Stadtwerke nach Vorstellung von SPD, Grünen und FDP das Projekt betreiben. Dazu müssten sie sich vielleicht mit anderen zu einem Konsortium zusammentun. Der Bauausschuss beschäftigt sich mit dem Antrag in seiner Sitzung am Donnerstag, 12. September, ab 18 Uhr im Rathaus. „Wenn die Politik so beschließt, würden wir natürlich zunächst mit K+S Kontakt aufnehmen“, sagte Stadtsprecher Alexander Stockum. In der Sitzung wird auch über den Weiterbetrieb der Rekal-Anlage diskutiert.

Um das Bergwerk nach dem Ende des Kaliabbaus sinnvoll zu nutzen, sind in der Vergangenheit schon unterschiedliche Ideen aufgekommen. So ist regelmäßig der Vorschlag zu hören, den Schlamm aus dem Steinhuder Meer dorthin zu bringen. Diskutiert worden ist auch schon, ob die Erdwärme aus der Tiefe gut genutzt werden könnte.

Von Sven Sokoll

Der ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Dasein will ab Oktober neue Sterbebegleiter ausbilden. Am Donnerstag, 12. September, informiert Interessierte darüber.

10.09.2019

Bei einem Vororttermin haben sich Vertreter der Region Hannover über den Zustand der Straßen in Blumenau und Liethe informiert. Sie haben die Dringlichkeitsstufe für die Sanierung heraufgesetzt.

10.09.2019

Neue Hoffnung für das 350 Jahre alte Gasthaus Blumenau: Ein vom Eigentümer vorgelegtes Gutachten stuft das Gebäude zwar als abrissreif ein – doch stimmt das wirklich? Das will die Stadt Wunstorf jetzt mit einem eigenen Gutachten klären.

09.09.2019