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Nachrichten Aluminiumaufbereitung: Verein fordert schärfere Auflagen für Rekal-Anlage
Region Wunstorf Nachrichten Aluminiumaufbereitung: Verein fordert schärfere Auflagen für Rekal-Anlage
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09:07 09.07.2019
Doris Haubenreißer (von links), Uwe Bartels und Volker Ahrend wollen schärfere Auflagen für die Rekal-Anlage bei K+S. Quelle: Albert Tugendheim
Bokeloh

Uwe Bartels hat gerade richtig viel zu lesen. Er ist einer der Vorsitzenden des Vereins gegen Immissions- und Umweltschäden Bokeloh. Die Anlage zur Wiederaufbereitung von Aluminium aus Industrieproduktion soll nach dem Willen der Betreiber K+S in Bokeloh noch bis 2035 betrieben werden. Dafür läuft gerade das Planfeststellungsverfahren beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Die Unterlagen liegen, wie bei solchen Verfahren, derzeit für jedermann aus, zum Beispiel im Rathaus in Wunstorf. Bartels ackert sich gerade durch den Papierwust, immerhin 2307 Seiten. Das kostet Zeit, jeden Abend macht sich der wortgewandte Rentner an die acht Aktenordner.

Einsprüche sind das Ziel

Er formuliert dabei Anträge, die beim Bergbauamt vorgetragen werden. Ziel: Die Belastung, die nach Meinung des Vereins für die Bevölkerung besteht, zu reduzieren. Das ist zum einen der Verkehr der Lastwagen, die aus ganz Europa kommend das aufzubereitende Material nach Bokeloh bringen. Dafür könnte, so sehen es die Vereinsvertreter, viel mehr die Schienenstrecke genutzt werden, die bis an das K+S-Werk heranreicht. Nach dem Ende der Salzförderung im K+S-Bergwerk Sigmundshall wird die Strecke kaum noch genutzt. Stattdessen verfahren sich die Lkw-Muldenkipper häufig, weil die Fahrer sich nur nach ihren Navigationsgeräten richten und zudem die Ausschilderung zum Werksgelände mangelhaft sei.

Vor allem aber, so sagt es Vorstandsmitglied Volker Ahrend, sind die Geruchs- und Staubemissionen ein Problem. Die Rekal-Anlage verbreite einen Ammoniakgeruch, der auf seinem dicht am Gelände gelegenen Grund oft penetrant sei. „Man hält es bei uns im Garten kaum aus“, beklagt Ahrend. Seit 1995 ist die Anlage in Betrieb, kurz zuvor hatte er sein Haus gekauft. Nach seinen Recherchen sei die Aufbereitungsanlage an anderen Standorten abgelehnt worden. Messstellen auf seinem Grundstück haben nach seinen Worten schon vor Jahren gezeigt, dass Schadstoffwerte überhöht seien.

Verbesserungen wären möglich

Der Illusion, die Anlage stilllegen zu können, geben sich die Vereinsvertreter nicht hin. Was sie wollen: eine Minimierung der Ausstöße. Das ließe sich laut Sprecher Bartels schon dadurch erreichen, dass die Halle, in der die Anlage arbeitet, völlig abgedichtet wird. Die Sprecher des Vereines verweisen dabei auf einen ähnlichen Betrieb im Norden Hannovers. Dort werden die Hallen hermetisch abgeriegelt und die Luft chemisch gereinigt, um üble Gerüche nicht austreten zu lassen. Das Unternehmen am Brinker Hafen investiert dafür zwölf Millionen Euro.

Der Verein gegen Immissions- und Umweltschäden fordert die Anwohner der umliegenden Ortschaften auf, ebenfalls Einwände zu erheben. „Der Antrag liegt bis zum 25. August bei der Stadt Wunstorf sowie den Samtgemeinden Nenndorf und Sachsenhagen aus“, sagt Vorstandsmitglied Doris Haubenreißer. Ahrend macht darauf aufmerksam, dass es im Falle einer Schließung der Anlage weiterhin warmes Wasser für das benachbarte Freibad gebe. Denn das komme nicht aus der Rekal-Anlage, sondern von dem Kraftwerk von K+S.

Von Albert Tugendheim

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