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Nachrichten Kahlschlag im Haster Wald: Borkenkäfer hat Fichten befallen
Region Wunstorf Nachrichten Kahlschlag im Haster Wald: Borkenkäfer hat Fichten befallen
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12:57 02.12.2019
Unbekannte haben nach den Baumfällungen Banner im Haster Wald aufgehängt. Quelle: privat
Haste/Wunstorf

Protestbanner gegen das Abholzen von Bäumen sind im Haster Wald entlang der Bundesstraße 442 zwischen Haste und Wunstorf aufgetaucht. Tatsächlich waren dort in den vergangenen Wochen viele Fichten gefällt worden. Doch der Eigentümer, die Niedersächsischen Landesforsten, hatte dafür einen triftigen Grund.

„Bäume pflanzen statt abholzen“ und „Keine Bäume, keine Tiere, keine Insekten, keine Menschen“ lauten die Botschaften auf den Plakaten. Wer sie dort aufgehängt hat, ist unklar. Landesforsten-Sprecher Mathias Aßmann bestätigte, dass zuletzt viele Fichten gefällt worden waren. Dazu sahen sich die Förster aufgrund des Borkenkäfer-Befalls aber gezwungen. Der Haster Wald besteht vornehmlich aus Fichten, die von einigen Unterarten der Käfer bevorzugt werden.

Bäume hatten Borkenkäfer kaum etwas entgegenzusetzen

Weil sich die Käfer unter der Borke oder im Holz in selbstgebohrten Gängen fortpflanzen, richten sie großen Schaden an. Im Harz haben die Tiere für ein regelrechtes Waldsterben gesorgt. Die Dürresommer haben Aßmann zufolge außerdem zu sogenanntem Trockenstress geführt, was die Abwehrkräfte der Bäume reduziert. „Dem Borkenkäfer hatten sie deshalb kaum etwas entgegenzusetzen“, sagte er. Die von den Schädlingen befallenen Bäume wurden nun gefällt.

Zwar werde grundsätzlich nicht jeder einzelne Baum durch eine Neuanpflanzung ersetzt, wegen der natürlichen Vermehrung ist dies aber auch nicht notwendig. „Insgesamt pflanzten die Landesforsten im vergangenen Jahr fünf Millionen Bäume in ganz Niedersachsen“, schilderte Aßmann. Die Pflanzen nur abzuholzen, widerspräche auch dem Berufsethos. Fällen und Pflanzen – „das geht Hand in Hand“, sagte der Unternehmenssprecher.

Haster Wald soll Mischwald werden

Auch im Haster Wald werden wieder Bäume eingesetzt – allerdings keine Fichten mehr. Künftig soll eine Laubbaum-Mischung das dortige Bild prägen, erklärte Aßmann. Diese sei stabiler gegenüber Umwelteinflüssen und dem Klimawandel. Außerdem sei ein Mischwald auch aus ökologischer Sicht wertvoller.

Was nun mit den Bannern geschieht? Zuständig für den Haster Wald ist das Forstamt Fuhrberg. Dort sei darüber beraten worden, ob die Banner abgenommen werden. Dagegen habe sich das Forstamt aber bewusst entschieden, sagte Aßmann. Die Kollegen seien offen für ein Gespräch mit denjenigen, die die Banner im Wald aufgehängt hätten, betonte der Sprecher.

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Von Andrea Göttling

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