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Nachrichten Von der Leyen lobt Fortschritte bei Bundeswehrflieger A400M
Region Wunstorf Nachrichten Von der Leyen lobt Fortschritte bei Bundeswehrflieger A400M
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00:18 05.01.2019
Oberfeldärztin Astrid Berg (von rechts) erläutert Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Ralph Brinkhaus, Vorsitzender des CDU-Bundestagsfraktion, und dem Abgeordnete Hansjörg Durz die Ausrüstung für medizinische Betreuung während des Fluges. Quelle: Sven Sokoll
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Wunstorf

Das neue Jahr wollte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen offenbar mit einer guten Nachricht beginnen. Auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst in Wunstorf verkündete sie am Mittwoch, dass dort in den nächsten Tagen die 25. Maschine des neuen Lufttransport-Flugzeugs Airbus A400M eintreffen wird. Das Transportflugzeug gilt als modernstes seiner Art – allerdings ist die Einführung seit Jahren mit Pannen behaftet. Inzwischen gibt es Fortschritte, was von der Leyen lobte. So ist die technische Ausstattung endlich besser geworden. Airbus aber müsse auch in Zukunft muss Airbus noch einige Hausaufgaben erledigen, betonte von der Leyen nach einem Gespräch mit Ludger Bette, dem Kommodore des Lufttransportgeschwaders 62, in einer der Flugzeughallen: „Wir müssen einen langen Atem haben.“

Ungarischer Soldat ausgeflogen

Einer der Meilensteine für die Wunstorfer Flotte war die Sonderausrüstung für Flüge mit medizinischer Betreuung, die das Geschwader seit Sommer nutzen kann. Zuletzt wurde damit am ersten Weihnachtstag ein ungarischer Soldat aus Afghanistan in seine Heimat ausgeflogen. Oberfeldärztin Astrid Berg erklärte die Maschine der Ministerin und dem mitgereisten neuen Chef der CDU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus. In dem Flugzeug schützen spezielle Platten auch die Besatzung vor Beschuss. Acht Mal ist das Geschwader seit Ende Juli ohne Zwischenfälle nach Masar-i-Sharif in Afghanistan geflogen. Bereits im vergangen Jahr war die Luftbetankung anderer Flugzeuge zu den Möglichkeiten der Flotte hinzugekommen.

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Für die Ministerin sind die starken Veränderungen auch auf dem Wunstorfer Fliegerhorst ein Zeichen dafür, dass die Phase des Kürzens und Schrumpfens für die Bundeswehr nach der Wiedervereinigung vorbei sei. „Es braucht nur Zeit, die Folgen zu bewältigen“, sagte sie. Beim europaweiten Flugzeugprojekt A400M habe zunächst die falsche Annahme geherrscht, dass die gekürzten Budgets für gemeinsame Investitionen der Staaten ausreichten. Hinzu seien viele Sonderwünsche der Nationen gekommen und „blauäugige Verträge“. Es sei gut, dass die Kunden dann mit einer Stimme mit Hersteller Airbus gesprochen hätten, sagt von der Leyen: „Wir haben hart nachverhandelt.“ Die Sicherheitskomponenten und die Nachtsichttechnik müssten trotzdem besser werden. „Wir glauben aber weiter fest daran, dass die Zukunft des Lufttransports eine europäische sein wird“, sagte Brinkhaus.

Bayrischer Flugplatz nimmt Maschinen auf

Weil Deutschland 53 Maschinen des Typs gekauft hat, der Wunstorfer Fliegerhorst aber nur für 40 Flugzeuge umgebaut ist, wird nun auch der bayerische Flugplatz Lechfeld Maschinen dieses Typs bekommen. Die 13 Exemplare, die die Bundesrepublik ursprünglich weiterverkaufen wollte, sollen dort etwa ab 2025 in einem multinationalen Verband betrieben werden. Bei einer Investition von 170 Millionen Euro sollen dort 500 Arbeitsplätze geschaffen werden. Darüber freute sich auch der zuständige Wahlkreisabgeordnete Hansjörg Durz (CSU).

Auch die Investitionen in den Fliegerhorst Wunstorf werden aber fortgesetzt. Nach 240 Millionen Euro in den vergangenen fünf Jahren sind noch weitere 160 Millionen Euro geplant.

2014 ist das erste Flugzeug eingetroffen

Lange ist die „Transall“ das Arbeitstier des deutschen Lufttransportgeschwader gewesen, die außer in Wunstorf auch noch in weitere Geschwadern in Schleswig-Holstein und Bayern stationiert waren. Als bei der Wahl eines neuen europäischen Transportflugzeugs die Entscheidung für den Typ A400M aus dem Haus Airbus fiel, wurde Wunstorf mit seinem Lufttransportgeschwader 62 eigentlich als einziger Standort ausgewählt. Nachdem die Infrastuktur dort mit erheblichem Aufwand umgerüstet wurde, kamen seit Ende 2014 nach und nach die ersten Flugzeuge – mit mehreren Jahren Verspätung.

Gegenüber der Transall punktet die A 400M vor allem mit einer deutlich größeren Reichweite und Ladekapazität. Bei 45 Meter Länge und einer Spannweite von 42 Metern kann sie die 37 Tonnen Nutzlast bei voller Beladung 3300 Kilometer weit fliegen, was schon für zahlreiche Auslandseinsätze genutzt worden ist. Als Höchstgeschwindigkeit kann das Flugzeug 750 Kilometer pro Stunde erreichen.

Von Sven Sokoll